
Unsere schönsten Gartenmomente in 2015 kommen zugegeben mit etwas Verspätung – aber sie kommen zumindest bevor es richtig losgeht mit dem Frühling. Hier gehts zu den Bildern. Enjoy!

Unsere schönsten Gartenmomente in 2015 kommen zugegeben mit etwas Verspätung – aber sie kommen zumindest bevor es richtig losgeht mit dem Frühling. Hier gehts zu den Bildern. Enjoy!

Viel Regen, tüchtig Wind und dann doch noch mal Schnee – der Februar lud in der Nordheide nicht gerade zum genussvollen Gärtnern ein. Also zügig Baum- und Strauchschnitt erledigt, wenigstens noch die Staudensonnenblumenflächen abgeräumt, aber mehr war nicht drin. Zum Gräser- und Staudenrückschnitt in den Beeten hat es nicht gereicht. Zerzaust und zum Teil platt sieht das an einigen Stellen nicht mehr schön aus. Da muss schnellstmöglich Abhilfe geschaffen werden. Bis dahin hilft nur, den Blick auf die allerorts sprießenden Frühlingsboten zu fokussieren. Und alles Weitere in den März zu vertagen.

Galanthus nivalis ‚Flore Pleno‘ zeigt sich bei uns deutlich wüchsiger als die Art Galanthus nivalis.

Die gefüllten Schneeglöckchen lassen sich auch von üppigem Farnwachstum nicht verdrängen.

Elegante Schönheit: Galanthus ‚S. Arnott‘. Im Hintergrund kann man das Chaos von verwehten Miscanthus x giganteus-Blättern erahnen.

In den Startlöchern stehen bereits unsere ausgewilderten Narzissen – jetzt noch ein paar Tage sonnige Wärme …

Doch statt Wärme kam dann die Kälte wieder: Das Eichhörnchen arbeitet mit engagierter Futteraufnahme dagegen an.
Im Moment gibt es draußen wenig zu tun, aber umso mehr zu staunen – Eisskulpturen verzaubern unseren Garten: Bambus in seiner schönsten Form.

Pseudosasa japonica

Phyllostachys propinqua

Fargesia denudata ‚Lancaster 1‘

Betula utilis var. jacquemontii vor dem Bambushain

Phyllostachys bissetii

Fargesia murielae ‚Standing Stone‘

Bambushain mit Phyllostachys nigra ‘Megurochiku‘, Phyl. humilis, Phyl. aureosulcata ‚Aureocaulis‘

Phyllostachys aureosulcata ‚Spectabilis‘

Fargesia spez. Jiuzhaigou ‚Wagner‘

Phyllostachys atrovaginata

Blüte von Phyllostachys propinqua
Das Wetter – ein Lieblingsthema jedes Gärtners. Und was für ein Thema das in diesem Monat war: Nachdem der Winter bei uns im November in Form von zwei wunderschönen Schneetagen einen kurzen Auftritt hatte, kam im Dezember … die Wärme. Tagestemperaturen im zweistelligen Plusbereich waren die Regel und auch nachts wurde es oft nicht wesentlich kühler. Im Garten fügten sich dadurch übergangslos Herbstimpressionen und Frühlingsmotive zusammen. Neben wogenden Gräsern und den attraktiven braunen Blütenständen der Stauden strecken bereits Narzissen und Hyazinthen ihre Köpfchen raus. Auch die Weidenkätzchen sind schon da und unsere Bambusse wachsen dank der optimalen Wetterverhältnisse einfach weiter. Hoffen wir, dass das bittere Ende nicht noch kommt und all die „Frühlingsgefühle“ zunichte macht.

Die herrlich duftenden Blüten von Lonicera purpusii begeistern uns jeden Winter.

Viburnum bodnantense ‚Dawn‘
Wir wünschen allen unseren Lesern einen guten Start ins neue Jahr – und viele tolle Gartenmomente in 2016!
Bis zum vergangenen Wochenende sollte dieser Post noch „Warm und windig“ heißen – dann kam der erste Schnee! (Fast) hinter uns liegt ein abwechslungsreicher November mit hohen, frühlingshaften Temperaturen, tüchtig Wind und einer ersten ausgiebigen Ladung Winter. Schön!
Hier ein paar Impressionen:

Prachtvolle Farben voller Wärme – unser Rhus typhina, eine Schönheit mit ganz großem Ausbreitungsdrang.

Und dann der erste Schnee! Wer genau hinguckt, entdeckt noch Blüten unserer Gelenkblumen – unermüdliche Herbstblüher. Unverzichtbar ab September.

Die Vögel freuen sich über die gute Futterversorgung.

Oktober – einer der farbenprächtigsten Monate in unserem Garten. Ein wildes Spiel zwischen Leuchten, Verblassen und Dahinschwinden, zwischen herbstlich abgesofteten harmonischen Gartenbildern und einzelnen explodierenden Farbtupfern. Hier ein paar Bespiele aus den Staudenbeeten:
Aber nicht nur die Staudenbeete faszinieren momentan. Auch die Zeit der Vogelfütterung hat wieder begonnen. Die Meisen danken es uns gleich mit wilden Tänzen im Bambus.
Der Herbst ist natürlich immer ein Höhepunkt für Bäume und Sträucher – das Farbspiel jedes Jahr weit gespannt und einzigartig zugleich. Hier der Blick in den Obsthof:

Bergahorne und Stieleichen sorgen inzwischen für tüchtig Schatten im alten Obsthof. Die Ahornsämlinge tauchen wie von Zauberhand überall im Garten auf.
Auch unsere erst 2012 gepflanzte Parrotia persica bringt sich schon tüchtig ins herbstliche Farbspektakel ein. Noch so jung – und doch in Farbe und Habitus schon unverkennbar!
Einige Gehölze stehen jetzt bereits ganz ohne Laub da, zum Beispiel Euonymus planipes, Euonymus alatus, Betula utilis und verschiedene Ebereschen.
Beim morgendlichen Gartenrundgang Spinnenkunstwerke wohin man blickt, die ersten herbstlichen Farbtupfer am Großfrüchtigen Pfaffenhütchen (Euonymus planipes), reife Haselnüsse im Gras, leckere Brombeeren naschen – und dann das: Die junge Sandbirke (Betula pendula) war doch schon mal höher!? Näheres Hingucken bestätigt: Der Haupttrieb ist rund einen halben Meter unterhalb der Spitze abgeknickt. So stürmisch war es doch gar nicht … Noch genaueres Hingucken offenbart: Hier wurde subversiv nachgeholfen. An der Bruchstelle fehlt rundherum die Rinde. Auch an anderen Ästen sind die Wunden zu sehen – samt dem „Übeltäter“. Vespa crabro, eine Hornisse.

Eine Hornisse labt sich am zuckerreichen Birkensaft. Abgeknabbertes Holz wird ins Nest getragen und zum Wabenbau verwendet.
Seit vielen Jahren freuen wir uns darüber, dass unser Garten neben verschiedenen Bienen, Hummeln und Wespen auch Hornissen anzieht. Aber in keinem Jahr zuvor haben sich die friedlichen Fluginsekten mit derartigem Appetit auf die Birken gestürzt. Denn bei der einen gekappten Birke blieb es nicht. Nur wenige Tage später war der zweite junge Baum knapp einen halben Meter kürzer – und der Befund der gleiche.
Nun war unsere Neugier geweckt und wir untersuchten alle umliegenden Birken. Und siehe da: An fast allen Bäumen gab es hier und da die typischen Fraßspuren, teilweise schon vernarbt und „trockengefallen“.

Auch andere Insekten erfreuen sich an den freigelegten Saftquellen – nach unseren Beobachtungen stets im friedlichen Nebeneinander.
Unser Trost: Birken sind ja sehr regenerativ, die bringt so leicht nichts um. Mal schauen, wie sie die gefällten Haupttriebe wegstecken. In ihrem eigenen Interesse sollten die befruchteten Weibchen sicherstellen, dass diese leckere Futterquelle auch im kommenden Jahr noch zur Verfügung steht.
Die Planung fürs nächste Jahr ist bei den Zebraspinnen (auch Wespenspinnen genannt) zum Herbstanfang bereits fast abgeschlossen: Überall in den Wiesen – und bevorzugt an Sporobolus heterolepis – sieht man schon die tabaksbeutelähnlichen Kokons, in die das Weibchen ihre Eier legt. Hierin überwintern die Jungen, bevor sie sich im folgenden Frühling nach draußen wagen.

Eine weibliche Zebraspinne hat einen Grashüpfer erbeutet. Zu sehen ist auch das für die Art typische zickzackförmige Stabiliment im Netz.
Aber nicht nur die tierischen Bewohner im Wilden Garten sind noch höchst aktiv. Viele spätblühende Stauden erfreuen uns mit ihrem Farbenfeuerwerk, einige Astern warten noch mit der Blüte.

Phloxe gehören bei uns zu den ausdauerndsten Blühern, die Gelenkblumen Physostegia virginiana im Hintergrund stehen ihnen in nichts nach.

Zwei Powerpakete im Verdrängungswettbewerb: Pleioblastus pumilus und Mentha x piperita ergeben ein hübsches Paar.

Jeden Herbst begeistern mich die kunstvoll skulpturalen aber hochgiftigen Früchte von Euonymus planipes.
Der Reiz von gemeinhin als Unkraut eingestuften Pflanzen ist für naturnahe Gärten nicht zu unterschätzen. Gerade durch sie entstehen oft die faszinierendsten Gartenakzente. So sind in unserem Garten Wilde Möhren (Daucus carota) inzwischen unverzichtbar geworden. Auch in diesem Jahr breiten sie sich besonders im Wilden Garten wieder tüchtig aus. Hinzu kommt, dass sie inzwischen sogar das eine oder andere ansonsten (meist) gepflegte Staudenbeet erobern – dies lässt eine durchaus gewünschte kleine rebellische Note entstehen, die, wenn sie nicht überhandnimmt, eine zarte blühende Verbindung zwischen dem Staudengarten am Haus und den Wilden Wiesen schafft. Das ist sozusagen unser Erfolgsmodell „Unkraut“.
Aber nun ist ein anderes, fast immer als Unkraut im schlimmsten Sinne tituliertes Pflänzchen in unseren Fokus gerückt: die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense). Bei Insekten ein wahrlich begehrtes Objekt. Schön sah es aus, als im Frühsommer all die Schmetterlinge über den Wilden Wiesen flatterten. Jetzt blühen dort nur noch wenige Distelexemplare in bezaubernd sanftem Lila – auch sie nach wie vor ein wahrer Insektenmagnet.
Bisher haben wir die Ackerkratzdistel im Wilden Garten geduldet. Aber nun wollen wir die Wiesen abmagern, um in den kommenden Jahren noch mehr Artenvielfalt und Blühpower zu schaffen. Was also mit der Ackerkratzdistel tun?
Einmal im Jahr einfach mit abmähen. Klar. Doch eigentlich planen wir, die beiden großen Wiesenflächen immer erst im Herbst zu mähen, damit wir möglichst lange den Anblick wogender Gräser und Blüten genießen können.

Die Wilden Wiesen im nordwestlichen Garten
Aber im Moment (die Wiesen sind ja qua Entschluss, siehe oben, noch nicht gemäht) tut die Distel genau das, was alle an ihr fürchten: Sie schickt ihre Samen in den Wind …
… und breitet sich damit noch weiter aus. Aber genau das hat sie in einigen Bereichen der Wiesen durch ihre Wurzelausläufer schon mehr als genug getan – wie man sieht:
Das schafft Diskussionspotenzial: Weg damit oder nicht? Das Problem: Die eine findet es schön, die andere nicht. Glücklicherweise haben wir zwei Wiesen. Schließlich ist unser Garten ja auch so etwas wie ein Experimentierfeld. Nun wird die eine Fläche also ab nächstes Jahr ackerkratzdistelfrei gehalten – eine Menge Aufwand: Hier hilft nur mehrmaliges frühes Ausstechen der Pflanzen über Jahre. Die andere Wiese darf weiter Ackerkratzdisteln beherbergen. Da die Samen der Ackerkratzdistel offene Erde bevorzugen, um sich anzusiedeln, haben wir vielleicht eine Chance, dass der Plan mit den beiden Flächen – eine mit, eine ohne – aufgehen könnte. Schaun wir mal. Wir sind gespannt …
Hochsommer – ein Juli-Start mit 30 Grad, raufarbeiten auf 37 Grad, rekordverdächtig für die Nordheide. Nun sind wir bei weniger sommerlichen 16 Grad plus Sturmböen angelangt, die bisher zum Glück keinen großen Schaden im Wilden Garten angerichtet haben. In Kombination mit ordentlichen Regenschauern kommt da jetzt ab und an schon leichtes Herbstfeeling auf … Aber ein Blick in die Beete genügt und die melancholische Anwandlung ist wie weggeblasen: Denn die Spätsommer-Stauden stehen kurz vor dem Aufblühen und auch der Temperaturtrend geht wieder nach oben. Das verspricht hoffentlich noch einige lauschige Abende im blühenden Grün.
Unser Garten hat das Rauf und Runter erstaunlich gleichmütig weggesteckt. Nur die Rosen konnten dem nicht standhalten: Sturm und Regen verwandelten nach nur wenigen Tagen die Rambler-Blütenwolken im Obstbaum und an der Garagenwand in zartrosa Teppiche auf Rasen und Stein. Anderen hingegen schienen die Böen gar nichts auszumachen, zum Beispiel unseren erst im Frühjahr 2014 gepflanzten Monarden.

Monarda fistulosa-Hybride ‚Prärienacht‘
Die haben sich inzwischen kräftig ausgebreitet und machen auch nach richtigem Schietwetter noch einen standfesten Eindruck. Wir haben die charmanten Indianernesseln inzwischen richtig lieb gewonnen – zumal sie bisher ihre gute Mehltauresistenz unter Beweis stellen. Hoffen wir, dass das weiterhin so bleibt. Dann werden wir neben ‚Prärienacht‘, ‚Jacob Cline‘, ‚Pummel‘ und ‚Marshall’s Delight‘ sicher noch andere Sorten probieren.
Ungewöhnlich langlebig präsentieren sich die großblumigen Kokardenblumen Gaillardia x grandiflora bei uns und halten dabei sogar den wüchsigen und unverwüstlichen Knautia macedonica stand, die sich zudem noch reichlich versamen – was wir zulassen.

Helenium ‚Sahin’s Early Flowerer‘ eingerahmt von Melica ciliata, Monarda ‚Jacob Cline‘ und Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm‘
Die Blühsaison bei den Sonnenbräuten läutet – der Name verrät es schon – wie immer Helenium ‚Sahin’s Early Flowerer‘ ein.
Die Korbblütler erfreuen nicht nur uns mit ihren kräftigen Farbakzenten, sie stehen auch bei vielen Insekten ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Hier sieht man Biene und Hummel auf Helenium ‚El Dorado‘.
Ebenfalls standfest: die Blütenstände der reizenden Zwerg-Rohrkolben. Typha minima fühlt sich bei uns seit Jahren in einem großen Kübel wohl. Und erinnert uns täglich an das ausstehende Projekt „Teichanlage“ …
Freudig haben die Hostas den Regen begrüßt. Der lockt natürlich auch die Nacktschnecken aus ihren Verstecken. Da die Pflanzen in Töpfen stehen, lassen sich die ungebetenen Gäste aber gut absammeln und die Fraßschäden halten sich in tolerablen Grenzen.
Auch der Wasserdost liebt die derzeitige Feuchte und wird in einigen Tagen – zur Freude von Schmetterling, Biene und Co. – seine schönen Blüten öffnen. Die mächtigen Pflanzen säen sich in unserem Garten ebenfalls rege selbst aus. Passt der gewählte Standort aufgrund der zu erwartenden Pflanzengröße nicht, setzt man die Kleinen einfach um.
Die Nachtkerzen hingegen sehen eigentlich an jedem selbstgewählten Standort in den Beeten gut aus.
Gern gesehen im Wilden Garten sind auch die Wilden Möhren Daucus carota, die sich locker selbst neben dem sehr wüchsigen Sanddorn behaupten.
Richtig wohl fühlen sich Origanum vulgare und Hypericum perforatum in den wilden Wiesen. Beide haben inzwischen üppige Bestände ausgebildet.
Wärme und Regen sind natürlich auch für unseren Bambus perfekte Wachstumsstimulanzien: In diesem Jahr schob Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘ erstmals Halme, die man mit Daumen und Zeigefinger nicht mehr umfassen kann.
Und Luma apiculata (Luma-Myrthe), unser Schätzchen aus Cornwall, blüht üppig inmitten der schützenden Bambusse.

Viel los in letzter Zeit. Daher nur kurz ein paar Sätze und ein paar Foto-Highlights aus unserem Frühsommer-Garten:
Unsere Wiesen kommen langsam tüchtig in Fahrt.

Das Ungeplante in einem Garten ist ja oft das Bezauberndste:
In den vergangenen Wochen herrschte ausgeprägte Trockenheit – dennoch gab es eine überwältigende Blühpower bei einigen Gehölzen:
Die Staudenbeete machen sich langsam für den Sommer bereit:
Und bei zwei Bäumen gab es erste Blütenansätze zu bewundern:

Maackia amurensis ist im dritten Standjahr – Hummeln, Bienen und andere Insekten können sich auf die Schmetterlingsblüten freuen

Als kleine Walnuss in die Erde gepflanzt – nun nach über 10 Jahren die erste (weibliche) Blüte bei Juglans regia
Leider blüht auch einer unserer liebsten Bambusse: