Septemberblüten

Insbesondere um die Mittagszeit und wenn sich die Sonne zumindest irgendwie erahnen lässt, sind immer noch viele Insekten unterwegs auf Nahrungssuche. In diesem Jahr haben wir daher ein noch stärker zeitlich gestaffeltes Mähen der Wiesen ausprobiert. Und das hat sich gelohnt. Es gab eine schöne zweite Blühsaison, u. a. von Oregano, Malven, Weißen Lichtnelken, Wilden Möhren, die das Futterangebot in den Staudenbeeten gut ergänzte.

Überhaupt: die Fauna. Da konnten wir bei uns in diesem Jahr zwei ungewöhnliche Beobachtungen machen. Ich kann mich nicht erinnern, je so wenige Gemeine Wespen gesehen zu haben, und auch die willkommenen Bänder- und Weinbergschnecken machen sich rarer als sonst. Die gar nicht willkommenen Nacktschnecken hingegen bevölkern in gefühlt nie da gewesener Masse den Garten. Bisher haben wir die einfach ignoriert, da sich die Schäden an den Pflanzen in sehr vertretbaren Grenzen hielten. Auch jetzt habe ich noch keine ratzekahl runtergefressene Funkie oder ähnliches Malheur entdeckt. Aber wenn man auf Schritt und Tritt Gefahr läuft, auf eines dieser schleimigen Tiere zu treten – ein widerliches Gefühl – und nur noch mit Blick auf den Boden durch den Garten spazieren kann, nervt das schon. Also Eimer in die Hand nehmen, Schnecken einsammeln und umsiedeln. Und hoffen, dass es was bringt …

Da unsere Wiesen nicht von Rindern oder Pferden besucht werden, lassen wir etwas Jacobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) stehen. Nicht nur die Raupen des Blutbärs wissen das zu schätzen. Damit das Greiskraut nicht überhandnimmt, wird gemäht, bevor sich die Früchte mit ihren weißen Haarkränzen ausbilden und im Wind auf die Reise gehen
Zahlreiche Insekten trifft man auf den Blüten einer ebenfalls zur invasiven Ausbreitung neigenden Pflanze – der Goldrute (Solidago canadensis). Auch hier gilt: Ab und zu beherzt einige Pflanzen rausreißen, so lässt sich ein zu üppiges Auftreten einfach vermeiden. Im Hintergrund leuchten die Hagebutten von Rosa rubiginosa, der Schottischen Zaunrose
An Rosa rubiginosa und anderen Wildrosen finden sich oft Gallen von Gallwespen, hier eine Schlafapfelgalle. In ihren Kammern entwickeln sich die Larven der Wespen. Die Gallen entstehen durch Wuchsstoffe, welche die Wespenweibchen bei der Eiablage absondern
Blüht unermüdlich bis zum ersten Frost (den er nicht mag, besser frostfrei überwintern, bei uns steht er im Topf): Salvia Amistad. Der Nektar in den dunkelvioletten Lippenblüten des Ziersalbeis zieht ebenfalls viele geflügelte Gäste an
Unsere sensibleren Topfpflanzen werden bei drohenden Minusgraden alle in die Veranda verfrachtet. Auch kleinere Töpfe mit absolut frostharten Pflanzen wie Hakonechloa macra, dem wunderschönen Japanischen Berggras (vor den Hostas), ziehen sicherheitshalber um, sodass die Wurzelballen nicht durchfrieren können. Zwischen den Varianten von Grün setzen die gelbgrünen, aprikosenfarbenen und hellroten Blätter von Acer palmatum ‚Sangokaku‘ schon herbstliche Akzente. Nach dem Blattabfall ist der Fächerahorn dank seiner korallenroten Rinde ebenfalls ein echter Hingucker
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