Schüchterne Schönheit

Viburnum x bodnantense ‚Dawn‘ – aufgefallen ist mir dieser tolle Winterblüher erstmals vor drei Jahren bei einem Weihnachtsspaziergang in Süddeutschland. Mitten in einer – jahreszeitlich bedingt tristen – gemischten Strauchhecke leuchteten plötzlich zarte rosa Blütenwölkchen. Ein echter Hingucker in den oft grauen Wintermonaten. Das wollte ich gerne auch für unsere Border haben, damit sie in der kalten Jahreszeit noch attraktiver aussieht.

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„Die stark duftenden, bis 1 cm breiten, röhrenförmigen, sattrosaroten bis weißrosa Blüten öffnen sich über lange Zeit hinweg vom späten Herbst bis zum Frühjahr …“ – das „verspricht“ die große Pflanzenencyclopädie der Royal Horticultural Society. Nun, an Knospen mangelt es unseren Viburnums zwei Jahre nach der Pflanzung wahrlich nicht. Nur, die Knospen, sie wollen einfach nicht richtig ins Blühen kommen. Gestern habe ich nun endlich eine kleine geöffnete Schönheit entdeckt – schamhaft gen Norden gerichtet.

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Vielleicht ist es ihnen in der jungen Hecke noch zu ungeschützt? Wir beobachten das.

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Überwiegend heiter – kurzer Rückblick aufs Bambusjahr 2013

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Nun ist schon fast der Januar wieder rum und gerade fiel mir auf, dass ich noch gar kein Fazit über die Entwicklung unserer liebsten Strukturpflanzen in 2013 geschrieben habe … Daraus könnte man jetzt die Schlussfolgerung ziehen, dass es nichts Aufregendes zu berichten gibt. Aber ganz so war es nun doch nicht.

Nachdem der Winter 2012/13 bis zu seinem meteorologischen Ende bei uns sehr bambusfreundlich verlief, gab es Mitte März noch einmal einen späten Höhe- bzw. Tiefpunkt: Zu kräftigen Schneefällen gesellten sich die kältesten Nächte dieser Wintersaison – am 13. März sackte das Thermometer auf minus 15,3 Grad. Da tagsüber jedoch Plusgrade herrschten, hielten sich die negativen Auswirkungen in Grenzen. Lediglich eine selbstgebaute Haltekonstruktion, welche die Halme eines Phyllostachys bissetii daran hindern sollte, unter Schneelast die Garagenzufahrt zu versperren, brach zusammen (es war immerhin ihr drittes Standjahr).

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Bis zum 9. April hatten wir durchgängig Nachtfrost, danach fiel die Temperatur aber nur noch zweimal leicht unter den Gefrierpunkt. Das kam natürlich den neuen Sprossen zugute, die etwas später loslegten und dann in ihrer sensiblen Austriebphase nicht unter Spätfrösten zu leiden hatten. Sowohl bei Fargesia rufa als auch bei Fargesia robusta ‚Campbell’ – beim Sprossenschieben immer ganz vorne dabei – überlebte der gesamte Neuaustrieb. Entsprechend konnten beide Pflanzen ihre Präsenz noch einmal kräftig ausbauen. Beispiel Fargesia rufa (fünftes Standjahr): Hier vergrößerte sich der Durchmesser von 3 auf 4 Meter, in der Höhe gab es ein Wachstum von 1,90 auf 2,60 Meter.

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Bei den Phyllostachys überzeugte auch im vergangenen Jahr neben den verlässlichen Ph. bissetii unser Ph. aureosulcata ‚Aureocaulis’ durch viele schöne neue Halme.

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Was gibt es bei den Phyllos noch anzumerken? Unser nach dem Winter 2011/12 oberirdisch toter und im Sommer 2012 mit einem zarten Halm wiedererwachter Ph. vivax ‚Aureocaulis’ stagnierte 2013 weiter auf diesem traurigen Niveau. Mal schauen, ob er sich überhaupt wieder berappelt. Der Star in puncto Höhenzuwachs war ganz klar Ph. nigra ‚Boryana’: Die Pflanze verdreifachte sich fast in Richtung Himmel! Bei den Ph. nigras legten zudem ‚Henonis’ und ‚Megurochiku’ ordentlich zu. Besonders für Letzteren hoffen wir natürlich wieder auf einen milden Winter 2013/14. Auf dass uns die in der Höhe nicht mehr zu schützenden Halme von 2013 erhalten bleiben.

 Semiarundinaria fastuosa haben die Teilung und der Neustart in drei Töpfen gut getan. Die Idee, die nach mehrmaligen starken Winterschäden kraftlos gewordene Pflanze auszugraben und zur Rekonvaleszenz in Töpfen weiter zu pflegen, fand offensichtlich Anklang.

Apropos Töpfe: Auch unsere Borindas haben sich im vergangenen Jahr alle sehr schön entwickelt. Gerade die erst im Herbst 2012 in die Sammlung aufgenommene Borinda perlonga Yunnan 6 scheint sich richtig wohlzufühlen. Sie steht in frostfreien Zeiten an der Ostseite des Hauses und bereichert dort unsere Halbschattenoase.

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Winterschutz

Minus 13 Grad – die Kälte ist da und zaubert Eisblumen ans Kalthausfenster. Bei diesen Temperaturen müssen wir hier, wo unsere ganzen empfindlichen Pflanzen stehen, schon ein wenig heizen, damit Frostschäden wirklich ausbleiben.

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Unsere jüngeren ausgepflanzten Bambusse haben wir – wie jedes Jahr – mit Riedmatten geschützt, damit sie gut durch ihre ersten Winter kommen. Mit dieser Methode konnten wir in den vergangenen Jahren recht positive Erfahrungen machen: Bei den so eingewickelten Exemplaren hatten wir nur geringe Halm- und Blattschäden zu beklagen. Werden die Bambusse allerdings mit der Zeit zu hoch, müssen die Pflanzen ohne Schutz klarkommen – womit die älteren Exemplare dann abhängig von ihrer Winterhärte oft keine Schwierigkeiten mehr haben. Sensiblere Kandidaten werfen nach langen Frostperioden im folgenden Frühjahr ihre Blätter ab und sind bis zum neuen Austrieb obenrum doch recht unansehnlich.

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Besonders empfindliche Arten wie beispielsweise Hibanobambusa tranquillans ‚Shiroshima‘ schützen wir mit einem kleinen „Häuschen“ aus Styroporplatten, die mit Riedmatten umwickelt werden. Dies war bisher so erfolgreich, dass wir dazu übergegangen sind, auch unsere jungen – und damit ebenfalls noch etwas frostempfindlichen – Persischen Eisenhölzer Parrotia persica mit einem „Häuschen“ aus Vlies zu ummanteln. Letzten Winter hat das prima funktioniert.

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Sollten die Temperaturen nicht noch tiefer fallen, sind wir damit voll „im grünen Bereich“.

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Das Warten auf den Winter

Winterwetter naht. Wir bereiten uns vor und genießen dabei einen Blick auf unsere „Winter-Stars“: Cornus stolonifera ‚Flaviramea’ – strahlend in leuchtendem Grüngelb.

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Cornus alba ‚Kesselringii‘ beeindruckt mit seinen tiefroten Ästen, die ab dem beginnenden Winter immer deutlich heller scheinen als im Sommer.

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Und Cornus sanguinea ‚Midwinter Fire: Diesmal leider – wie schon in einer der letzten Garden Notes erwähnt – ­lange nicht so leuchtend in seinem Feuerrot wie im vergangenen Jahr. Aber vielleicht braucht es noch kühlere Temperaturen und vor allem Schnee als intensivierenden Farbkontrast …

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Alle empfindlichen Pflanzen in Töpfen stehen seit diesem Wochenende im Kalthaus. Hoffen wir, dass das winterliche Wetter es gut mit unseren sensibleren Sträuchern und Bambussen meint.

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Maulwürfe machen keinen Winterschlaf

Das ist definitiv so. Wir sehen das seit Wochen in unserem Garten. Jedes Wochenende sind wir dabei, zwischen zehn und sechzig Maulwurfhügel plattzumachen. So viele hatten wir noch nie. Vor allem unter den Graswegen im „Wilden Garten“ und auf der „Weide“ treibt der kleine Kerl (Kann das wirklich nur einer sein?) sein Unwesen.

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Die Anwesenheit von Maulwürfen wird gerne mit einem gesunden Boden in Verbindung gebracht. Das ist zwar ein Trost, aber kaum eine Hilfe, wenn es so viele Hügel gibt, dass man bald nicht mehr weiß, wohin mit all der guten Erde (die bei uns leider fast immer auch mit Steinen durchsetzt ist).

Tierlieb wie wir sind, haben wir bisher – außer dem Abtragen der fruchtbaren Arbeitszeugnisse – nichts unternommen. Knoblauch und Teebaumöl sollen Anreize zur Abwanderung geben, da Maulwürfe diese Gerüche verabscheuen. Noch können wir uns nicht dazu überwinden.

Und was sagen die Bauernregeln? Hier gibt es ein kleines Video dazu. Da kann man nur hoffen, dass diese Regel viele Ausnahmen kennt …

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Sunny Sunday

Es ist nach wie vor mild für Januar. Mit einem kühlen Wind zwar, aber bei strahlender Sonne. Unsere Bambusse freut der bisher sanfte Winterverlauf. Letztes Jahr, genau um diese Zeit, setzte die Kälte ein: Die besonders empfindlichen Bambus-Exemplare (Importe aus Südengland, die alle im Pott stehen) kommen dann ins Kalthaus, die anderen Schutzbedürftigen werden mit Vlies und Riedmatten isoliert, der Rest muss es nur mit Laubmulch „um die Füße“ schaffen. Scheint so, als hätten diese Schutzmaßnahmen noch etwas Zeit.

Also genießen wir die Sonne im Garten.

Am Haus spielt das Licht in den Kletterhortensien.

Und im „Wilden Garten“ verzaubert die fein duftende Heckenkirsche Lonicera purpusii mit ihren zarten weißen Blüten.

Der gelbrindige Hartriegel Cornus stolonifera ‚Flaviramea’ überstrahlt im Sonnenschein den Wall mit seinen schönen Ästen. Er setzt – neben Cornus alba ‚Sibirica – momentan jene leuchtenden Akzente, die sonst der dieses Jahr leider etwas farbleere Cornus sanguinea ‚Midwinter Fire  bietet.

Aber es gibt durchaus auch andere rote Farbkleckse zu finden: Euonymus alatus und die schottische Zaunrose Rosa rubiginosa schicken kleine Lichtfünkchen in den winterlichen Garten:

Zum Abschluss noch ein kurzer Blick in den „Kreuzgarten“: Entzückend, elegant und anmutig – die Köpfchen der Herbstanemonen Anemone hupehensis:

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Weg damit

Ganz entgegen der Wettervorhersage, die Regen prognostiziert hatte, ein wunderbarer Tag zum Gärtnern.

Die Insel der Lupinen ist in den letzten Wochen doch recht unansehnlich geworden: matschige Stängel, die langsam in sich zusammensacken. Eigentlich wollten wir das alles liegen lassen, ist ja schließlich unser wildes Gartenareal. Aber dann siegt doch der Wille des Gestalters und es wird aufgeräumt.

Eine gute Gelegenheit, auch gleich nebenan im Birkenhain den dringend notwendigen Korrekturschnitt zu machen. Sich überschneidende Äste werden ausgedünnt – das Schnittgut kommt in die Vase.

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Raus ins neue Gartenjahr

Das Jahr startet mit anhaltend milden Temperaturen. Der erste Gartentag 2014 liegt hinter uns. Was gibt es Neues? Unsere vergangenes Jahr gesetzten Galanthus elwesii trauen sich als erste Schneeglöckchen mit ihrer Blüte raus.  Juhu – es geht los!

Und da auch in den nächsten Tagen keine Wetteränderung Richtung Winter in Sicht ist, wandert unser Viburnum tinus (Lorbeerblättriger Schneeball, auch Mittelmeerschneeball genannt) aus dem Kalthaus wieder nach draußen vor die Eingangstür. So viele zarte Blütenwölkchen wollen schließlich bewundert werden.

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Rückblick auf 2013 – Überraschungsmomente

Ein Jahresrückblick offenbart für einen Gärtner vieles – so zeigt er beispielsweise Stärken und Schwächen des Gartens. Mit dieser Art von Rückschau ist meist die Planung von notwendigen Veränderungen für die nächsten Jahre verbunden. Denn was gut ging, kann man anderer Stelle hoffentlich ebenso erfolgreich wiederholen, was nicht so gut ging, ist zu überdenken und ggf. neu zu gestalten.

Was einen Garten aber wirklich lebendig, ja geradezu aufregend macht, sind jene ungeplanten und dementsprechend unerwarteten Entwicklungen, die das Gartenjahr bereichern und verzaubern.

Hier ein kleiner Blick auf  unsere Überraschungserfolge in 2013:

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Ein vor vielen Jahren ausgepflanzter aus einem Kräutertöpfchen stammender Pfefferminzstrauch ist auf unserem Kompost inzwischen zu stattlicher Größe mutiert. Wenig verwunderlich, denn der Ausbreitungsdrang von Minze im Garten ist schließlich nicht umsonst gefürchtet. Aber die ungehemmte Wüchsigkeit hat auch ihre positiven Seiten – denn unser Bestand hat dieses Jahr einen wahren Freudentaumel bei einer ganzen Heerschar von  „Kleinen Füchsen“ ausgelöst.

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Vor circa vier Jahren stand im Wilden Garten nur eine einzige Lupine allein auf weiter Flur. Sie hat beschlossen, sich bei uns richtig wohl zu fühlen und sich in den vergangenen Jahren tüchtig ausgesamt. Darüber haben wir hier schon einmal ausführlicher berichtet. Wir nennen das mehrere Quadratmeter große Areal die Insel der Lupinen. Ein blau leuchtender Überraschungsmoment, der von Jahr zu Jahr eindrucksvoller wird.

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Wilde Wiesen sind IMMER ein Überraschungserfolg! Großartig auch in 2013.

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Besonders spannend in diesem Jahr: Origanum vulgare, der in unseren Staudenbeeten üppig vertreten ist, hat sich auch im Wilden Garten kräftig breitgemacht. Wie hingetupft sieht man nun überall im Gras Oregano-Tuffs. Sehr zur Freude der Insekten.

Akelei

Irgendwie muss an unserem Zaun vor Jahren der Samen einer Akelei gelandet sein. Zunächst hatte sich ein Pflänzchen angesiedelt und gedieh prächtig. Dieses Jahr wurde bereits eine Zaunstrecke von mehreren Metern durch die feengleichen zartrosanen Schönheiten verzaubert.

Weitere stimmungsvolle Gartenmomente aus 2013 gibt es in unserer Galerie zu sehen.

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Futterquellen

Und wieder steht der Winter vor der Tür – die ersten Nächte mit deutlichen Minusgraden liegen schon hinter uns, der erste Schnee noch vor uns. Da wird es Zeit, die letzten Mulcharbeiten zu erledigen, die Töpfe ins Kalthaus zu verlagern und empfindlichere Pflanzen mit Vlies und Schilfmatten zu schützen. Damit auch die Tiere gut durch die kalte Jahreszeit kommen, haben wir viele Sträucher und Bäume gepflanzt, die noch einige Wochen als Nahrungsquelle dienen können. Hier ein paar Impressionen.

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