Bienen, Blüten und mehr

Sommerliche Wärme (wenn man mal von den letzten Tagen absieht …) und regelmäßiger Regen ließen alles Grün in den vergangenen Wochen üppig wachsen und gedeihen. Die Gießkanne kam höchstens mal bei einigen durstigen Topfkandidaten wie Dahlien, Hortensien oder Sommerflieder zum Einsatz – sehr entspannend.

Viele Pflanzen stehen jetzt im Zenit ihrer Blüte. Kaum lässt sich die Sonne blicken, steigt die Frequenz der geflügelten Besucher und man ist umgeben von einem emsigen Geflatter, Gebrumme und Gesurre. Das freut, denn schließlich haben wir den Garten ja nicht nur als Oase für uns, sondern auch als Refugium für möglichst viele verschiedene – kleine und große – Vertreter der Fauna angelegt: Totholzstapel und andere ungestörte – und kaum durchdringliche – Rückzugsecken gehören ebenso zum Angebot wie diverse Nistkästen (inklusive Kauznistkasten), Brennnesselstauden, ein 12-Monate-Blüten-Service, mehrmals täglich aufgefüllte Bade- und Trinkschalen oder ein breites Portfolio an leckeren früchtetragenden Pflanzen. Zugegeben: Auf die Inanspruchnahme durch Wildschweine (lecker, Eicheln!) kann man getrost verzichten, aber Füchse, die heruntergefallene Zwetschgen naschen, sind einfach putzig.

Für kleinere Gäste: Als Insektenmagnet hat sich Agastache ‚Black Adder’ inzwischen gut etabliert

Mit seiner großen Anzahl an Blüten gehört auch der Salbei zu den begehrten Nahrungsquellen, hier eine Biene an Salvia nemorosa ‚Blauhügel’

Besonders die Erdhummeln lieben die Schmetterlingsblüten des Asiatischen Gelbholzes (Maackia amurensis)

Klassiker unter den insektenfreundlichen Gehölzen: der Sommerflieder. An Buddleja davidii ‚Pink delight’ labt sich eine Wespe

Ein hübscher geflügelter Besucher ist die Gemeine Waldschwebfliege (Volucella pellucens), die eine besondere Vorliebe für weiße Blüten hat – wie sie hier auf Astrantia major subsp. involucrata ‚Shaggy’ unter Beweis stellt

Ohne Flügel: Diese reizende kleine Schnecke entdeckte ich beim Umtopfen. Vermutlich eine Schließmundschnecke, aber welche Art genau?

Zu den Dauerbrennern bei den Insekten zählt Origanum vulgare – auch wenn auf diesem Bild gerade keine so richtig zu sehen sind

Im Blogpost vom Juni hatten wir es ja schon angedeutet: Gelb wird langsam wieder präsenter auf der Blütenpalette. Die blau-roten Farbtupfer im gelben Hypericum-maculatum-Meer steuern Origanum vulgare, Vicia cracca und Silene coronaria (von vorne nach hinten) bei. Allesamt stehen sie hoch in der Gunst bei unseren kleinen geflügelten Freunden (die Samen der Gewöhnlichen Vogel-Wicke auch bei den größeren)

Und noch mal zum Thema Gelb: Neu angesiedelt hat sich im Wilden Garten die attraktive Färberkamille (Anthemis tinctoria)

Der Blütenkopf ist ohne die Zungenblüten ebenfalls eine skulpturale Zier

Ganz ohne Grasporträt geht es natürlich nicht: Melica ciliata im Gegenlicht

Letzter Versuch für Echinacea purpurea bei uns – und das auch nur, weil sie von einer lieben Freundin geschenkt wurde. Der Scheinsonnenhut fühlt sich in unserem Garten leider nicht wirklich wohl und ist sehr kurzlebig

Richtig wohl hingegen fühlt sich Achillea millefolium: Verschiedenfarbige Sorten haben sich in der Wiese ausgebreitet

Noch nicht voll erblüht und schon wunderschön: Crocosmia ‚Lucifer’

Sieht auch beinahe wie eine Blüte aus: der Neuaustrieb von Cotinus coggygria ‚Grace’

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Rot und Blau

Ende Mai kündigt sich bei uns im Wilden Garten alljährlich ein Wechsel an: Während im Frühling und Spätsommer/Herbst die Farbe Gelb die Blütenbühne ziemlich dominiert, wird das saftige Grün im Juni an vielen Stellen von einer Palette an Rot- und Blautönen unterbrochen. Lupinen, Spieren, Akelei, Salbei, Katzenminzen, Malven, Glockenblumen, Mohn, Storchschnabel, Wiesenknöpfe, Monarden, Witwenblumen und natürlich die Rosen – sie alle sorgen dafür, dass Gelb und Weiß optisch in die zweite Reihe treten.

Zwischen den Nuancen von Grün bleibt das Auge an dem tiefen Blauviolett der verschiedenen Sorten von Salvia nemorosa und Salvia argentea hängen. Dahinter scheint das Sonnenlicht durch die zarten Blütenblätter von Geranium himalayense ‚Gravetye’. Und Spirae billardii ‚Triumphans’ liefert ein kräftiges Rosa dazu

In unseren Wiesen – und in manch anderer Ecke – hat sich Campanula persicifolia wunderbar ausgebreitet. Die Glockenblumen sind mit ihren großen Blütentrauben wahre Eyecatcher und dürfen sich daher fast überall niederlassen. Hier vorwitzig inmitten eines Viburnum plicatum

Auch der Klatsch-Mohn findet bei uns angenehme Wachstumsbedingungen

Sehr zur Freude vieler Fluginsekten, die sich an den Blütenpollen laben

Stimmungsvoller Anblick: die Wiesen im Gegenlicht. Hatten wir schon mehrfach – gehört aber einfach zum Juni

Blüten, über die man sich nicht wirklich freut, produziert Phyllostachys propinqua nun bereits im dritten Jahr. Da es sich um eine Vollblüte handelt, erschöpft es die Pflanze zusehends

Dennoch hat dieser Ausläufer bildende Bambus nach wie vor genügend Kraft, in seine leptomorphen Rhizome und in neue Halme zu investieren. Ein Versuch, sein Überleben zu sichern – hier allerdings auf „verbotenem“ Terrain

Also kommen Spaten und Astschere zum Einsatz. Die alten blühenden Halme haben nur noch wenige Blätter und leider gibt es kaum Neuaustrieb am gewünschten Standort – so ist die Pflanze nicht gerade eine Zier. Was tun? Kompletter Rückschnitt der blühenden Halme und auf die Regenerationskräfte, sprich Nährstoffe in den Rhizomen setzen und mit Dünger unterstützen? Oder die ganze Pflanze roden? Kein angenehmer Gedanke …

Ein Blick auf die hellrosa Blütenwolke von ‚Paul’s Himalayan Musk’ mit ihrem opulenten Duft hellt die Stimmung wieder auf. Die Ramblerrose im Birnenbaum trägt zusammen mit ihrer Kollegin ‚New Dawn’ an der Garage einen unüberseh- und riechbaren Anteil zum rot-blauen Junigarten bei

Schon Ende des Monats aber verändert sich das Bild langsam: Das sich öffnende gelbe Meer von Hypericum maculatum gibt einen Vorgeschmack darauf, dass einige Hauptrollen auf der Blütenbühne – zum Beispiel mit Solidago und Helianthus – bald wieder fest in „gelber Hand“ sind

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Frühlings-Sommer

Zweimal leichter Nachtfrost – weitere Unannehmlichkeiten hatte der Mai nicht zu bieten. Im Gegenteil: Seit Mitte des Monats wähnen wir uns eher im vorgezogenen Hochsommer. Gießeinlagen inklusive. Die hellen langen Abende erlauben es glücklicherweise, anstrengende Arbeiten in die kühleren Stunden zu verlegen. Und sie führen regelmäßig dazu, dass man immer zu spät ins Bett kommt – draußen auf der Gartenbank oder auf dem Liegestuhl ist es einfach zu herrlich. Den Blick schweifen lassen, die Vögel bei ihrer eifrigen Futtersuche für den unersättlichen Nachwuchs beobachten, ihren Abendgesängen lauschen (ab und an unterbrochen vom „Bellen“ eines jungen Rehbocks) und den gehaltvollen Duft der Abendluft in sich einsaugen. Auch das gehört zum genussvollen Gärtnern.

Die erste große Runde der Löwenzahnblüte ist durch

Die hübschen kugeligen Fruchtstände beleben die Wiesenareale mit den nun ebenfalls verblühten Narzissen

Im April-Post hatten wir schon freudig die Ausbreitung der Feld-Hainsimse begrüßt – jetzt gesellen sich noch die Blüten des Wiesenschaumkrauts dazu

Und in die Rasenflächen – bei uns ohnehin alles andere als reine Monokulturen – wandern immer mehr „Beetbewohner“ ein: Besonders Salvia- und Origanum-Arten fühlen sich hier wohl. Das Ganze sieht nicht nur schön aus, es bietet beim Mähen auch ein köstliches Dufterlebnis

Bleiben wir noch etwas in den Wiesen: Hier setzt der Gamander-Ehrenpreis kräftig blaue Akzente

Einen Bereich der Wiesen haben sich unsere Vielblättrigen Lupinen erobert. Im Hintergrund gewinnt die Gehölzborder als Windschutz langsam an Kontur

Die Wärme – gepaart mit ausreichend Feuchtigkeit – befeuert den Start des Austriebs bei den Phyllostachys-Arten. Zu den frühesten Kandidaten zählt bei uns Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis’

Die Ausläufer der leptomorphen Bambusarten müssen regelmäßig im Zaum gehalten werden (siehe oben: anstrengende Arbeiten, nur bei Temperaturen unter 25 Grad zu empfehlen!) und verlangen nach äußerst robustem Werkzeug. Diese Rhizome von Ph. vivax ‚Huangwenzhu’ waren leider aus dem definierten Gebiet ausgebüxt

Bei den warmen Temperaturen startet dann auch Juglans regia mit ihrem späten Laubaustrieb. Die selbstgezogene Walnuss zeigt mit ihren 13 Jahren schon eine recht stolze Präsenz auf der Wiese

Jedes Frühjahr begeistert mich die frische Blattmasse der verschiedenen Hosta-Sorten (solange sie nicht von Spätfrösten heimgesucht wurden). Kultiviert man die Pflanzen in Töpfen, lassen sie sich nicht nur einfacher vor Schneckenfraß schützen, sondern als „mobiles“ Grün auch immer wieder in neuen Arrangements in Szene setzen

Ein weiterer Frühlingsfavorit bei uns sind die Aquilegias. Wir erlauben den unterschiedlichen Arten und Sorten, sich selbst auszusäen – und sind immer wieder überrascht, welche Variationen auftreten

Ganz vorne dabei beim Thema „Schöner Austrieb“ sind natürlich die Farne (das wäre sogar mal einen eigenen Post wert!): Ein echter Hingucker ist Dryopteris purpurella mit seinen frischen roten Wedeln. Dahinter steht Polystichum aculeatum

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April, April …

Das war die spontane Eingebung für die Überschrift unseres Posts in diesem Monat. Und ehrlich gesagt: Eine passendere gibt es auch kaum. Nachdem der März uns – und die Pflanzen – ja schon mit teils sommerlichen Temperaturen verwöhnt hatte, machte der April dem alten Sprichwort alle Ehre und machte täglich, was er wollte. Das hieß bei uns in der Nordheide: Wieder mal tüchtig viel Wind mit Sturmböen, regelmäßig Nachtfrost und fast täglich ein Mix aus Sonne, Wolken, Regen, plus ab und an Graupelschauer mit seltenen Schneeflockeneinlagen. Das bekam bei uns im Garten nicht allen Pflanzen gut (nur den Regen haben alle goutiert). Sensible Kandidaten im Topf wurden regelmäßig rein und raus getragen, Eimer über kleinere Schätzchen im Beet gestülpt (reicht leider auch nicht immer aus) und Vliese drapiert. Aber größeren Gewächsen kann man ab einem gewissen Punkt nicht mehr – bzw. nur noch mit exorbitantem Aufwand – helfen. Also: Augen zu und durch. Und auf die regenerative Energie des meisten Grüns setzen.

Überall in der Nachbarschaft sind die weißen Blütenwolken der Schlehen deutlich früher zu sehen, als bei uns. Dafür erfreut uns Prunus spinosa dann umso länger damit

Ein Neuzugang bei uns ist Lonicera caerulea var. kamtschatica, die Kamtschatka-Heckenkirsche. Die ersten Beerenansätze (nicht im Bild) sind bereits zu sehen. Sie reifen schon im Mai/Juni. Daher hat sich auch der Name Maibeere eingebürgert

Frühe weiße Blütenfülle schenkt uns Amelanchier lamarckii – immer wieder ein schöner Anblick

Kein schöner Anblick: die zum Teil erfrorenen Blätter von Ceridiphyllum japonicum. Dem Katsurabaum wird hier regelmäßig sein früher Austrieb zum Verhängnis. So sehr man sich über den leckeren Lebkuchengeruch freut, der den fallenden Blättern nach dem ersten Frost im Herbst/Winter entströmt – hat man diesen Duft im Frühjahr in der Nase, weiß man, noch bevor man das Elend sieht, was die Stunde geschlagen hat …

Dieser Duft hingegen versüßt einem die kalte Jahreszeit bis in den Frühling: Lonicera x purpusii blüht manchmal den ganzen Winter durch. Den Insekten sind die zeitigen Blüten ebenfalls sehr willkommen

Auch kein schöner Anblick: einige Halme von Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu’ haben sich in die Waagerechte begeben. Was ist da los? Reichten die stürmischen Böen aus, sie halb aus dem Rhizom zu brechen oder haben da noch andere nachgeholfen? Wühlmäuse haben im Wilden Garten schon drei Bambusse auf dem Gewissen. Hier sieht es allerdings so aus, als seien sie unschuldig

Beim Blick auf die Wiese zaubern einem dann aber die reizenden Blüten der Feld-Hainsimse doch wieder ein Lächeln auf die Lippen. Die Bestände von Luzula campestris breiten sich durch unterirdische Ausläufer immer weiter aus. Womit ein Bogen zu den leptomorphen Bambusarten geschlagen wäre

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5 Gärten in den Niederlanden, die gerade im Frühling einen Besuch lohnen

Wir haben in den vergangenen Jahren mit großem Spaß viele Gärten und Gärtnereien in den Niederlanden besucht. Unsere Favoriten für einen Frühlingstrip möchten wir hier mit Euch teilen.

Die Niederlande im Frühling – das heißt natürlich Tulpen, aber eben bei Weitem (!) nicht nur Tulpen.

Keukenhof

Einmal (im Gärtnerleben) sollte man eintauchen in diesen unvergleichlichen Farbenrausch. Der Keukenhof ist ein echtes Geophyten-Spektakel – rund 7 Millionen Blumenzwiebeln machen es möglich. Es ist bunt-bunt-bunt, es ist überbordend, es ist überwältigend – und es ist wirklich voll! Etwa 800.000 Besucher kommen jedes Jahr nach Lisse in die Provinz Südholland, um diese Tulpenfülle und ihre explosiven Farbspiele zu bestaunen – je nach Wetterlage zwischen Mitte März und Ende Mai.

Wahrscheinlich eines der häufigsten Fotomotive: die Windmühle (Aussichtsplattform) des Keukenhofs mit den viel bewunderten in Streifen angeordneten Tulpenbeeten außerhalb des Gartengeländes

Tulpenbeete im Keukenhof: mal knallig

Mal fein abgestimmt

Immer wieder gibt es auch Raritäten zu bewundern: hier Tulipa acuminata

 

Jac. P. Thijssepark

 Ein echter Kontrast zum Touristenmagnet Keukenhof ist der Jac. P. Thijssepark  in Amstelveen (Provinz Nordholland). Hier trifft man lediglich auf vereinzelte Spaziergänger, die dieses Kleinod naturnahen Grüns genießen. Erstaunlich! Ist doch der Thijssepark im Fühling für uns eines der bezauberndsten Beispiele für detailverliebt und gekonnt natürlich gestalteten öffentlichen Raum: An stillen Wasserläufen findet sich eine Vielzahl fein komponierter ausschließlich einheimischer Pflanzenfamilien, die aber so selbstverständlich daherkommen, als hätte die Natur selbst sie geschaffen. Ein unaufgeregtes, wohltuendes Eintauchen in einen beeindruckenden Pflanzenkosmos. Freunde naturnaher Gärten sollten einen Besuch unbedingt einplanen. Wir haben diesen Ausflugstipp übrigens in der Gardens Illustrated gefunden. Er stammt von Hans Kramer (Besitzer der Gärtnerei De Hessenhof  in Ede, einer biologischen Gärtnerei in der Nähe des Kröller-Müller-Nationalparks, die ebenfalls auf jeden Fall einen Besuch wert ist) – und wir können seinen Tipp nur mit Begeisterung weitergeben!

Stille Wasserläufe im Jac P. Thijssepark

Schlüsselblumen in „freier Wildbahn“

Naturnahe Wiesen im Frühling

Frühling ohne „Bluebells“? Geht nicht!

Verträumte Ecken im weitläufigen Park

 

Kwekerij De Kleine Plantage

Apropos Gärtnereien – dass es in Holland viele gute Gärtnereien gibt, ist hinlänglich bekannt. Einige dieser herausragenden Pflanzenoasen locken aber nicht nur mit ihrem tollen Pflanzenangebot, sondern auch mit ihren wirklich schönen Gartenanlagen. Eine davon ist De Kleine Plantage in Eenrum in der Provinz Groningen. Die Gärtnerei hat sich auf Stauden, Einjährige, Rosen und Clematis spezialisiert. Der angrenzende Garten ist für Besucher geöffnet und absolut sehenswert. Hier kann man viele der Mutterpflanzen bewundern, deren Nachkommen in der Kleinen Plantage angeboten werden. Eine Gärtnerei und ein Garten für echte Pflanzenliebhaber. Besonders Freunde von Schattenpflanzen kommen hier auch auf ihre Kosten.

Ein Teil der großzügigen Gartenanlage der Kleinen Plantage. Die von Hecken beschützten Gartenräume beherbergen u. a. die Beete für die Mutterpflanzen

Ein Frühjahrsbeet in der Kleinen Plantage

Junge Hostas, schön arrangiert – im Hintergrund Rankhilfen

Blick in die Gärtnerei – hinten der großzügige Bereich für die Schattenpflanzen

 

Tuingoed Foltz

Eine ganz besondere Gärtnerei ist für uns Tuingoed Foltz in Meeden (Provinz Groningen). Nicht nur, dass wir auf dem Pflanzenmarkt in Kiekeberg, wo Foltz (wie auch De Kleine Plantage) erfreulicherweise immer vertreten ist, einige sich in unserem Garten fantastisch entwickelnde Salbeipflanzen erstanden haben, auch die Gärtnerei und der Garten sind besuchenswert. Letzterer beherbergt die Nationale Sammlung der Niederlande von Salvia und Echinacea. Foltz ist zudem spezialisiert auf ungewöhnliche Schattenpflanzen. Gräser stehen hier ebenfalls im Fokus. Ein Besuch lohnt also das ganze Jahr, nicht nur im Frühling. Um diese Jahreszeit überzeugt aber das an die Gärtnerei angrenzende „Het Achterland“ durch frisches Grün mit eingearbeiteten ornamentalen Akzenten und Kunst im Raum.

Schnitt-Ornamente im Weideland

Kunst im Garten

Tuingoed Foltz

Ein Hingucker: das Areal für die Schattenpflanzen

 

Villa Augustus

Man kann sich das vielleicht so vorstellen: Ein Gärtner, ein Koch, ein Hotelier und ein Künstler sitzen zusammen und lassen ihre Gedanken in die Wolken fliegen. Was daraus entstehen könnte, muss wohl so etwas sein wie die Villa Augustus in Dordrecht. Kaum einzuordnen; ein Ort, der uns zutiefst berührt und erfreut hat. Aber wie beschreibt man das nun? Die Villa Augustus ist ein Hotel (in einem alten umgebauten Wasserturm, mit künstlerischer Detailfreude gestaltete Zimmer, natürlich ist jedes anders), ein Restaurant (das leckeres Essen serviert und sein Gemüse aus dem großen, wunderschönen Gemüsegarten vor dem Hotel bezieht. Sitzt man auf der Restaurantterrasse, kann man den Köchen beim Ernten und Gärtnern bei der Arbeit zusehen) und ein Markt (hier gibt es die Produkte des biologisch betriebenen Gemüsegartens, der eigenen Bäckerei sowie viele andere köstliche Lebensmittel, Bücher, Küchenutensilien und mehr. Man kann gemütlich bummeln und staunen, in jeder Ecke wartet eine Überraschung). Wir finden: Ein ganz besonderer Platz, zu dem wir immer wieder gerne zurückkehren.

Die Villa Augustus – und ihr beeindruckend schöner Gemüsegarten, links im Frühjahr, rechts im Herbst

Blick von oben in die andere Richtung: der mediterrane Garten mit seinen Formschnittgehölzen

Der Markt: ein Kleinod für Foodies und Pflanzenliebhaber

Unverzichtbar und von Anfang an dabei: Gartenkater Julius (was für einen Namen sollte er denn hier sonst tragen?), der sich sein Zuhause im Gemüsegarten selbst ausgesucht hat. Gut gemacht, Julius.

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Blick zurück

Wie jedes Jahr um diese Zeit, gibt es unseren kleinen Rückblick auf die schönsten Gartenmomente des vergangenen Jahres.

Hier gehts direkt zur Bildergalerie. Viel Spaß damit!

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Nassschnee

Seit Wochen liegt bei uns im Wilden Garten Schnee. Eigentlich eine schöne Sache. Aber: In diesem Fall kam die weiße Pracht nicht in locker-luftigen Flocken daher. Stattdessen legte sie sich richtig dick und schwer aufs Grün – gar nicht gut für Phyllostachys … Während die nicht so hochwachsenden Bambusarten wie Fargesia, Pseudosasa oder Sasa genügend Halmelastizität aufwiesen, war das Gewicht für die höheren Phyllostachysarten teilweise einfach zu viel. Auf ihren Blättermassen sammelten sich solche Mengen an Nassschnee, dass es zum Bruch kam.

Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘ und Ph. humilis gehen unter dem Nassschnee in die Knie. Normalerweise kein Problem. Taut der Schnee, richten sich die Halme wieder auf

Aber diesmal wog die Schneelast zu schwer und bei Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘ brachen zwei Halme

Solider Splitterbruch: Hier reichte die sprichwörtliche Flexibilität der Bambushalme nicht aus

Bei Ph. vivax ‚Huangwenzhu‘ lag die Schwachstelle weiter unten: Der Halm wurde schlicht aus dem Rhizom gerissen

Nicht nur die Bambusse hatten unter der weißen Last zu leiden: Auch in den Staudenbeeten wurden die Strukturen deutlich unansehnlicher – Astern, Phlox, Gelenkblumen und andere konnten dem Schnee nicht standhalten. Absolutes Novum: Selbst der bisher immer standfeste Wasserdost knickte um

Sonst auch nicht so leicht unterzukriegen: Miscanthus sinensis ‚Malepartus‘

Heute setzt nun endlich Tauwetter ein. Schauen wir, was unter dem Schnee wieder hochkommt.

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Dezemberausklang

Kaum Zeit für den Garten im Dezember. Für gute Fotos fehlte neben der Zeit meist auch noch das Licht. Daher zum Jahresende nur eine kleine Auswahl an winterlichen Impressionen und die besten Wünsche für ein glückliches Gartenjahr 2017!

Sich ablösende Rinde bei Betula utilis var. jaquemontii im Gegenlicht

Wie in Zuckerguss getaucht wirken die Fruchtstände von Betula utilis var. jaquemontii nach einer frostigen Nacht

Kristalliner Glanz verzaubert auch Sporobolus heterolepsis

Immer wieder schön: Raureif arbeitet die Strukturen der Gräser und Stauden heraus

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Novembermorgen

Temperaturen im Minusbereich und immer wieder minutenlang Sonne – da lohnt ein früher Rundgang durch den Garten. Also Jacke an, Schreibtisch kurz ausblenden und neugierig schauen, was die frostige Nacht so angerichtet hat. Eingeschlagen wird auch diesmal DIE obligate Route, klar.

Stieleichen und amerikanische Roteichen haben sich am alten Obsthof schon zu recht stattlicher Größe entwickelt. Sehr zur Freude der Vögel, der Eichhörnchen und anderer Tiere, welche die Bäume als Brutplatz, Nahrungsquelle und zum Schutz vor Wind und Wetter nutzen

Die großen Laubbäume spenden dort tüchtig Schatten – kein optimaler Standort mehr für Zwetschgen und Äpfel. Aber die in die Jahre gekommenen Obstbäume tragen dennoch überraschend üppig

Schattenspiel an Miscanthus x giganteus

Hakonechloa macra ist ein Gewinn für jeden Garten. Ob im Topf oder im Beet: Dieses wunderschöne Gras bleibt bis weit in den Winter hinein ein attraktiver Hingucker mit seinen sich kaskadenartig ergießenden Blättern und zarten Blütenständen. Neben der reinen Art mit grünem Laub (wie hier im Bild) sind verschiedene Sorten im Handel, u. a. mit goldgelben Blättern oder gelbgrün gesteift

Hopfen (Humulus lupulus) eignet sich bestens zur schnellen Begrünung von Mauern und Zäunen etc. Er treibt jährlich neu aus, die vertrockneten Alttriebe sollte man zurückschneiden. Es sei denn, es ist ein dichtes Dickicht gewünscht. An unserer Garage gibt er sich auch mit sehr wenig Sonne zufrieden und gedeiht prächtig. So prächtig, dass man seinen Ausbreitungsdrang alljährlich etwas bändigen muss

Die herzförmigen Blätter von Cercis canadensis ‚Forest Pansy’ leuchten jetzt in den verschiedensten Orange- und Rottönen – was besonders vor dem gelbgrünen Laub der Stieleiche gut zur Wirkung kommt

Zu den beeindruckendsten Herbstfärbern zählen auch viele Berberitzen, hier Berberis thunbergii ‚Harlequin’

Der Raureif akzentuiert nicht nur die Blätter von Cotinus coggygria ‚Royal Purple’ – auch die filigranen, perückenartigen Fruchtstände, denen der Perückenstrauch seinen Namen verdankt, werden durch den Frost verzaubert

Das Laub von Cotinus coggygria ‚Grace’ färbt heller scharlachrot bis orange

Und noch mehr Rottöne: Quercus palustris

Die Stars dieses Raureifgemäldes sind (v. l. n. r.) Spirae billardii ‚Triumphans’, Calamagrostis brachytricha, Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’ und Panicum virgatum ‚Shenandoah’. Alleine wegen solcher Bilder findet bei uns der Staudenrückschnitt immer erst Ende Februar statt

Und dann heute Morgen das: Der erste Schnee der Saison verwandelt die Gartenlandschaft auf ein Neues. Blick in den Kreuzgarten …

… und auf den Bambus vor den Fichten. Beide Aufnahmen aus der warmen Bibliothek heraus – fernab DER Route

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Doch noch Herbst

Ewig konnte das ja nicht so weitergehen mit dem Spätsommer. Schade eigentlich … Spätestens die langsam kürzer werdenden Tage – und der erste Frost! – erinnern unerbittlich daran, dass wir im Herbst angekommen sind. Und der Garten auch.

Allen voran die prägnanten Herbstfärber lassen keinen Zweifel aufkommen: Cercis canadensis ‚Forest Pansy’ wartet bereits mit seiner typischen Palette von Ocker- und Braunrottönen auf – hier und da noch durch grüne Blätter aufgelockert

Ein fantastisches Farbspiel beginnt bei Viburnum plicatum

Ihren Beitrag zum herbstlichen Farbenrausch leisten auch Euonymus alatus (vorne links) – als einer der ersten – und Rhus typhina. Dazwischen steuert der Sanddorn Hippophae rhamnoides ‚Vitaminhochzeit’ neben Grün etwas Gelborange in Fruchtform bei

Herrlich sind die Tage, an denen der köstliche Lebkuchenduft der Blätter des Katsurabaums (Cercidiphyllum japonicum) nach dem ersten Frost durch den Garten strömt. Im Hintergrund korrespondiert das satte Gelborange der Zweige der Dotterweide Salix alba ‚Vitellina’ mit dem Goldgelb der Katsurabaumblätter

Setzt das ganze Jahr über einen tief schwarzroten Akzent im Garten: Cotinus coggygria ‚Royal Purple’

Der schwarze Akzent hier ist Nachbarkatze „Mimi“. Auf gemähten Wiesen lässt es sich einfach bequemer Mausen. Wieder haben wir es in diesem Jahr nur einmal geschafft mit dem Schnitt. Und natürlich nicht im schön trockenen September, sondern erst Anfang Oktober, als alles so richtig feucht war und daniederlag. Das brachte trotz Motorsense und Balkenmäher keinen wirklichen Spaß – und das Zusammenrechen der nassen Haufen danach auch nicht. Also wieder eisernen Vorsatz fürs nächste Jahr gefasst: zweimal mähen. Ob’s klappt?

Bambus kam in diesem Jahr bisher im Blog eindeutig zu kurz. Nach dem zweiten milden Winter in Folge und nach acht Standjahren hat sich Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu’ wirklich etabliert und schiebt schöne kräftige, hohe Halme. Phyllostachys parvifolia (links) – im selben Jahr gepflanzt – kann da nicht mithalten. Jetzt gilt es, langsam das jeweils endgültige Terrain für die Pflanzen zu definieren, die bisher durch Abstechen der Rhizome in Schach gehalten werden

Herbstlicht fällt durch die Stieleichen und Bergahorne im Hintergrund und setzt Miscanthus sinensis ‚Variegatus’ in Szene

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