Der Diskussionspunkt: die Ackerkratzdistel – schön oder nicht?

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Der Reiz von gemeinhin als Unkraut eingestuften Pflanzen ist für naturnahe Gärten nicht zu unterschätzen. Gerade durch sie entstehen oft die faszinierendsten Gartenakzente. So sind in unserem Garten Wilde Möhren (Daucus carota) inzwischen unverzichtbar geworden. Auch in diesem Jahr breiten sie sich besonders im Wilden Garten wieder tüchtig aus. Hinzu kommt, dass sie inzwischen sogar das eine oder andere ansonsten (meist) gepflegte Staudenbeet erobern – dies lässt eine durchaus gewünschte kleine rebellische Note entstehen, die, wenn sie nicht überhandnimmt, eine zarte blühende Verbindung zwischen dem Staudengarten am Haus und den Wilden Wiesen schafft. Das ist sozusagen unser Erfolgsmodell „Unkraut“.

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Daucus carota – eine Woge an Blüten im Wilden Garten

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Daucus carota – zarte, eingewanderte Tupfer im Staudenbeet

Aber nun ist ein anderes, fast immer als Unkraut im schlimmsten Sinne tituliertes Pflänzchen in unseren Fokus gerückt: die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense). Bei Insekten ein wahrlich begehrtes Objekt. Schön sah es aus, als im Frühsommer all die Schmetterlinge über den Wilden Wiesen flatterten. Jetzt blühen dort nur noch wenige Distelexemplare in bezaubernd sanftem Lila – auch sie nach wie vor ein wahrer Insektenmagnet.

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Cirsium arvense – ein wahrer Insektenmagnet

Bisher haben wir die Ackerkratzdistel im Wilden Garten geduldet. Aber nun wollen wir die Wiesen abmagern, um in den kommenden Jahren noch mehr Artenvielfalt und Blühpower zu schaffen. Was also mit der Ackerkratzdistel tun?

Einmal im Jahr einfach mit abmähen. Klar. Doch eigentlich planen wir, die beiden großen Wiesenflächen immer erst im Herbst zu mähen, damit wir möglichst lange den Anblick wogender Gräser und Blüten genießen können.

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Die Wilden Wiesen im nordwestlichen Garten

Aber im Moment (die Wiesen sind ja qua Entschluss, siehe oben, noch nicht gemäht) tut die Distel genau das, was alle an ihr fürchten: Sie schickt ihre Samen in den Wind …

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Gefürchtet: die Samen der Ackerkratzdistel

… und breitet sich damit noch weiter aus. Aber genau das hat sie in einigen Bereichen der Wiesen durch ihre Wurzelausläufer schon mehr als genug getan – wie man sieht:

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Schön oder nicht?

Das schafft Diskussionspotenzial: Weg damit oder nicht? Das Problem: Die eine findet es schön, die andere nicht. Glücklicherweise haben wir zwei Wiesen. Schließlich ist unser Garten ja auch so etwas wie ein Experimentierfeld. Nun wird die eine Fläche also ab nächstes Jahr ackerkratzdistelfrei gehalten – eine Menge Aufwand: Hier hilft nur mehrmaliges frühes Ausstechen der Pflanzen über Jahre. Die andere Wiese darf weiter Ackerkratzdisteln beherbergen. Da die Samen der Ackerkratzdistel offene Erde bevorzugen, um sich  anzusiedeln, haben wir vielleicht eine Chance, dass der Plan mit den beiden Flächen – eine mit, eine ohne – aufgehen könnte. Schaun wir mal. Wir sind gespannt …

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Hitze, Sturm und tüchtig Regen

DSC_0583Hochsommer – ein Juli-Start mit 30 Grad, raufarbeiten auf 37 Grad, rekordverdächtig für die Nordheide. Nun sind wir bei weniger sommerlichen 16 Grad plus Sturmböen angelangt, die bisher zum Glück keinen großen Schaden im Wilden Garten angerichtet haben. In Kombination mit ordentlichen Regenschauern kommt da jetzt ab und an schon leichtes Herbstfeeling auf … Aber ein Blick in die Beete genügt und die melancholische Anwandlung ist wie weggeblasen: Denn die Spätsommer-Stauden stehen kurz vor dem Aufblühen und auch der Temperaturtrend geht wieder nach oben. Das verspricht hoffentlich noch einige lauschige Abende im blühenden Grün.

Unser Garten hat das Rauf und Runter erstaunlich gleichmütig weggesteckt. Nur die Rosen konnten dem nicht standhalten: Sturm und Regen verwandelten nach nur wenigen Tagen die Rambler-Blütenwolken im Obstbaum und an der Garagenwand in zartrosa Teppiche auf Rasen und Stein. Anderen hingegen schienen die Böen gar nichts auszumachen, zum Beispiel unseren erst im Frühjahr 2014 gepflanzten Monarden.

Monarda fistulosa-Hybride ‚Prärienacht‘

Die haben sich inzwischen kräftig ausgebreitet und machen auch nach richtigem Schietwetter noch einen standfesten Eindruck. Wir haben die charmanten Indianernesseln inzwischen richtig lieb gewonnen – zumal sie bisher ihre gute Mehltauresistenz unter Beweis stellen. Hoffen wir, dass das weiterhin so bleibt. Dann werden wir neben ‚Prärienacht‘, ‚Jacob Cline‘, ‚Pummel‘ und ‚Marshall’s Delight‘ sicher noch andere Sorten probieren.

Gaillardia grandiflora ‚Kobold‘ und Knautia macedonica verbreiten sich üppig in den Beeten

Ungewöhnlich langlebig präsentieren sich die großblumigen Kokardenblumen Gaillardia x  grandiflora bei uns und halten dabei sogar den wüchsigen und unverwüstlichen Knautia macedonica stand, die sich zudem noch reichlich versamen – was wir zulassen.

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Helenium ‚Sahin’s Early Flowerer‘ eingerahmt von Melica ciliata, Monarda ‚Jacob Cline‘ und Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm‘

Die Blühsaison bei den Sonnenbräuten läutet – der Name verrät es schon – wie immer Helenium ‚Sahin’s Early Flowerer‘ ein.

Helenium ‚El Dorado‘

Die Korbblütler erfreuen nicht nur uns mit ihren kräftigen Farbakzenten, sie stehen auch bei vielen Insekten ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Hier sieht man Biene und Hummel auf Helenium ‚El Dorado‘.

Typha minima vor Miscanthus sinensis ‚Variegatus‘

Ebenfalls standfest: die Blütenstände der reizenden Zwerg-Rohrkolben. Typha minima fühlt sich bei uns seit Jahren in einem großen Kübel wohl. Und erinnert uns täglich an das ausstehende Projekt „Teichanlage“ …

Hostablüte

Freudig haben die Hostas den Regen begrüßt. Der lockt natürlich auch die Nacktschnecken aus ihren Verstecken. Da die Pflanzen in Töpfen stehen, lassen sich die ungebetenen Gäste aber gut absammeln und die Fraßschäden halten sich in tolerablen Grenzen.

Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm‘

Auch der Wasserdost liebt die derzeitige Feuchte und wird in einigen Tagen –  zur Freude von Schmetterling, Biene und Co. – seine schönen Blüten öffnen. Die mächtigen Pflanzen säen sich in unserem Garten ebenfalls rege selbst aus. Passt der gewählte Standort aufgrund der zu erwartenden Pflanzengröße nicht, setzt man die Kleinen einfach um.

Oenothera biennis

Die Nachtkerzen hingegen sehen eigentlich an jedem selbstgewählten Standort in den Beeten gut aus.

Daucus carota zwischen Hippophae rhamnoides und Rhus typhina

Gern gesehen im Wilden Garten sind auch die Wilden Möhren Daucus carota, die sich locker selbst neben dem sehr wüchsigen Sanddorn behaupten.

Origanum vulgare vor Hypericum perforatum

Richtig wohl fühlen sich Origanum vulgare und Hypericum perforatum in den wilden Wiesen. Beide haben inzwischen üppige Bestände ausgebildet.

Hinter der Wiese mit Hypericum perforatum steht ein junger Hain von Betula utilis var. jacquemontii

Wärme und Regen sind natürlich auch für unseren Bambus perfekte Wachstumsstimulanzien: In diesem Jahr schob Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘ erstmals Halme, die man mit Daumen und Zeigefinger nicht mehr umfassen kann.

Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘

Und Luma apiculata (Luma-Myrthe), unser Schätzchen aus Cornwall, blüht üppig inmitten der schützenden Bambusse.

Luma apiculata

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Frühsommer-Rundgang

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Viel los in letzter Zeit. Daher nur kurz ein paar Sätze und ein paar Foto-Highlights aus unserem Frühsommer-Garten:

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Unsere Wiesen kommen langsam tüchtig in Fahrt.

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Das Ungeplante in einem Garten ist ja oft das Bezauberndste:

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Wilde Lupinen erobern die Baumscheibe von Betula utilis var. jacquemontii

In den vergangenen Wochen herrschte ausgeprägte Trockenheit – dennoch gab es eine überwältigende Blühpower bei einigen Gehölzen:

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Wisteria – eine grandiose Blüte dieses Jahr

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Ebenso bei Physocarpus opulifolius ‚Diabolo‘

Die Staudenbeete machen sich langsam für den Sommer bereit:

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Tolle Kombination: Gleditsia triacanthos ‚Sunburst‘ und Salvia nemorosa ‚Rosa Königin‘

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Setzt schon frühzeitig prächtig Farbtupfer ins Sommer-Staudenbeet: Geranium himalayense ‚Gravetye‘

Und bei zwei Bäumen gab es erste Blütenansätze zu bewundern:

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Maackia amurensis ist im dritten Standjahr – Hummeln, Bienen und andere Insekten können sich auf die Schmetterlingsblüten freuen

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Als kleine Walnuss in die Erde gepflanzt – nun nach über 10 Jahren die erste (weibliche) Blüte bei Juglans regia

Leider blüht auch einer unserer liebsten Bambusse:

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Phyllostachys propinqua (mit Ph. bissetii re) noch kurz vor der Blüte

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Blüte an den Halmen von 2014 bei Phyllostachys propinqua

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Licht-Blicke

DSC_0453In den letzten Tagen wechselten sich Sonne, Wolken und Regen immer wieder ab.

Schönste Gartenmomente entstanden durch ungewöhnlichen Lichteinfall – hier zwei Momentaufnahmen in Richtung unserer Gartengrenzen:

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Narzissen, viel Gelb, aber wühlmausresistent

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Das Frühjahr und die Zwiebelpflanzen – sie gehören einfach zusammen. Undenkbar: Ein Start ins Gartenjahr ohne Schneeglöckchen, Schachbrettblumen, Tulpen und Narzissen und, und, und …

Schade nur, dass auch die bei uns allgegenwärtigen Wühlmäuse Geophyten lieben. Tulpen setzen wir daher nur noch an wenigen ausgesuchten Stellen (in Plastiktöpfen, nicht in den im Handel üblichen Schalen. Diese haben sich nicht bewährt.).

Aber für den ganzen Garten ist dieser Aufwand einfach viel zu groß. Daher haben wir letztes Jahr beschlossen, mit wühlmausresistenten Narzissen zu experimentieren, obgleich das frühlingshaft oft recht grelle Gelb nicht gerade zu unseren Lieblingsfarben zählt. Doch die ersten Ergebnisse überzeugen und ermutigen uns, noch mehr von diesen fröhlich vor sich hin nickenden, sonnenanbetenden Osterglocken in unseren Garten zu holen:

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Das Narzissen-Experimentierfeld kurz vor der Blüte

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Die ersten Blüten zeigen sich: Narcissus ‚Carlton‘ und ‚Ice Follies‘

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Voll da: Narcissus ‘Carlton‘ und ‚Ice Follies‘

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Perfekt zum Auswildern geeignet: Narcissus ‚Carlton‘

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Narcissus ‚Ice Follies‘ – ebenfalls eine gute Sorte für wilde Wiesen

Bei kluger Auswahl kann man die Narzissensaison sogar auf bis zu sechs Monate ausdehnen: Narcissus ‚Rijnveld’s Early Sensation‘, ‚Spring Dawn‘, ‚Tète-à-tète‘, ‚Ice Follies‘, ‚Carlton‘ und ‚Sun Disc‘ sollen dies beispielsweise möglich machen. Einen Versuch ist das sicherlich wert. Dies gilt besonders, da diese Geophyten durch eine hohe Varianz in ihrem Erscheinungsbild bestechen:

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Edle Schöne: Narcissus ‚Poeticus‘

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Toller, wilder Look: Narcissus ‚Rip van Winkle‘

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Dynamisch: Narcissus triandrus ‚Hawera‘

 

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Zeigt Rückgrat: Chinaschilf

Gräser sind ja bekanntlich ein wichtiges Thema im Wilden Garten. Es gibt wahrscheinlich keine Blickrichtung bei uns, von der aus man gucken kann, ohne auf ein Exemplar dieser großen Pflanzengruppe zu stoßen. Auch wenn wir den Rasen ausblenden. Und natürlich die wilden Wiesen, in denen sich ebenfalls viele Arten tummeln.

Für diese Omnipräsenz sorgen nicht nur die zahlreichen Vertreter unserer dominanten Strukturpflanze: Bambus. Auch aus dem – inzwischen erfreulich großen – Angebot an anderen attraktiven Gräsern haben einige den Weg in die Beete gefunden. Los ging es mit einem der beeindruckendsten Süßgräser für unsere Breiten: Miscanthus.

Miscanthus x giganteus hat sich zu stattlichen Horsten von gut drei Metern Höhe gemausert.

Als erstes fiel unsere Wahl auf eine der größten Spezies der Gattung, das Riesen-Chinaschilf Miscanthus x giganteus. Eine wunderbare Pflanze mit schönem Habitus – oft als wasserfallartig beschrieben –, die einen perfekten Beethintergrund oder Raumteiler abgibt. Ihre Üppigkeit lässt sofort einen Hauch von „Dschungelfeeling“ aufkommen. Apropos üppig: Man sollte den Platz für das Gras nicht zu knapp bemessen. Es wächst zwar horstig – aber die Horste gehen doch tüchtig in die Breite. Da sie nach einigen Jahren zudem beginnen, innen etwas zu verkahlen, bietet es sich dann an, die Pflanze im Frühjahr vor dem Neuaustrieb aufzunehmen und zu teilen. Achtung: schweißtreibende Arbeit!

Mit Glück bzw. einer ausreichend langen Vegetationsperiode kommt Miscanthus x giganteus auch bei uns zur Blüte. Hier in der Nordheide allerdings bei Weitem nicht jedes Jahr.

Trotz seiner enormen Wuchsleistung ist Miscanthus x giganteus erstaunlich anspruchslos und recht trockenheitsverträglich. Im frühen Frühjahr sieht man sich jährlich mit einem ordentlichen Berg an Biomasse konfrontiert, wenn es heißt, die alten Halme abzuschneiden, die den Winter über noch ein tolles Strukturgerüst im Garten bieten. Wir verwenden die geschredderten Halme als pH-neutrales Mulchmaterial, dessen helle Farbe die Frühlingsbeete freundlicher aussehen und besser zur Geltung kommen lässt als das Braun von Rindenmulch oder nackter Erde. Auch als kompostierbare Einstreu, beispielsweise im Hühnerstall, bietet es sich an.

Die Blüten von Miscanthus sinensis ‚Gracillimus’ erscheinen ebenfalls sehr spät im Jahr – wenn überhaupt. Das tut der Schönheit des Chinaschilfs aber keinen Abbruch.

Eine große Sortenvielfalt gibt es bei Miscanthus sinensis, dem klassischen Chinaschilf. Sieben Sorten davon stehen zurzeit bei uns im Garten:

Sehr elegant mit feinen Blättern kommt Miscanthus sinensis ‚Gracillimus’ daher. Das Gras bereichert jede Staudenrabatte und bleibt auch nach Sturmböen zuverlässig aufrecht.

Dank früherer Blüte begeistert Miscanthus sinensis ‚Malepartus’ alljährlich mit seinen großen roten Blütenständen, die später silbern werden.

Eine wunderschöne Auslese von Erst Pagels ist Miscanthus sinensis ‚Malepartus’. Die wüchsige und standfeste Sorte ist ein mächtiger Hingucker, der bei uns eine Höhe von rund 2,30 Metern (mit Blüten) erreicht. Seine tollen Blütenrispen setzen glänzend kupferrote Akzente, die nach einigen Wochen zu Silbergrau wechseln. Was wiederum einen wunderbaren Kontrast zur oft orange- und goldgelben Herbstfärbung der Blätter bildet. Einer unserer absoluten Favoriten im Wilden Garten.

Raureif verzaubert die Blüten von Miscanthus sinensis ‚Malepartus’.

Attraktiv bis in den März hinein: Bei Miscanthus sinensis ‚Malepartus’ fällt das Abschneiden der alten Halme richtig schwer.

Bisher leider nicht so überzeugend gedeihen bei uns zwei Exemplare von Miscanthus sinensis ‚Morning Light’. Was super schade ist, zählt doch auch diese Sorte wie ‚Gracillimus’ zu den besonders eleganten Vertretern ihrer Art. Ich hoffe sehr, dass sie sich in den nächsten ein, zwei Jahren noch berappeln, sonst versuchen wir es mit einem Standortwechsel.

Schwer tut sich im Wilden Garten zudem noch die Ernst-Pagels-Züchtung Miscanthus sinensis ‚Sirene’. Der Standort ist relativ trocken, das fördert natürlich nicht gerade ein üppiges Wachstum. Auch hier gilt: noch ein, zwei Jahre beobachten und dann ggf. umsiedeln.

Mit rund 1,60 Metern Höhe ist Miscanthus sinensis ‚Silberfeder’ bei uns ein hübscher, aber nicht dominanter Blickfang im Beethintergrund.

Die Chinaschilf-Blühsaison startet im Wilden Garten jeden Sommer mit der von Hans Simon stammenden Auslese Miscanthus sinensis ‚Silberfeder’. Ihre Blüten wechseln von zartem Rot rasch zu Silber, die Blätter changieren dazu im Laufe der Wochen von Grün über Rostrot zu Goldgelb.

Miscanthus sinensis ‚Strictus’ im Gegenlicht mit den typischen hellen Querstreifen.

Deutlich später dagegen – und eher selten – kommt Miscanthus sinensis ‚Strictus’ zur Blüte. Das Gras ist auch als Stachelschweingras bekannt und der Name passt tatsächlich perfekt zum sehr aufrechten Habitus der Pflanze, deren quergestreifte Blätter einen an die aufgerichteten Stacheln des namengebenden Nagetiers erinnern.

Blühte 2014 zum ersten Mal: Miscanthus sinensis ‚Strictus’

Ein echter Eyecatcher ist Miscanthus sinensis ‚Variegatus’, der mit seinen weißen Längsstreifen im Blatt wunderschöne und voluminöse helle Akzente ins Beet zaubert. Die alte Sorte ist bei uns eine der wüchsigsten und so konnten wir durch Abstechen ausufernder Horstränder bereits einige neue Pflanzen gewinnen. ‚Variegatus’ kam im Wilden Garten im Dezember 2014 erstmals zur Blüte. Das ist aber kein Manko, denn die Sorte entfaltet ihre tolle Wirkung auch ohne Blüten einfach durch die gestreiften Blätter.

Miscanthus sinensis ‚Variegatus’

 

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März-Impressionen

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Cornus mas

Nun ist der März auch schon wieder fast vorbei. Es gab wenig Zeit zum Bloggen, leider auch zum Gärtnern. Aber dennoch sind der Staudenrückschnitt, das Mulchen und das Aufbringen von Kompost irgendwie geschafft!

Das Frühjahr zeigt sich in unserem Garten noch recht zart. Erste kleine Blüh- und Farbtupfen erfreuen das Herz:

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Lonicera purpusii

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Leucojum vernum

Gartenblog | Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Virburnum bodnantense ‘Dawn'

Viburnum bodnantense ‘Dawn‘

Der Viburnum war eines der Sorgenkinder im unserem letzten Frühjahr. Da wollte er nicht richtig blühen. Dieses Jahr ist er tüchtig in Fahrt gekommen (er steht jetzt drei Jahre) und verzaubert uns nun mit seinem feinen Duft.

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Cornus stolonifera ‚Flaviramea‘

Immer wieder eine Freude beim Gartenrundgang: Der Wall mit den gelben Hartriegeln –hier macht es echt die Masse! Und die Masse wächst von Jahr zu Jahr erfreulich.

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Staudenbeet nach Rückschnitt und Mulchen

Und so sieht es bei den Staudenbeeten im Frühling aus. Ein wenig trist. Aber das wird sich sehr bald und sehr schnell ändern. In den nächsten Tagen soll Regen kommen. Das wird allen Pflanzen gut tun: in den Staudenbeeten und im Bambusbereich. Wenn jetzt ein wirklich regenreiches Frühjahr kommt – nach dem milden Winter –, dann steht einem dschungelgleichen Bambusjahr nichts mehr im Weg.

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Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘

 

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Startposition

Im Januar und Februar waren wir gärtnerisch durchaus nicht untätig, aber es gab dabei wenig Berichtenswertes. Aufgrund des Wetters liegen wir mit unseren vorbereitenden Arbeiten (Baum- und Strauchschnitt, Staudenrückschnitt in den Beeten, Umpflanzen etc.) etwas hinter dem vergangenen Jahr zurück. Und das, obwohl wir kaum Schnee hatten.

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Leider gab es – ebenfalls dem Wetter geschuldet – nur wenige „fotografierwürdige“ Momente.

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Auch noch Ende Februar ein Hingucker: Anemone hupehensis var. „Japonica-Hybride“

Aber ab jetzt wird alles besser … Nächstes Wochenende – 7. und 8. März 2015 – gibt es eines der ersten Jahreshighlights: Schneeglöckchentage in Hamburg. Es geht los! Endlich.

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Galanthus nivalis ‚Flore Pleno‘

 

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Bambus 2014: Was blüht denn da?

Natürlich darf auch für 2014 unser obligatorischer Rückblick zur Bambusperformance nicht fehlen.

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Neuer Blattaustrieb

Starten wir wie immer mit einer Erinnerung an den vergangenen Winter. Hier schwingt diesmal große Hoffnung mit, dass die aktuelle Saison doch bitte genauso entspannt verlaufen möge. Denn nach einem fast frühlingshaften Jahresbeginn 2014 wurde mit minus 13,1 Grad Ende Januar auch gleich der tiefste Wert erreicht. Überhaupt sank das Thermometer nur an drei Tagen in den zweistelligen Bereich. Lang anhaltende Dauerfrostperioden gab es ebenfalls nicht zu beklagen. Gute Bedingungen also für unser Lieblingsgras.

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Schilfmatten eignen sich perfekt, um die sensiblen Bambusblätter vor der Wintersonne zu schützen – zumindest an den unteren zwei Metern der Pflanzen.

Dafür hatte der Frühling dann gleich zwei Schocker parat: Spätfröste Mitte April und Anfang Mai dezimierten den Neuaustrieb der frühen Kandidaten Fargesia rufa (die aber tüchtig nachschob) und Fargesia rubusta ‚Campbell’ erheblich. Letztere mit deutlich weniger Lust auf Kompensation der Verluste. Zum Glück waren die Phyllostachyssprossen – Ph. bissetii und aureosulcata ‚Aureocaulis’ eröffnen hier regelmäßig das Rennen – am 2. Mai noch so niedrig und gut im Laubmulch versteckt, dass es keine Schäden gab.

Apropos Neuaustrieb: Spitzenreiter in 2014 bei den Phyllos war ganz klar Ph. vivax ‚Huangwenzhu’. ENDLICH bekommt man eine Ahnung davon, welches Potenzial in der Pflanze steckt. Sie hatte bereits in den Jahren davor ab und an höhere und dickere Halme getrieben, aber alle fielen den kalten Wintern zum Opfer. Jetzt noch ein paar weitere milde Winter …

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Schöne Halmscheideblätter zieren den Neuaustrieb von Ph. vivax ‚Huangwenzhu’.

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Ph. vivax ‚Huangwenzhu’ (Pflanze in der Mitte, 2008 gesetzt) hat 2014 Ph. aureosulcata ‚Aureocaulis’ (hinten links, wurde 2006 gepflanzt) an Höhe fast überholt.

Bei den Fargesien lag Fargesia nitida ‚Black Pearl’ vorne, was die Masse an neuen Halmen anbelangt. Aber auch alle anderen Fargesien entwickelten sich gut. Eine Erwähnung verdient noch Pseudosasa japonica: Nachdem wir quasi schon beschlossen hatten, dass die Pflanze an dem jetzigen Standort wegkommt, da sie dort nach Abbau eines großen Komposts zu sonnenexponiert und ungeschützt steht, legte sie im vergangenen Jahr in der Höhe richtig zu und auch die Blattschäden hielten sich aufgrund des milden Winters 2013/14 in Grenzen. Sollte der jetzige Winter also ebenso mild bleiben, könnte man die Entscheidung zumindest noch einmal vertagen …

Der Juni überraschte mit einem Novum im Wilden Garten: Gleich bei zwei Bambussen zeigten sich an einigen Halmen Blüten!

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Blüte bei Phyllostachys glauca ‚Yunzhu’

Zuerst entdeckten wir die zarten, eher unscheinbaren Blüten an Phyllostachys glauca ‚Yunzhu’. Drei Halme waren betroffen. Bis dato stehen sie noch gut da. Warten wir ab, wie sich die Pflanze entwickelt.

Ein paar Tage später blieb der irritierte Blick auch an Pleioblastus fortunei hängen – hier waren ebenfalls an ein einigen Halmen Blüten zu sehen. Auch diese Pflanze trat bisher nicht in eine Schwächephase ein. Inzwischen ist von dem Spuk bei beiden nichts mehr zu sehen. Und da es sich um leptomorphe, also Ausläufer bildende Arten handelt, gehe ich nicht von einem Verlust der Pflanzen aus. Es bleibt spannend!

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Auch Pleioblastus fortunei hatte an einigen Halmen Blüten angesetzt.

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Kein Samenfädchen, sondern eine reizende kleine Raupe an der Blüte von Pleioblastus fortunei.

Höhepunkt des Bambusjahres 2014 im Wilden Garten war der Aufbau einer „Chinesenanpflanzung“ im Juli: fünf Kultivare von Fargesia spathacea (F. murieliae) aus natürlichen F1-Sämlingen, gesammelt von Fred Vaupel am Shennong Berg, Shennongija Gebirge, Provinz Hubei, China, zogen bei uns ein. Je ein Exemplar Fargesia spez. ‚Shennongija’ der Sorten ‚Blue Dragon’, ‚Dragon King’, ‚Evergreen’, ‚Freds Giant Dragon’ und ‚Purple Dragon’ steht nun im alten Obsthof, der inzwischen von angrenzenden großen Eichen, Buchen und Ahornen halb verschattet ist. Alle schieben schon ordentlich neue Halme und wir sind sehr gespannt, wie sie sich hier in der Nordheide einleben.

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Fargesia spez. Shennongija ‚Dragon King’

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Braun!

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Angeregt zu diesem Post hat mich ein Tweet von @ThomasRainerDC. Der Tweet bestand aus nur einem Satz:

„Brown is a color, too“.

Das Zitat stammt von Gartendesigner Piet Oudolf.

Oft übersehen wir die Schönheit und milde Sanftheit der Brauntöne, die den Garten jetzt dominieren, aufgrund unserer nagenden Sehnsucht nach dem hüpfenden Bunt des Frühlings. Wenn man den Gedanken des Vergehens – mit dem braune Pflanzen im Herbst und Winter meist assoziiert werden –, einmal beiseite stellt und einfach nur anschaut, was sich an Bildern im Garten zeigt, dann erkennt man, dass Braun mit einer ruhigen, elegant-erdigen Grundnote warme Skulpturen schafft. Abwechselnd mit helleren Beigetönen entstehen dann vor unseren Augen Gartengemälde der besonderen Art. Have a look.

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Aster ericoides

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Solidago (vorne rechts)

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Sedum telephinum ‚Herbstfreude‘

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Aster pyrenaeus ‚Lutetia‘ vor Panicum virgatum ‚Shenandoah‘

 

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