August/September

In den Monaten August und September läuft unser Garten zur Hochform auf. Zeit also, ein wenig den Blick schweifen zu lassen:

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Daucus carota und Hippophae rhamnoides

Die Wilden Möhren Daucus carota haben sich dieses Jahr nicht nur auf unsere Wiesen beschränkt, sondern etablierten sich (hochwillkommen) nun auch in der Halbmondborder. Hier bilden sie zusammen mit den silbrigen Grautönen des ebenfalls üppig sich vermehrenden Sanddorns Hippophae rhamnoides ein harmonisches Bild. Sanddorn verbreitet seine Ausläufer in unserem Garten inzwischen übrigens wilder als Bambus …

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Phyl. bissetii mit Prunus cerasifera ‚Nigra’

Der Sitzplatz im Wilden Garten (mit Feuerschale) ist inzwischen gut umrahmt von Phyllostachys bissetii. Überhaupt ist der Bambus in diesem Jahr prächtig – und es gab immer wieder zauberhafte Momente, wie diese dräuende Gewitterstimmung über Bissetii in der Wilden Wiese  – im poppigen Farbkontrast zum Wasserdost, der über dem Staudenbeet schwebt.

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Phyl. bissetii hinter Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’

Auch eindrucksvoll: das „Tor“, welches Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis’ und Phyl. vivax ‚Huangwenzhu’ neuerdings zeigen. Es wirkt wie eine Eingangspforte zu einem Bambuswald. Nun, ganz soweit sind wir noch nicht …

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Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis’, Phyl. vivax ‚Huangwenzhu’ re., Fargesia denudata ‚Lancaster 1’ li.

Was den August und den September bisher in diesem Jahr vor allem ausgezeichnet hat, war die ausgeprägte Trockenheit. Im Gegensatz zu Süddeutschland hatten wir extrem wenig Regen. Lediglich 58 Liter in spärlichen Einzelregenereignissen von nicht nennenswerter Größe, verteilt über sechs Wochen. Bei unserem Sandboden ist das viel zu wenig, besonders wenn ansonsten die Sonne herrlich scheint und ein leichter Wind weht. Entsprechend schwach ist daher auch unter anderem die Blüte von Wasserdost, Sonnenbraut und Staudensonnenblumen ausgefallen.

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Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’ mit Helenium ‚Eldorado‘, Panicum virgatum ‚Shenandoah’ und Eryngium planum

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Helenium (inzwischen nicht mehr sortenrein zu benennen) und Achnatherum calamagrostis

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Helianthus

Alle bleiben sie weit hinter der Blühkraft der vergangenen Jahre zurück. Ebenso die Astern im Staudenbeet. Vergangenes Jahr haben sie das Beet dominiert. Jetzt setzen sie nur einen lilanen Farbtupfer. Trotzdem hübsch.

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Staudenbeet – angelegt 2012

Gartenblog | Wild Gardening | Aster pyreneus ‚Lutetia’| Garten Blog über einen Garten in der Heide

Aster pyreneus ‚Lutetia’, Sedum telephium ‚Herbstfreude’ mit Sporobolus heterolepsis

Was hingegen erfreut hat, war ein Neuzugang ebenfalls im Staudenbeet hinter dem Haus: Pummel. Eine Monarde. Hier eine Aufnahme mit der fast schon durchgeblühten robusten Schönheit.

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Monarda ‚Pummel’

Und wie in den ganzen letzten Jahren auch schon, begeistert Leycesteria formosa mit zuverlässiger Blütenpower. Allerdings muss man dazu sagen, dass sie im Topf steht und im Kalthaus überwintert.

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Leycesteria formosa

Insgesamt hat man nun aber in den letzten Tagen schon deutlich den Eindruck, dass bald der Herbst Einzug hält: Morgentau, Spinnennetze und Blattfärbungen nehmen zu.

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Spinnennetz in Cytisus beanii

Aber vieles, was jetzt bei uns gelb wird, ist auch der anhaltenden Trockenheit geschuldet. Wie der Blick in den Birkenhain zeigt.

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Birkenhain, Betula utilis var. jacquemontii

Nichtsdestotrotz sind unsere „Herbstanzeiger“ Euonymus alatus und Euonymus planipes schon tüchtig coloriert. Und die Sumpfeichen Quercus palustris ziehen mit. Es ist wohl nicht mehr lange Sommer. Genießen wir die letzten warmen Sonnentage. Draußen. Im Garten.

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Euonymus alatus und Euonymus planipes

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Quercus palustris

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Willkommene Gäste im Wilden Garten

Gartenblog | Wild Gardening | Oenothera biennis| Garten Blog über einen Garten in der Heide

Blüte von Oenothera biennis

Zu den schönsten Überraschungen beim Schlendern durch den Garten zählen für mich die Momente, in denen ich beim ziellosen Umherstreifen plötzlich völlig erstaunt vor einer Pflanze stehe, die ich dort noch nie zuvor gesehen habe. Könnte ich jedenfalls schwören. Andererseits wächst natürlich auch das dynamischste Grün selten über Nacht bis zur vollen Blüte … Aber ganz sicher haben nicht wir sie dort oder an anderer Stelle im Garten gepflanzt oder ausgesät.

Solch willkommene Gäste – in diesem Jahr sind mir bisher zum Glück nur sehr erfreuliche Neuzugänge aufgefallen – kommen meist aus dem Reich der Wildpflanzen. Was ja perfekt zum Wilden Garten passt.

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Verbascum nigrum zwischen Sanguisorba-Blüten

Als erste lugte eines Morgens eine Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) in einem Staudenbeet zwischen verschiedenen Gräsern und Wiesenknöpfen hervor. Wunderhübsch sah das aus: Der Blütenstand hatte sich heimlich mitten in die kleinen weinroten Sanguisorba-Wolken gemogelt.

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Verbascum nigrum

Nun hoffen wir, dass sie sich dort etabliert und uns in den kommenden Jahren wieder mit ihren schönen zartgelben Ähren erfreut.

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Oenothera biennis

Noch auffälliger präsentiert sich die Gemeine Nachtkerze Oenothera biennis mit ihren großen Blütenständen. Über Wochen kann man ab Juni die leuchtenden gelben Farbtupfer der Blüten genießen, die besonders am Abend, wenn sie sich gerade geöffnet haben, einen sehr angenehmen Duft verströmen.

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Oenothera biennis

Es ist Tag um Tag ein Aufblühen und Schließen.

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Oenothera biennis im Staudenbeet

Die erste Nachtkerze muss sich bereits vor zwei Jahren bei uns niedergelassen haben, denn schon im vergangenen Sommer entdeckten wir einen Blütenstand der zweijährigen Wildstaude in einem Beet.

Durch Selbstaussaat hat sie sich nun weiterverbreitet und so konnten wir in diesem Jahr schon vier blühende Pflanzen zählen sowie einige Blattrosetten, die sich im kommenden Sommer hoffentlich alle zu gelben Blühwundern entwickeln. Da sie trockene Böden und Sonne liebt, sollte sie sich bei uns dauerhaft wohlfühlen.

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Sanguisorba minor

Ganz zurückhaltend zeigt sich dagegen der Kleine Wiesenknopf Sanguisorba minor in unseren wilden Grasarealen.

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Sanguisorba minor

Während die Wiesenknöpfe in den Beeten stattliche Höhen von bis zu 1,50 m erreichen, bleibt ihr kleiner Bruder deutlich darunter und fällt so in dem hohen Wirrwarr aus unterschiedlichen Gräsern und Wildpflanzen kaum auf. Zumal die Blütenköpfchen eher unscheinbar aber dennoch ganz reizend sind, wie ich finde. Der Plan lautet jetzt: Die jungen Blätter der Pimpinelle – wie der Kleine Wiesenknopf auch genannt wird – mit ihrem bitter-nussigen Geschmack endlich einmal im Salat und als Würze in anderen Speisen zu testen. Ich bin gespannt.

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Wildwuchs

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Ende Juni, Anfang Juli beeindrucken sie am meisten: unsere Wiesen. Sie stehen auf einem ehemaligen Acker, mit dem wir vor fünf Jahren unseren Garten erweitert haben. Ein paar Graswege verlaufen hindurch und eine Hecke aus verschiedenen Gehölzen soll die gesamte Anlage vor den kalten Nordwinden schützen.

Wir „bewirtschaften“ diese Flächen nicht im klassischen Sinne: also Mahd Ende Juni und Anfang Oktober. Letztes Jahr haben wir im frühen Sommer mit dem Balkenmäher alles einmal gemäht und dann geheut. Aber die Menge an Biomasse und der damit für uns recht große Aufwand haben uns davon wieder Abstand nehmen lassen. Nun darf alles wieder wachsen wie es mag – zumindest in diesem Jahr: Nächstes Jahr entscheiden wir neu.

Es sind die spannendsten Momente bei der abendlichen Gartenrunde, wenn man sieht, was sich dort ungeplant zur vollen Pracht durchgemogelt hat.

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Moschus-Malve (Malva moschata) am Eingang zum Wilden Garten

Effektvoller hätte diese Moschus-Malve auch ein Gärtner nicht platzieren können.

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Wilde Möhre (Daucus carota)

Die Zahl der Wilden Möhren scheint dieses Jahr nicht so üppig zu werden, wie vergangenes und vorvergangenes Jahr. Sie sind ja meine Lieblinge, wie regelmäßige Blogleser schon wissen. Aber als vereinzelte Solitäre setzen sie sich erst so richtig in Szene. Noch sind sie kurz vor dem Aufblühen.

Gartenblog | Wild Gardening | Futterwicken| Garten Blog über einen Garten in der Heide

Futterwicken (Vicia sativa) und Rauhaarige Wicken (Vicia hirsuta) im „Drop of Wilderness“

Bezaubernd sind sie ja, die zahlreichen unterschiedlichen Wicken. Allerdings überwuchern sie in diesem Jahr Gräser, Sträucher und Stauden in einem bisher nicht gekannten Maß. Dort, wo sie keine anderen Pflanzen ernsthaft in Bedrängnis bringen – also in den Wiesen –, erfreuen wir uns an ihrem zarten Ranken und an den fröhlichen, kleinen Blüten. An anderen Standorten fallen sie leider unter die Rubrik Unkraut und werden entfernt.

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Dynamische Duftwolken

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Paul’s Himalayan Musk

Das Warten hat sich gelohnt: Die ersten drei Jahre tat sich nichts. Gar nichts. Keine einzige zarte Blüte, noch nicht einmal ein Knospenansatz zeigte sich. Ihre ganze Energie war klar fokussiert – mit langen, biegsamen Ranken durchwob sie die Äste des alten Birnenbaums. So, ohne verräterische Blüten, fiel das kaum auf. Nur wenn man dicht an der Birne vorbeiging, konnte es passieren, dass sich einige Stacheln im Haar oder am Pullover verhakten. Und dann wunderte man sich mit einem Blick nach oben, wie weit sie die Baumkrone schon erobert hatte.

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Paul’s Himalayan Musk

„Sie“ ist eine „Paul’s Himalayan Musk“, eine Rambler-Rose, gepflanzt im April 2011. Aber nicht nur ihre Wuchsdynamik ist beeindruckend – sie klettert problemlos in Höhen von 10 bis 12 Metern. Für uns war zudem die sehr gute Winterhärte entscheidend, die sie hier schon tadellos unter Beweis gestellt hat. Probleme mit Krankheiten gibt es keine, sicher auch dank der guten Durchlüftung am Standort.

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Paul’s Himalayan Musk

Und nun in dieser Saison ist es soweit: Der Birnenbaum mutiert – lange nach seiner eigenen weißen Blüte – für Wochen zur zartrosa Duftwolke. Einfach wunderbar. „Paul’s Himalayan Musk“ blüht zwar nur einmal im Jahr (ist also nicht remontierend), dafür aber in überwältigender Fülle. Die sich im Herbst hoffentlich noch einmal in Form vieler hübscher orangeroter Hagebutten wiederholt. Dieser Rambler ist ein genussvoller Höhepunkt im Garten.

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Paul’s Himalayan Musk

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Paul’s Himalayan Musk

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Blaue Stunde, Nebel, Bambusshots

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Blick übers angrenzende Feld

Es sind Augenblicksphänomene wie gestern Abend, die einen Garten für ein paar Momente völlig verzaubern. Hier eine kleine Bilderserie mit durchziehenden Nebelfeldern:

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Nebelfetzen auf den Gräsern der Wiese

Gartenblog | Wild Gardening | Lupinen | Garten Blog über einen Garten in der Heide

Die Lupineninsel, der Nebel und das Weidengatter

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Bambusse auf der Weide: Fargesia rufa, Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘, Fargesia denudata ‚Lancester 1‘, Phyllostachys humilis, Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘, Phyllostachys parvifolia (v. l.)

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Sproß von Phyllostachys bissetii

Gartenblog | Wild Gardening | Shot Phyl. glauca 'Yunzhu' | Garten Blog über einen Garten in der Heide

Shot von Phyllostachys glauca ‚Yunzhu‘

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Trotz dem Nachtfrost

Dem Mega-März folgte ein April mit einigen fast schon hochsommerlichen Tagen – und dann gab es gleich Anfang Mai für uns einen richtigen Schock: Nachtfrost mit minus 4 Grad. Nur eine Nacht, wahrscheinlich auch nur wenige Stunden unter Null, aber mit was für Auswirkungen …

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Cercidiphyllum japonicum

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Durch die besondere Lage unseres Gartens, der von Norden her über einen leichten Hügel abfallenden Winden ausgesetzt ist, haben wir im Gegensatz zu unseren Nachbarn mit erheblichen Schäden zu kämpfen. Hier nur eine kleine Auswahl: den japanischen Roten Fächerahorn (Acer palmatum ‚Atropurpureum’) und die empfindlichen Katsurabäume (Cercidiphyllum japonicum) hat es mit ihren zarten, jungen Blättern am schlimmsten erwischt. An dem wunderbaren Krokantgeruch, den die Katsurabaumblätter bei Frost verströmen, kann man sich zu dieser Jahreszeit wahrlich nicht erfreuen.

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Acer palmatum ‚Atropurpureum‘

Weitere erhebliche Schäden zeigen: kanadischer Judasbaum (Cercis canadensis ‚Forest Pansy’), einige japanische Schneebälle (Viburnum plicatum, Viburnum plicatum ‚Watanabe’), das Asiatische Gelbholz (Maackia amurensis), Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera), Hohe Deutzie (Deutzia x magnifica).

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Viburnum plicatum

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Liriodendron tulipifera

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Deutzia x magnifica

Aber auch einige Storchschnabel (Geranium cantabr. ‚Biokova’, G. macrorrhizum), diverse Herbstanemonen (Anemone hupehensis var. japonica), Funkien (Hosta), die Sonnenbräute (Helenium), Wasserdost (Eupatorium) und selbst Kartoffelrosen (Rosa rugosa) und Frauenmantel (Alchemilla mollis) haben richtig gelitten. Und natürlich nicht zuletzt der Neuaustrieb diverser Bambusse. Puh!

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Helenium ‚Baudirektor Linne‘

Großes Elend hier, Schönheit da: Die Fliederblüte! Der Blauregen! Die frühblühenden Clematis!

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Syringa vulgaris

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Wisteria sinensis

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Clematis montana ‚Mayleen‘

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Der Mega-März

Dieses Jahr hat der „gefühlte“ Frühling bei uns sehr früh Einzug gehalten. Viele Geophyten und Sträucher blühen ganze vier Wochen früher als im vergangenen Jahr. Das lag an den unerwartet warmen sonnigen Märztagen, mit nur noch geringfügigen Nachtfrösten. Herrlich!

Die Gartenarbeit ist daher schon längst in vollem Gang. Gräser, Sträucher und Stauden sind geschnitten. Die Staudenbeete mit Kompost gestärkt und gemulcht. Erstmals haben wir hierfür unser Riesen-Chinaschilf Miscanthus x giganteus nach dem Schnitt geschreddert und auf den Beeten verteilt. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen, die wir damit machen. Es ist – wie so vieles bei uns im Garten – ein Experiment.

Die Blüte von Schneeglöckchen und Krokussen ist jetzt (fast) durch, im Moment trumpfen die Narzissen und Traubenhyazinthen auf. Doch für mich ist das Erwachen der Sträucher und Bäume das eigentliche Fest des Frühlings.

Manche kommen zart zur Blüte wie die Kornelkirsche Cornus mas:

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Auch die Blättchen der Felsenbirne Amelanchier lamarckii sind zunächst eher schüchtern-verschämt mit ihrem bezaubernden Farbspiel:

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Schon etwas forscher und fordernder reckt sich dagegen die Eberesche Sorbus aucuparia ‚Doday‘ in die Lüfte.

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Weidenblütenkätzchen (hier von Salix hookeriana) sind immer ein Hingucker im Frühling. Sie sehen nicht nur wunderschön aus, ich muss sie auch unbedingt anfassen. Denn der weiche Flausch auf der Haut ist für mich so etwas wie der Feenstaub des Frühlings.

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Und dann: die Blutpflaumen (Prunus cerasifera ‚Nigra’). Dieses Jahr blühen sie ganze sechs Wochen früher als sonst – und wie sie das tun! Dieses Foto ist am 14. März 2014 entstanden:

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Dieses am 23. März 2014 – also ganze neun Tage später:

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Ist das nicht einfach wunderschön?

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Es kreucht und fleucht im Wilden Garten

Nicht nur Pflanzen und Menschen sollen sich bei uns wohlfühlen. Auch für die unterschiedlichsten Vertreter der Fauna möchten wir einen attraktiven Lebensraum bieten – unter diesem Motto ging unser Gartenexperiment 2006 an den Start. Seitdem hat sich einiges getan und wir freuen uns fast täglich an sekundenschnellen oder stundenlangen „tierischen“ Beobachtungen. Da es allerdings ungleich schwieriger ist, die krabbelnden, hüpfenden, fliegenden oder sich anderweitig fortbewegenden Tierchen vor die Linse zu bekommen als sich in Ruhe dem in der Regel an Ort und Stelle verharrenden Grün zu widmen, ist die Fotoausbeute hier deutlich geringer. Zumal meist – natürlich –gerade gar keine Kamera zur Hand ist, in den Momenten, in denen man einen netten animalischen Besucher im Garten entdeckt. Jetzt also einer der seltenen Blogbeiträge, bei dem die Flora eher eine Nebenrolle spielt.

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Eine Honigbiene auf Knautia macedonica – die Witwenblume erfreut sich großer Beliebtheit bei vielen Insekten.

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Die filigranen Blüten des Kreuzkrauts Ligularia stenocephala haben eine Ackerhummel angelockt.

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Gut getarnt bewegt sich die Grüne Stinkwanze auf den Samenständen des Fenchels Foeniculum vulgare.

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Jedes Jahr dürfen wir eine große Vielzahl an Schmetterlingen im Wilden Garten begrüßen – hier einen schönen Admiral. Seine Raupen lieben Brennnesseln.

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Einzelne Exemplare des Jakobs-Greiskrauts Senecio jacobaea bescherten uns 2010 eine Population von Blutbären, dessen hübsche schwarz-gelb geringelte Raupen sich auf dieses giftige Kraut spezialisiert haben. Inzwischen konnten wir die Pflanzen durch konsequentes Ausstechen aus unserem Garten verbannen. Und damit leider auch diese Schmetterlingsart.

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Die Grünen Heupferde findet man bei uns meistens in den Bambussen. Mit ihrem ausdrucksstarken Gesang schaffen sie die perfekte Atmosphäre für einen lauen Sommerabend im Garten.

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Ein lecker gedeckter Tisch ist auch für Tiere eine wichtige Motivation, einmal im Garten vorbeizukommen: Weinbergschnecke bei der Löwenzahnspeise.

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Das gilt ebenfalls für dieses Eichhörnchen, welches das reichliche Angebot an Nüssen schätzt, in diesem Fall Haselnüsse von Corylus avellana ‚Contorta’.

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Neben artgerechten Futterquellen ist natürlich die Gestaltung des Lebensraums ein nicht zu unterschätzender Wohlfühlfaktor: Sonnenplätze zu jeder Tageszeit findet die Zauneidechse auf den überall bei uns im Wilden Garten liegenden großen Feldsteinen.

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Igel zählen bei uns zu den Stammgästen inklusive Überwinterungsdomizil. Für den Nestbau greifen sie sehr gerne auf welkes Bambuslaub zurück, das sie geschäftig im Maul durch den Garten transportieren.

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Die größten Besucher sind unsere Rehe – wenn man von den ungebetenen, aber zum Glück seltenen Gastspielen der Wildschweine einmal absieht … Auch für die reizenden Rehe mussten wir allerdings den Zugang auf ausgewählte Areale begrenzen. Der jährliche Fressschaden war einfach zu groß.

Fortsetzung folgt!

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Frühlingserwachen

Jedes Jahr zaubern sie uns ein Lächeln ins Gesicht – die ersten anschwellenden und sich schließlich öffnenden Blatt- und Blütenknospen. Diesen Winter dürfen wir sogar hier im Norden der Lüneburger Heide stolz verkünden: Es wird durchgeblüht! Die bisher sehr milde und schneearme „weiße Jahreszeit“ machte es möglich. Bereits im Dezember konnten wir uns an den frischen Farbtupfern von Vinca minor und Helleborus erfreuen. Es folgten Schneeglöckchen, Alpenveilchen (Cyclamen coum) die duftende Heckenkirsche Lonicera purpusii und vorwitzige Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum).

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Seit Februar gibt es jetzt noch herrlich blaue Iris (Iris reticulata), verschiedene Krokusse, die filigranen Blüten der Kornelkirsche (Cornus mas) und plustrige Weidenkätzchen zu bestaunen.

Erstaunlich viel Zeit lassen sich bei uns allerdings die Winterlinge (Eranthis hyemalis) – in den Nachbargärten sind sie schon seit Wochen in voller Blüte.

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Bei der Korkenzieherhasel Corylus avellana ‚Contorta’ leuchten die weiblichen Blütenstände mit ihren kleinen roten Narbenfädchen.

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Immer ganz vorne dabei mit dem Blattaustrieb sind unsere Spiräen. Hier Spiraea x cinera ‚Grefsheim’ noch mit Tautröpfchen.

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Gefolgt von Spiraea japonica ‚Goldflamme’.

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Noch ein kurzes Update zu unserem Post „Schüchterne Schönheit“: Seit einigen Tagen öffnen sich auch die hübschen Blüten von Viburnum bodnantense ’Dawn’ vollständig. Nachlassender Wind und steigende Temperaturen haben ihnen Mut gemacht – und wir genießen ihren zarten Duft.

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Morgen, am 1. März, beginnt nun der meteorologische Frühling auf der Nordhalbkugel der Erde. Ich bin gespannt, was es an diesem Tag Neues im Wilden Garten zu entdecken gibt.

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Wärme, Ruhe, Schönheit

Karl Foersters Garten in Bornim bei Potsdam – ein Gartendenkmal. Ein klein wenig ehrfurchtsvoll besuchen wir (Anfang Oktober 2013) die berühmte Anlage des deutschen Gärtner-Großmeisters. Natürlich haben wir viel über ihn gelesen, viele Bilder seines Wirkens gesehen und selbstverständlich wissen wir um Foersters beeindruckende Leistungen als Pflanzenzüchter. Das macht ein unbeschwertes Eintreten in seinen Garten geradezu unmöglich. Und dann das:

Sofort ist man umhüllt von der wärmenden Harmonie der Farben, alles ist mit einer entspannenden Ruhe durchwurzelt und berührt einen tief mit seiner stimmigen Schönheit. Foerster schuf Pflanzenkombinationen, die nur dann entstehen können, wenn jeder Winkel und jedes Beet über Jahre hinweg immer und immer wieder von seinem Gestalter verbessert werden. Man kennt dies auch von Christopher Lloyd oder Beth Chatto.

Hier in Bornim ist dieser Eindruck so durchdringend, dass einem sofort klar wird, wie viel Wissen, Akribie und Leidenschaft dazu gehören, ein solches gärtnerisches Werk zu schaffen. Foerster hat sich intensiv mit den Standortansprüchen und der optischen Wirkung der von ihm verwendeten Stauden beschäftigt und stets nach ästhetischen Zusammenstellungen gesucht.

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Besonders im symetrisch angelegten „Senkgarten“, dem Herzstück der Anlage, ist dies eindrucksvoll wahrzunehmen: Rittersporn, Phlox, Rudbeckien (im Sommer) sowie Astern und Chrysanthemen (im Herbst) bestimmen zusammen mit Sträuchern, Gräsern und Farnen das farbenprächtige Pflanzenkonzept.

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Förster propagierte in seinem Schaffen ja nicht nur vier, sondern ganze sieben Jahreszeiten: Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Hochsommer, Herbst, Spätherbst und Winter. Besonders bei der Planung und Umsetzung seines Steingartens hat er jeder dieser Jahreszeiten einen angemessenen Raum zugedacht.

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Zwei Jahreszeiten werden jedoch in der gesamten Gartenanlage besonders hervorgehoben: der Herbst durch ein eigenes Herbstbeet und der Frühling durch den Frühlingsweg. Entsprechend der Jahreszeit unseres Besuchs zeigte sich das Herbstbeet denn auch in voller Kraft.

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Der Frühlingsweg (im Herbst natürlich ein wenig ausdrucksschwach, daher gibt es auch kein Foto) lockt uns sicherlich zu einem weiteren Besuch nach Bornim.

Kaum zu glauben übrigens, dass dieser harmonisch konzipierte Garten eigentlich so etwas wie ein „Versuchsfeld“ für Foersters Staudengärtnerei war. Diese ist übrigens direkt nebenan und hat den Ruf, eine der besten in Deutschland zu sein. Zu Recht!

Literaturtipps:
 
Ein Garten der Erinnerung. Leben und Wirken von Karl Foerster – dem großen Garten-Poeten und Staudenzüchter, hrsg. von Eva Foerster und Gerhard Rostin, Ulmer Verlag, Stuttgart, 6. Auflage 2009
 
Carsten Mehliß: Karl Foerster. Seine Blumen. Seine Gärten, Ulmer Verlag, Stuttgart 2012
 
Und natürlich: Karl Foerster. Einzug der Gräser und Farne in die Gärten, Ulmer Verlag, Stuttgart, 7. Auflage 1988
 
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