Im Juni steht unser Garten ganz im Zeichen der Gräser. Ein kleiner Rundblick:





Im Juni steht unser Garten ganz im Zeichen der Gräser. Ein kleiner Rundblick:






Geplant war es, in diesem Mai-Post Eindrücke und Fotos über unsere nur wenige Tage zurückliegende Gartenreise in die Niederlande zu posten. Das haben wir aus aktuellem Anlass auf später verschoben (wir dachten dabei an die nicht so aufregenden und nicht so arbeitsintensiven Wintermonate). Denn als wir aus dem Urlaub zurückkamen, wartete eine kleine Überraschung auf uns.
Apropos Urlaub: Der ist ja für uns Gärtnerinnen eh so ein Ding. Natürlich will man was von der Welt und den vielen anderen inspirierenden Gärten dort draußen sehen. Nur wann? Im Winter, wenn es im eigenen Garten wenig zu tun gibt, fühlt sich Urlaub machen am besten an. Es kann im eigenen Garten nichts „anbrennen“ und man kann frohgemut gerne auch wochenlang verreisen. Aber wohin? Im Winter lohnen unter gärtnerischen Gesichtspunkten eher ferne Regionen: Nordafrika, Asien … Ziele gibt es in der Welt zuhauf. Will man sich aber gerade aus der näheren Umgebung (England, Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien und, und, und) Inspiration holen, dann sollte man schon im Frühjahr, Sommer oder Herbst losziehen. Aber was ist dann mit dem eigenen Garten? Zum Glück gibt es Freunde (danke, Babsi!), die sich liebevollst um das Gießen und um vieles, vieles andere kümmern. Aber … Natürlich kann und will man nicht erwarten, dass diese dann auch noch Rasen mähen, Hecke schneiden, Unkraut jäten, also all die Dinge tun, die man selbst in dem Zeitraum getan hätte, weil man ja mit den Jahreszeiten lebt und gärtnert … Kurzum, kommt man aus dem Urlaub wieder, landet man im heimischen Dschungel. Ein Preis, den man zahlen muss, wenn man sich Garten und Urlaub gönnt. Weiß man. Macht man so. Ist dann auch okay.

So sieht es nach dem Urlaub aus …
Nebenwirkungen gibt es also immer. Was wir jedoch vergangene Woche bei unserer Rückkehr und die Tage darauf erleben durften, war anders – irgendwie reizend, aber doch auch zum Zähneknirschen. Als wir unsere erste nachurlaubliche Garteninspektionsrunde machten, trafen wir auf ein kleines Rehkitz – niedlich eingepolstert im Bambus. Die Mutter hatte es dort sicher abgelegt, um es dann nachts zu füttern. Tagsüber streifte sie selbst umher, um Futter für sich zu suchen.

Erster gemeinsamer Rundgang

Der Garten wird aufmerksam erkundet.
Ja, natürlich haben wir einen Zaun. Gegen Rehe kann schließlich niemand angärtnern. Unserer ist zwar keine 1,80 Meter hoch, aber er hält mit seinen 1,40 in der Regel zuverlässig ganzjährig Rehe ab. Doch in diesem Fall war wohl das Bedürfnis nach Schutz größer als die Abwehrwirkung unseres Zauns. Und die Ruhe im beurlaubten Grundstück einfach zu verlockend. Die Rehmutter und das Kitz zogen ein. Wir waren natürlich verzückt. Doch, es war nicht nur ein Kitz. Es waren zwei. Eine andere Ricke hatte ihr Kleines ebenfalls (an anderer Stelle) in unserem Garten deponiert. Die Verantwortung wuchs. Was tun, damit die Kleinen gut geschützt waren, wenn ihre Mütter tagsüber unterwegs sind? Wie schafft man es, dass die Kitze – wir waren ja nun wieder da – nicht in Panik verfielen und verzweifelt einen Ausgang aus dem Garten suchen und hektisch am Zaun entlang irren, wenn sich eine Störung durch unerwartete Besucher ergab?
Wir öffneten die Tore nach hinten zum Feld. Sind ja nur ein paar Tage, bis die Kleinen mit den Müttern von dannen ziehen … Aber ein paar Tage reichen … Schon in der ersten Nacht kam ein Rehbock vorbei und wetzte sein Geweih an Bäumen und Sträuchern … Und Hunger hatten die ja dann alle auch noch … Zum Glück sind die Mütter mit den Kitzen inzwischen ausgezogen, die Tore sind wieder zu. Alles darf nachwachsen. Reizend war es aber ja doch.

Rehbockschaden an jungem Essigbaum (Rhus thypina)

Himalaya-Birke (Betula utilis var. jacquemontii) nach Bearbeitung durch den Rehbock

Der Verursacher des Schadens guckt in die Nachtkamera. Von Schuldbewusstsein offensichtlich keine Spur …

Hier hats geschmeckt!
PS: Gut, dass die Rosen noch nicht blühen 🙂

Gelb – im Frühling eine Farbe, die nahezu in jedem Garten präsent ist. Kräftig leuchtende Farbflecken allerorten. Nur, ich konnte und wollte mich mit diesem hellen Farbton in der Vergangenheit nie so recht anfreunden. Oft war mir Gelb zu kühl, zu akzentuiert oder zu grell.
Diese Abneigung führte dazu, dass bestimmte Frühlingspflanzen in unserem Garten einfach nicht „stattfanden“. Wie zum Beispiel die Gelb-Knaller Narzissen und Forsythien.
Erst seit Kurzem habe ich mit Gelb meinen Frieden machen können. Das verdanke ich einer neuen Liebe: den Osterglocken. Weil viele Frühblüher wie herrlich farbenfrohe Tulpen, elegant nickende Schachbrettblumen oder auch manch entzückender Krokus es in unserem Garten – aufgrund der Wühlmäuse und dem unpassenden Boden – mit der Langlebigkeit schwer haben, haben wir uns neben Schneeglöckchen irgendwann auf wühlmausresistente und robuste Narzissen fokussiert. Zugegeben, dies war zunächst mehr eine Frustentscheidung als ein leidenschaftlicher Kauf- und Pflanzakt. Daher sollte es auch anfangs nicht mehr als ein kleiner gelber Farbklecks auf einer sonnigen Wiese sein. Dann aber fanden wir echten Gefallen daran und haben das Areal tüchtig vergrößert. Darüber haben wir schon berichtet. Das Narzissenfeld ist ein herrlicher Anblick in der Sonne und nun ein echtes Highlight in unserem Frühlingsgarten.

Narcissus ‚Carlton‘
Auch bei Schnee kommen Narzissen gut zur Geltung.

„Sometimes it snows in April“
Im rechten Teil unseres Wilden Gartens gibt es hinter zwei Blutbuchen noch einen ziemlich „kahlen“ Bereich. Der schreit vor allem im Frühling, wenn alles drumherum noch nicht so grünt, geradezu nach Farbe und Fülle. Schon letztes Jahr – wir waren ja durch den Erfolg mit den Narzissen mutig geworden – dachten wir daran, dort Forsythien zu setzen. Wir zogen los – und fanden nur wenige Exemplare im Angebot, und die wenigen hatten zudem dieses kühlere Gelb, mit dem wir uns so gar nicht anfreunden konnten. Dann lieber erst mal nicht.
Doch dieses Jahr die große Überraschung: Plötzlich sahen wir auf den Pflanzenmärkten und in den Gärtnereien Forsythien an allen Ecken und Enden. Hinzu kommt, dass gleich zwei gartenbegeisterte Freundinnen, die ebenfalls dieser merkwürdigen Gelb-Zurückhaltung verfallen waren, unlängst zugaben, seit einiger Zeit einen Hang zu gelben Farbakzenten im Garten zu verspüren und diesem auch ungehemmt nachzugeben. Her mit den Gelben also! Gibt es jetzt einen großen Gelbtrend und wir sind für uns unbemerkt Teil einer neuen Modewelle? Oder ist das nur und ausschließlich unsere selektive Wahrnehmung und Bereitschaft, Gelb jetzt (endlich) eine Chance zu geben?

Blüte von Forsythia x intermedia ‚Lynwood‘
Nun, jedenfalls wurde die bisher leere Gartenecke mit Forsythien (2 Forsythia x intermedia ‚Lynwood’, 2 Forsythia x intermedia ‚Weekend’) gefüllt und dort darf in den nächsten Jahren ein großer gelber Farbklecks wachsen. Ist doch viel aufregender, wenn man nicht gleich zu Beginn alle Optionen mitbedenkt, sondern sie sich Stück für Stück erobert, oder?

Unsere schönsten Gartenmomente in 2015 kommen zugegeben mit etwas Verspätung – aber sie kommen zumindest bevor es richtig losgeht mit dem Frühling. Hier gehts zu den Bildern. Enjoy!

Viel Regen, tüchtig Wind und dann doch noch mal Schnee – der Februar lud in der Nordheide nicht gerade zum genussvollen Gärtnern ein. Also zügig Baum- und Strauchschnitt erledigt, wenigstens noch die Staudensonnenblumenflächen abgeräumt, aber mehr war nicht drin. Zum Gräser- und Staudenrückschnitt in den Beeten hat es nicht gereicht. Zerzaust und zum Teil platt sieht das an einigen Stellen nicht mehr schön aus. Da muss schnellstmöglich Abhilfe geschaffen werden. Bis dahin hilft nur, den Blick auf die allerorts sprießenden Frühlingsboten zu fokussieren. Und alles Weitere in den März zu vertagen.

Galanthus nivalis ‚Flore Pleno‘ zeigt sich bei uns deutlich wüchsiger als die Art Galanthus nivalis.

Die gefüllten Schneeglöckchen lassen sich auch von üppigem Farnwachstum nicht verdrängen.

Elegante Schönheit: Galanthus ‚S. Arnott‘. Im Hintergrund kann man das Chaos von verwehten Miscanthus x giganteus-Blättern erahnen.

In den Startlöchern stehen bereits unsere ausgewilderten Narzissen – jetzt noch ein paar Tage sonnige Wärme …

Doch statt Wärme kam dann die Kälte wieder: Das Eichhörnchen arbeitet mit engagierter Futteraufnahme dagegen an.
Im Moment gibt es draußen wenig zu tun, aber umso mehr zu staunen – Eisskulpturen verzaubern unseren Garten: Bambus in seiner schönsten Form.

Pseudosasa japonica

Phyllostachys propinqua

Fargesia denudata ‚Lancaster 1‘

Betula utilis var. jacquemontii vor dem Bambushain

Phyllostachys bissetii

Fargesia murielae ‚Standing Stone‘

Bambushain mit Phyllostachys nigra ‘Megurochiku‘, Phyl. humilis, Phyl. aureosulcata ‚Aureocaulis‘

Phyllostachys aureosulcata ‚Spectabilis‘

Fargesia spez. Jiuzhaigou ‚Wagner‘

Phyllostachys atrovaginata

Blüte von Phyllostachys propinqua
Das Wetter – ein Lieblingsthema jedes Gärtners. Und was für ein Thema das in diesem Monat war: Nachdem der Winter bei uns im November in Form von zwei wunderschönen Schneetagen einen kurzen Auftritt hatte, kam im Dezember … die Wärme. Tagestemperaturen im zweistelligen Plusbereich waren die Regel und auch nachts wurde es oft nicht wesentlich kühler. Im Garten fügten sich dadurch übergangslos Herbstimpressionen und Frühlingsmotive zusammen. Neben wogenden Gräsern und den attraktiven braunen Blütenständen der Stauden strecken bereits Narzissen und Hyazinthen ihre Köpfchen raus. Auch die Weidenkätzchen sind schon da und unsere Bambusse wachsen dank der optimalen Wetterverhältnisse einfach weiter. Hoffen wir, dass das bittere Ende nicht noch kommt und all die „Frühlingsgefühle“ zunichte macht.

Die herrlich duftenden Blüten von Lonicera purpusii begeistern uns jeden Winter.

Viburnum bodnantense ‚Dawn‘
Wir wünschen allen unseren Lesern einen guten Start ins neue Jahr – und viele tolle Gartenmomente in 2016!
Bis zum vergangenen Wochenende sollte dieser Post noch „Warm und windig“ heißen – dann kam der erste Schnee! (Fast) hinter uns liegt ein abwechslungsreicher November mit hohen, frühlingshaften Temperaturen, tüchtig Wind und einer ersten ausgiebigen Ladung Winter. Schön!
Hier ein paar Impressionen:

Prachtvolle Farben voller Wärme – unser Rhus typhina, eine Schönheit mit ganz großem Ausbreitungsdrang.

Und dann der erste Schnee! Wer genau hinguckt, entdeckt noch Blüten unserer Gelenkblumen – unermüdliche Herbstblüher. Unverzichtbar ab September.

Die Vögel freuen sich über die gute Futterversorgung.

Oktober – einer der farbenprächtigsten Monate in unserem Garten. Ein wildes Spiel zwischen Leuchten, Verblassen und Dahinschwinden, zwischen herbstlich abgesofteten harmonischen Gartenbildern und einzelnen explodierenden Farbtupfern. Hier ein paar Bespiele aus den Staudenbeeten:
Aber nicht nur die Staudenbeete faszinieren momentan. Auch die Zeit der Vogelfütterung hat wieder begonnen. Die Meisen danken es uns gleich mit wilden Tänzen im Bambus.
Der Herbst ist natürlich immer ein Höhepunkt für Bäume und Sträucher – das Farbspiel jedes Jahr weit gespannt und einzigartig zugleich. Hier der Blick in den Obsthof:

Bergahorne und Stieleichen sorgen inzwischen für tüchtig Schatten im alten Obsthof. Die Ahornsämlinge tauchen wie von Zauberhand überall im Garten auf.
Auch unsere erst 2012 gepflanzte Parrotia persica bringt sich schon tüchtig ins herbstliche Farbspektakel ein. Noch so jung – und doch in Farbe und Habitus schon unverkennbar!
Einige Gehölze stehen jetzt bereits ganz ohne Laub da, zum Beispiel Euonymus planipes, Euonymus alatus, Betula utilis und verschiedene Ebereschen.
Beim morgendlichen Gartenrundgang Spinnenkunstwerke wohin man blickt, die ersten herbstlichen Farbtupfer am Großfrüchtigen Pfaffenhütchen (Euonymus planipes), reife Haselnüsse im Gras, leckere Brombeeren naschen – und dann das: Die junge Sandbirke (Betula pendula) war doch schon mal höher!? Näheres Hingucken bestätigt: Der Haupttrieb ist rund einen halben Meter unterhalb der Spitze abgeknickt. So stürmisch war es doch gar nicht … Noch genaueres Hingucken offenbart: Hier wurde subversiv nachgeholfen. An der Bruchstelle fehlt rundherum die Rinde. Auch an anderen Ästen sind die Wunden zu sehen – samt dem „Übeltäter“. Vespa crabro, eine Hornisse.

Eine Hornisse labt sich am zuckerreichen Birkensaft. Abgeknabbertes Holz wird ins Nest getragen und zum Wabenbau verwendet.
Seit vielen Jahren freuen wir uns darüber, dass unser Garten neben verschiedenen Bienen, Hummeln und Wespen auch Hornissen anzieht. Aber in keinem Jahr zuvor haben sich die friedlichen Fluginsekten mit derartigem Appetit auf die Birken gestürzt. Denn bei der einen gekappten Birke blieb es nicht. Nur wenige Tage später war der zweite junge Baum knapp einen halben Meter kürzer – und der Befund der gleiche.
Nun war unsere Neugier geweckt und wir untersuchten alle umliegenden Birken. Und siehe da: An fast allen Bäumen gab es hier und da die typischen Fraßspuren, teilweise schon vernarbt und „trockengefallen“.

Auch andere Insekten erfreuen sich an den freigelegten Saftquellen – nach unseren Beobachtungen stets im friedlichen Nebeneinander.
Unser Trost: Birken sind ja sehr regenerativ, die bringt so leicht nichts um. Mal schauen, wie sie die gefällten Haupttriebe wegstecken. In ihrem eigenen Interesse sollten die befruchteten Weibchen sicherstellen, dass diese leckere Futterquelle auch im kommenden Jahr noch zur Verfügung steht.
Die Planung fürs nächste Jahr ist bei den Zebraspinnen (auch Wespenspinnen genannt) zum Herbstanfang bereits fast abgeschlossen: Überall in den Wiesen – und bevorzugt an Sporobolus heterolepis – sieht man schon die tabaksbeutelähnlichen Kokons, in die das Weibchen ihre Eier legt. Hierin überwintern die Jungen, bevor sie sich im folgenden Frühling nach draußen wagen.

Eine weibliche Zebraspinne hat einen Grashüpfer erbeutet. Zu sehen ist auch das für die Art typische zickzackförmige Stabiliment im Netz.
Aber nicht nur die tierischen Bewohner im Wilden Garten sind noch höchst aktiv. Viele spätblühende Stauden erfreuen uns mit ihrem Farbenfeuerwerk, einige Astern warten noch mit der Blüte.

Phloxe gehören bei uns zu den ausdauerndsten Blühern, die Gelenkblumen Physostegia virginiana im Hintergrund stehen ihnen in nichts nach.

Zwei Powerpakete im Verdrängungswettbewerb: Pleioblastus pumilus und Mentha x piperita ergeben ein hübsches Paar.

Jeden Herbst begeistern mich die kunstvoll skulpturalen aber hochgiftigen Früchte von Euonymus planipes.