
Blüten, Bienen und Co. begleiten uns auf Schritt und Tritt beim Gang durch den Juni-Garten. Wiesen, Blühfeld und Beete bieten für viele Vertreter der Fauna in diesem Monat ein reiches Nahrungsangebot.











Blüten, Bienen und Co. begleiten uns auf Schritt und Tritt beim Gang durch den Juni-Garten. Wiesen, Blühfeld und Beete bieten für viele Vertreter der Fauna in diesem Monat ein reiches Nahrungsangebot.











Bei Tageshöchstwerten bis zu 28 Grad im Schatten präsentierte sich der Mai in diesem Jahr bei uns zeitweise mehr sommerlich als frühlingshaft. Selbst die Eisheiligen waren weit entfernt von frostigen Temperaturen. Da macht sich sofort Erleichterung breit: Die herrliche Wisteriablüte fällt 2022 nicht dem Frost zum Opfer (wobei: ich erinnere mich dunkel an einen Bodenfrost im Juni vor längerer Zeit) – genauso wenig wie die frischen Austriebe der anderen Pflanzen. Wie schön.








Frühlingsfarben im Garten – da denke ich erstmal an täglich üppiger werdendes Grün und an die bunten Highlights von Narzissen, Krokus, Scilla und Co. Es gibt aber einige Pflanzen, die so gar nicht in diesen knalligen Farbenrausch passen. Deren Austrieb erinnert eher an herbstliche Stimmungen und ist beispielsweise bronzefarben wie bei der Kupfer-Felsenbirne Amelanchier lamarckii. Die Zartheit der Blättchen macht allerdings klar, dass es bis zum nächsten Herbst zum Glück doch noch ein paar Monate hin sind.





Sonne satt, statt Sturm – im März brachte die Gartenarbeit deutlich mehr Spaß als im dauerwindigen Februar. Nach leichten Nachtfrösten folgte oft ein herrlicher Tag mit Temperaturen im zweistelligen Plusbereich. Also nix wie raus in die Beete. Unter der Woche Staudenrückschnitt in der Mittagspause, denn die Zeit drängt, genauer: die in den Startlöchern stehenden Pflanzen. Da steigt mit jedem Tag die Gefahr, versehentlich auf zart sprießendes Grün zu treten. Einzig der fast vollständig fehlende Regen hielt das Wachstum im Zaum, brachte für uns allerdings den Vorteil, dass wir mit dem Schneiden und überschüssiges Laub aus den Beeten Sammeln zügig vorankamen. Selbst den Tee zum Sonnenuntergang konnten wir noch draußen genießen – untermalt vom täglich anschwellenden Vogelkonzert. Dazu gleich mehr …









Auch dieser Februar hatte es in sich: Nachdem der Garten im vergangenen Jahr eine Woche üblen Dauerfrost aushalten musste, hieß die Herausforderung 2022 statt Kälte: Wind. Konkreter: Sturm, abgelöst von Orkan, auf den wieder Sturm folgte. Und dazwischen konnte man das Lüftchen auch nicht gerade als windstill bezeichnen. Das ging nicht spurlos am Grün vorüber. Zwei Sal-Weiden kapitulierten vor den starken Böen und eine alte fallende Fichte wurde sanft von einem Bett aus Bambushalmen aufgefangen. Aus dem wir sie jetzt sägend wieder befreien müssen. Zum Glück hat der Fallwinkel sie ausschließlich auf Fargesien gelenkt, deren elastische Halme dem Gewicht alle bravurös standhielten. Die Aufräumarbeiten werden uns noch einige Zeit in Atem halten – allein das ganze Totholz von den Wiesen zu sammeln und in die Benjeshecke zu flechten, ist ein mehr als tagesfüllender Job.








Das war bisher ein kurzes Winterintermezzo: Dem weißen Auftakt im Dezember folgte ein Januar, der mit Tageshöchstwerten bis zu 12 Grad (lediglich in zwei Nächten gab es stundenweise leichten Frost) und den bei uns obligatorischen, nervig starken Windböen eine innere Unruhe bezüglich anstehender Frühlingsgartenjobs aufkommen ließ. Schließlich stehen viele Pflanzen schon austriebmäßig in den Startlöchern, sodass die Rückschnittarbeiten, mit denen ich erst Anfang März loslegen wollte, sich höchst anspruchsvoll gestalten werden: Dann heißt es, bloß nicht bei gewagten Ausfallschritten um das zarte Grün herum die Balance in den Beeten verlieren, da der Neuaustrieb im Fall eines Fallens schließlich richtig platt wäre. Aber Austrieb hin oder her – ich werde wie jedes Jahr bis März mit dem Rückschnitt warten, denn der Blick auf vergangene Winter zeigt: Die schlimmsten Dauerfrostperioden liefert gerne der Februar. Und dann zählt jedes isolierende alte Blatt.









Das war mal ein (für hiesige Nordheide-Verhältnisse) fulminanter Start in den Winter: Während der Dezember bei uns meistens eher herbstlich ausklingt oder gar schon Frühlingsgefühle aufkommen lässt, wurde in diesem Jahr echtes Winterfeeling geboten – zumindest ein paar Tage lang. Los ging es bereits mit einem ersten Schneefall am 04. Dezember, dem allerdings erstmal wieder mildere Tage folgten. Der Vollmond am 19. Dezember läutete dann aber einen heftigen Wetterwechsel Richtung Kälte ein. Das Ergebnis: fiese Kahlfröste bis minus 11 Grad – nicht so schön für viele Immergrüne. Ab dem 28. stiegen die Temperaturen zum Glück wieder andauernd in den Plusbereich und zum Jahreswechsel herrschen nun typisch frühlingsmilde plus 12 Grad inklusive etwas Regen.
Apropos Regen: Niederschlag gleichbleibend – so lautete die Überschrift vom Post im vergangenen Dezember. Das passt auch in diesem Jahr ganz gut: 945 mm sind bis jetzt in 2021 zusammengekommen, 936,25 mm waren es 2020 (933,75 mm in 2019). Die Pflanzen durften sich also über rund eine gefüllte 10-l-Gießkanne mehr pro Quadratmeter freuen. Das ist doch mal eine gute Nachricht.









Wolkenverhangen und trübe – das ist gefühlt die Wetterstimmung in diesem Monat. Oft braucht die Sonne bis mittags, um sich durch Wolken und Nebel zu kämpfen. Wenn sie es denn überhaupt schafft. Das beste Mittel gegen drohenden Novemberblues: Ein Blick nach draußen ins herbstliche Grün. Oder noch besser: Gleich einen kurzen Spaziergang durch den Garten einlegen.









Die ersten Herbststürme sind durchgezogen, glücklicherweise ohne Schäden zu hinterlassen. Unzählige Zugvögel fliegen in grafischen Formationen oder wirbelnden Schwärmen unter lauten Rufen über den Garten. (Und in noch nicht mal zwei Monaten ist schon wieder Weihnachten.) Der Start des vierten Quartals lässt keine Zweifel aufkommen – 2021 neigt sich dem Ende zu. Auch die To-do-Liste der Gartenjobs liest sich herbstlich: Laub von Rasen, Dächern und aus Dachrinnen entfernen, bei sensiblen Pflanzen auf frühe Nachtfröste achten, Rückschnitt von Zweigen, die in Wege reinragen, Wassertonnen leeren, bevor die Temperaturen die null Grad erreichen … Nur ein Posten stört, und zwar ganz erheblich: Rhizome von Phyllostachys nigra ‚Henonis‘ abstechen. Normalerweise bin ich mit dem jährlichen Check-up der laufenden Bambusse im September durch (in diesem Jahr mit toller Unterstützung – DANKE, Regina!!), aber ausgerechnet eine von den zwei leptomorphen Pflanzen, die bei uns in Rhizomsperren wachsen, hat sich richtig übel ins Zeug gelegt. Eben besagter Ph. nigra ‚Henonis‘.
Wie konnte das passieren? Damit man die Sperre nicht so sieht, habe ich das Präriegras Schizachyrium scoparium drum herum gepflanzt – und offensichtlich nicht genau genug geguckt. Ganz blöder Fehler! Denn ein massives Bündel von Rhizomen hat die Tarnung genutzt und sich an der Verschlussleiste der Sperre herausgearbeitet, um dann – einmal in Freiheit – tief unter den angrenzenden Rasen zu tauchen. Und das ist ungewöhnlich, denn normalerweise laufen die Rhizome recht flach unter der Oberfläche (meist so zwei bis 20 cm), sodass man sie problemlos mit dem Spaten rausholen kann. Nicht so in diesem Fall. Bis in einen halben Meter Tiefe habe ich sie verfolgt und rausgezogen. Der Rest bleibt jetzt einfach drin, da sonst zu viele Wurzeln der umstehenden Sträucher und Bäume bei der Buddelei verletzt werden. Da die verbliebenen Rhizomstücke keine Verbindung mehr zur Mutterpflanze haben und keine energiespendende Fotosynthese ohne neue Halme leisten können, gehe ich das Risiko ein. Nicht ohne in der kommenden Austriebsaison ein sehr wachsames Auge auf mögliche noch mit letzter Speicherkraft rausgeschobene Sprossen im Rasen zu werfen.







Insbesondere um die Mittagszeit und wenn sich die Sonne zumindest irgendwie erahnen lässt, sind immer noch viele Insekten unterwegs auf Nahrungssuche. In diesem Jahr haben wir daher ein noch stärker zeitlich gestaffeltes Mähen der Wiesen ausprobiert. Und das hat sich gelohnt. Es gab eine schöne zweite Blühsaison, u. a. von Oregano, Malven, Weißen Lichtnelken, Wilden Möhren, die das Futterangebot in den Staudenbeeten gut ergänzte.
Überhaupt: die Fauna. Da konnten wir bei uns in diesem Jahr zwei ungewöhnliche Beobachtungen machen. Ich kann mich nicht erinnern, je so wenige Gemeine Wespen gesehen zu haben, und auch die willkommenen Bänder- und Weinbergschnecken machen sich rarer als sonst. Die gar nicht willkommenen Nacktschnecken hingegen bevölkern in gefühlt nie da gewesener Masse den Garten. Bisher haben wir die einfach ignoriert, da sich die Schäden an den Pflanzen in sehr vertretbaren Grenzen hielten. Auch jetzt habe ich noch keine ratzekahl runtergefressene Funkie oder ähnliches Malheur entdeckt. Aber wenn man auf Schritt und Tritt Gefahr läuft, auf eines dieser schleimigen Tiere zu treten – ein widerliches Gefühl – und nur noch mit Blick auf den Boden durch den Garten spazieren kann, nervt das schon. Also Eimer in die Hand nehmen, Schnecken einsammeln und umsiedeln. Und hoffen, dass es was bringt …




