Frühling auf Play

Keine Ahnung, bei welchem Anblick von zartem Grün es genau losging: „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus …“. Dieser Song hat sich seit ein paar Wochen ohrwurmmäßig bei mir festgesetzt. Kaum bin ich draußen im Garten, wird die Play-Taste gedrückt! Lautlos, nur in Gedanken, soweit habe ich mich schon noch unter Kontrolle. Spätromantisches Liedgut zählt nicht zu meinen musikalischen Leidenschaften, aber aus der Nummer komm ich grade nicht raus. Vielleicht ist es einfach die Freude darüber, dass die Natur nach einem gefühlt langen Winter nun endlich explodiert. Bei moderaten Temperaturen (selbst an den Eisheiligen – sonst fast Garanten für Spätfröste bei uns – waren es deutlich über null Grad) und regelmäßigen Regenschauern (bis dato schon mehr als 100 mm Niederschlag) fassten letztendlich doch alle Pflanzen den Mut, mit dem Austrieb zu beginnen.

Die Gold-Gleditschie macht ihrem Namen schon jetzt alle Ehre: Filigran zeigen sich die ersten Blättchen bei Gleditsia triacanthos ‚Sunburst‘ in herrlichem Goldgrün
Junges Laub von Juglans regia changiert im Gegenlicht. Sollte es in diesem Jahr tatsächlich klappen, dass die männlichen und weiblichen Blüten der Walnuss ohne Frostschaden davonkommen? Zurzeit sieht es so aus und nährt die Hoffnung auf eine gute Nussernte
Fast ein Synonym für Frühling: helles Birkengrün, hier von Betula pendula
Hübsch gelockt präsentieren die Sumpfeichen (Quercus palustris) ihre frischen Blätter
Kräftig dunkelrot im Austrieb zieht Fagus sylvatica ‚Purpurea‘ die Blicke auf sich
Der Regen sorgte immer wieder für schöne Lichteffekte: Kleine Tropfen zieren die feinen Halme des Fallsamengrases (Sporobolus heterolepis) nach einem kräftigen Schauer. An den glatten dicken Blättern von Hylotelephium ‚Herbstfreude‘ läuft das Wasser einfach ab
Tolle Wassertropfen-Sammler sind auch die gefingerten Blätter der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus). Die kräftige Staude wird mit ihren großen Blütentrauben in den kommenden Wochen das Bild in einigen Bereichen unserer sonnigen Wiesen bestimmen
In den Schattenbeeten hingegen fühlt sich Tellima grandiflora bei uns richtig wohl. Die Falsche Alraunwurzel sät sich reichlich selbst aus und besiedelt so jedes Fleckchen freie Erde, das sie findet
Ebenfalls willig versamt sich Carex pendula, wenn man sie lässt. Im Halbschatten an unserem kleinen Teich bieten die wintergrünen Horste der Riesen-Segge – neben Totholzstapeln – Fröschen, Kröten und anderen Tieren gute Versteckmöglichkeiten
Während die meisten Pflanzen in ihrer Entwicklung in diesem Jahr etwas später dran sind, blüht Carex pendula 2021 erstaunlich früh. An den männlichen und weiblichen Blütenähren haben sich die Staubbeutel schon walzenförmig aufgeplustert und sind hoch motiviert, für Nachwuchs zu sorgen
Neu angesiedelt hat sich das zweijährige Gewöhnliche Barbarakraut (Barbarea vulgaris), dessen Blätter man als Salat oder Gemüse genießen kann. Die Pflanze ist auch unter dem Namen Winterkresse bekannt, man ahnt, warum: Die kresseähnlich schmeckenden Blätter lassen sich bis in den Winter hinein ernten. Werden wir versuchen
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