Abendspaziergang

Zu vieles muss im Moment im Garten getan werden – das lässt kaum Zeit zum Bloggen.

Ein Glück, dass sich die schönsten Augenblicke (manchmal) einfach mit der Kamera einfangen lassen: ein Abendspaziergang durch den Wilden Garten.

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Must-Have-Seen-Gärten in Südengland, Teil 2: Mittleres Südengland

Hier nun endlich unsere ganz persönliche Auswahl an sehenswerten Gartenanlagen im mittleren Teil von Südengland.

Stourhead, Wiltshire

Stourhead ist – neben Stowe – DER Landschaftsgarten Englands. Eine ganz große Kulisse: Wir bewegten uns darin wie in einem gepflanzten Gemälde aus dem 18. Jahrhundert.

Knoll Gardens, Dorset

Wer Gräser liebt, der kommt an dem inspirierenden Schaugarten von Knoll Gardens nicht vorbei. Im Herbst einfach überwältigend: Gräserkomposition at its best. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Anlage kann man – angeregt und motiviert – gleich nebenan in der Gärtnerei aus dem Vollen schöpfen.

Sir Harold Hillier Gardens, Hampshire

Ein Eldorado für Gehölzliebhaber. Das beeindruckende Arboretum beherbergt 13 National Plant Collections (u. a. Cornus, Hamamelis, Pinus, Quercus) sowie einige außergewöhnliche Schätze wie beispielsweise die außerhalb der Naturstandorte äußerst selten zu findende Parrotia subaequalis. Ein weiteres Highlight ist der Winter Garden: Hier sind über 650 verschiedene Pflanzen arrangiert, die von November bis März für winterliche Höhepunkte im Garten sorgen – tolle Pflanzideen auch für zu Hause.

Hidcote Manor,  Gloucestershire

Einer der bekanntesten und einflussreichsten Arts-and-Crafts-Gärten in England – noch dazu mit einer recht ungewöhnlichen Geschichte. Denn kein gebürtiger Engländer schuf diesen Gartentraum, sondern der Amerikaner Lawrence Johnston. 1907 begann er, diese „englisch-amerikanische Gartenphantasie“ anzulegen. Johnston entwarf in Hidcote ineinander übergehende Gartenräume mit unterschiedlichen Pflanzenthemen und Gestaltungslinien, wie etwa den Fuchsia Garden oder die Red Border. Ein Garten zum Flanieren und ein Garten, um sich immer wieder in Details zu verlieren. Schön und glanzvoll.

Westonbirt, Gloucestershire

The National Arboretum ist definitiv das Arboretum Großbritanniens. Eine der herausragendsten Gehölzsammlungen weltweit! Über 16.000 nummerierte Bäume und Sträucher auf einem mehr als 240 Hektar großen Gelände. Im Herbst ein einziger Farbenrausch. Vorbildlich ist die Kartographierung der Bäume: Mit Hilfe der Westonbirt Interactive Map findet der Gehölzliebhaber in der riesigen Anlage ganz leicht zu seinem gesuchten Exemplar. So lassen sich auch seltene und junge Bäume und Sträucher sehr gut finden. Da macht „tree hunting“ richtig Freude!

 Zur Intro und zu weiteren Beiträgen der Reihe „Gärten in Südengland“ geht es hier.

In Kürze erscheint der dritte und letzte Teil – Gärten in Südwestengland

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Flieder – ein fast vergessener Blüten-Wolken-Traum

Altmodisch soll er sein? Irgendwie vorgestrig? Nichts da! Der Flieder ist ein echter Altrocker von einem Strauch!

Syringa vulgaris ist ein Gehölz, das wir unbedingt wieder mehr schätzen lernen sollten. Über viele Jahre war er in unseren Gärten aus der Mode gekommen. Warum eigentlich?

Er bildet zahlreiche Wurzelausläufer und erzeugt daher in seiner Umgebung großen Wurzeldruck. Damit kommen die meisten Begleitpflanzen nicht gut zurecht. Zudem hat der Gewöhnliche oder Gemeine Flieder einen nicht zu unterschätzenden Platzbedarf – gerne wächst er breit ausladend. Dies macht ihn leider für moderne, vor allem kleinere Gärten nicht gerade zu einer Pflanze der ersten Wahl.

Botanisches

Von der Gattung Syringa kennen wir rund 30 Arten. Flieder gehört zur Familie der Oleaceae, der Ölbaumgewächse. Sie stammen aus Südosteuropa und Ostasien. Es sind laubabwerfende kleinere Bäume oder Sträucher mit herzförmigen, gegenständigen und meist ungeteilten Blättern. Sie wachsen aufrecht, dicht verzweigt und sind sehr stark ausläuferbildend. Ein Strauch wird lediglich 4 bis 6 Meter hoch, aber durchaus 3,5 bis 5 Meter breit.

Am imposantesten sind die Blüten. Sie überzeugen im Mai durch lila, violette, rosa, weiße, purpurne oder gelbe Farbtöne und stehen in bis zu 20 cm langen aufrechten Rispen. Bleibt der Baum oder Großstrauch ungeschnitten, dankt er es mit einer üppigen ca. zwei Wochen andauernden Blütenpracht. Schneidet man ihn zurück, produziert die Pflanze zunächst neues Holz ohne Blüten, um die entfernten Äste zu ersetzen. Wer hingegen nach der Blüte nur das Verblühte entfernt, wird im nächsten Jahr mit einer noch größeren Blütenpracht belohnt. Und: Die Blüten von Syringa vulgaris, sie duften einfach wunderbar!

Alte und neue Züchtungen

Syringa vulgaris ist die in unseren Gärten häufigste Fliederart. Sie hielt im 16. Jahrhundert Einzug nach Mitteleuropa, aber ihre größte Popularität erreichte sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurden Hunderte von Sorten gezüchtet, die meisten von Victoir Lemoine aus Nancy, Frankreich. Aus seiner Zucht stammen so berühmte, beständige Sorten wie die heute noch weit verbreitete „Mme. Lemoine“ oder „Belle de Nancy“.

Beides Sorten mit gutem, verlässlichem Wuchs, die sich in so manchem ländlichen Garten fanden und immer noch finden. War der Flieder doch lange Jahre eine Pflanze, die fast jeden Bauerngarten zierte.

Inzwischen gibt es zahlreiche moderne Züchtungen, die heutigen Ansprüchen deutlich mehr entsprechen, als es die alten, eingeführten Sorten tun. Mit Meristemvermehrung und wurzelechten Sorten wird versucht, dem größten Problem des Flieders, den zahlreichen Wurzelschößlingen, entgegenzuwirken. Einen guten ersten Überblick hierzu liefert dieser Artikel.

Standort und Bodenansprüche – und die tolle Sache mit dem Wind

Flieder liebt es sonnig, aber auch ein wenig Schatten wird toleriert. Dieser geht aber leider auf Kosten der Blütenpracht. Was Syringa vulgaris jedoch vor allem auszeichnet, ist seine hervorragende Windfestigkeit – dies beweisen die zahlreichen Windschutzhecken mit Flieder in Norddeutschland. Frosthärte, Hitze- und Stadtklimaverträglichkeit kommen noch hinzu.

Syringa vulgaris ist insgesamt recht anspruchslos, er gedeiht auch auf kargen Sandböden (was wir durch einen eindrucksvollen Bestand von über die Jahre sich immer weiter ausbreitenden Sträuchern bestätigen können – Wurzelschößlinge, natürlich!).

Optimal steht er auf mäßig trockenen bis frischen, nährstoffreichen, sandig-humosen, gut durchlässigen und warmen Lehmböden. Er mag darüber hinaus auch gerne etwas kalkhaltigen Boden. Informationen zu Sorten und Krankheitsbildern sowie Schädlingen gibt es hier.

Tipps und Tricks

Leider können nur wenige Pflanzen gut mit Flieder stehen. Dies hat seine Ursache in dem bereits erwähnten hohen Wurzeldruck, den gerade Syringa vulgaris in seiner Umgebung erzeugt. Ein einfacher Trick hilft hier: Pflanzen, die der Wurzelkonkurrenz nicht so gut standhalten können, einfach in ein nach unten offenes Gefäß setzen (z. B. unten aufgesägte große Pflanzpötte aus Plastik). So können beispielsweise auch empfindsame Gewächse wie Clematis gut neben Flieder stehen. Warda empfiehlt darüber hinaus aus dem Bereich der Staudenpflanzen u. a. Thalictrum aquilegifolium und Allium christophii sowie giganteum. Weitere Pflanzentipps finden sich hier.

Das schönste am Flieder sind sicherlich die Blüten. Als Schnittblume ist er jedoch nicht ganz einfach zu verwenden. Ihn nur in die Vase zu stellen, das lässt ihn ganz schnell welken. Hier gibt es u. a. Tipps, wie man Flieder länger in der Vase gut aussehen lassen kann.

Schade eigentlich, dass der Flieder so aus der Mode gekommen ist, oder?

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No Spring Garden

Wir haben definitiv keinen Frühlingsgarten. Unser Garten erblüht im Frühsommer, powert im späten Sommer und hat sein furios-buntes Finale im Herbst.

Bisher haben wir auf Frühblüher im Garten weitgehend verzichtet. Natürlich nicht auf Schneeglöckchen – die muss man einfach haben. Aber alle andere Geophyten sind deutlich unterrepräsentiert. Ein paar Narzissen hier, ein paar Krokusse da, ein kleiner Tuff Tulpen und fünf, sechs Schachbrettblumen … mehr aber auch wirklich nicht.

Das rächt sich in diesem ganz besonderen Frühling – ein Frühling, der dem gefühlt längsten Winter aller Zeiten folgt. Er treibt einen nun mit drängender Sehnsucht nach Grün und Farben in den Garten. Und was für eine Freude, wenn man dann mit leuchtender Blütenfülle begrüßt wird. Vielleicht sollten wir doch darüber nachdenken, einen Teil des Gartens für das Frühjahr und seine ganz besonderen Schönheiten zu reservieren?


Auf dass der Frühling nie wieder so lange auf sich warten lässt.

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Must-Have-Seen-Gärten in Südengland, Teil 1: Südostengland

Unsere ganz persönliche Auswahl an sehenswerten Gartenanlagen im Südosten von England.

Enjoy!

Beth Chatto Gardens, Essex

Über den Garten der vielbewunderten Beth Chatto ist schon unendlich viel geschrieben und gesagt worden. Was soll man dem noch hinzufügen? Der Garten ist einfach überwältigend. Zu platt. Er lohnt die Reise in eine Ecke von England, die sonst gärtnerisch wenig bereithält. Zu unpersönlich. Er hat uns bis in die Grundfesten unserer Gärtnerseelen berührt. Well, that’s it.

Sissinghurst Castle Garden, Kent

Eine Gartentour in England ohne Sissinghurst? Undenkbar. Der Garten von Vita Sackville-West und Harold Nicholson ist ein perfekter Einstieg (da nur wenige Meilen vom Fährhafen Dover entfernt) – und Highlight zugleich.

Great Dixter, East Sussex

Zu Great Dixter gibt’s einen ausführlichen Wild Gardening Post hier.

High Beeches Garden, West Sussex

Im Herbst eine beeindruckende Farbenpracht: Das Laub – unter anderem von Parrotia persica, verschiedenen Euonymus-, Acer- und Fothergilla-Artenlässt die schöne Anlage in der sanften Hügellandschaft erstrahlen. Im Frühsommer hat die fantastische Wildblumenwiese ihren Höhepunkt. High Beeches beherbergt die National Collection von Scheinkamelien (Stewartia).

Royal Botanic Gardens Kew, Greater London

Weltweit eines der wichtigsten Zentren der botanischen Forschung. Die über 120 Hektar große Anlage bietet so viel Spannendes, dass man den irritierenden Fluglärm (Heathrow ist um die Ecke) bald überhaupt nicht mehr wahrnimmt. Zu den zahlreichen Highlights zählen neben der Bambussammlung und dem Grasgarten natürlich Palmen-, Seerosen- und Alpinenhaus, der Redwood Grove – ein wunderschöner Hain aus Sequoia sempervirens und Sequoiadendron giganteum – und die Sammlung des Arboretums.

Wakehurst, West Sussex

Die Außenstelle der Royal Botanic Gardens Kew. Hier kann man die National Collections von Birken (Betula), Johanniskraut (Hypericum), Scheinbuchen (Nothofagus) und Skimmien (Skimmia) bewundern. Inspirierend und schön präsentieren sich auch die regionalen Pflanzengesellschaften wie beispielsweise die Flora Asiens im Westwood Valley oder die großen Beete im Southern Hemisphere Garden, die Pflanzen aus Süd-Afrika, Neuseeland, Tasmanien, Australien und anderen südlichen Ländern zeigen. Hochinteressant ist die Millennium Seed Bank: Hier lagern bereits Samen von mehr als 10 Prozent der weltweiten Flora. Bis 2020 sollen 25 Prozent der Arten zum Schutz der weltweiten Artenvielfalt konserviert sein.

Wisley, Surrey

Der „Flagship Garden“ der Royal Horticultural Society. Wer etwas übers Gärtnern lernen möchte, der ist hier richtig: Neben zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen gibt es u. a. ein phantastisches Angebot an Gartenbüchern. Schöner Wild Garden und Piet Oudolfs berühmte, parallel verlaufende Staudenrabatten sind inzwischen wunderbar eingewachsen. Sehr spannend sind auch die Sichtungsgärten zur Testung neuer Pflanzenzüchtungen.

Losley Park, Surrey

Hinreißende Mischung aus formalem Garten mit romantischen und wilden Zitaten. Der weiße Garten ist besonders sehenswert – stille Eleganz. Ansonsten beeindruckend überbordende Farben, die das formale Grundraster rebellisch ästhetisieren.

Zur Intro und zu weiteren Posts unserer Blogpostreihe „Gärten in Südengland“ geht es hier.

Teil 2 – Gärten im mittleren Südengland

Teil 3 – Gärten in Südwestengland

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Endlich …

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… Frühling!!!

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Von wegen …

… Abschied vom Winter. Er ist zurück – mit voller Wucht.

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Abschied vom Winter

Endlich Sonne. Raus in den Garten. Ab heute wird die Schere angesetzt. Ein letzter Blick auf unsere Winterschönheiten:

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Schnee-Glöckchen

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Bambusparadiese in Südengland

Zur Intro unserer Blogpostreihe „Gärten in Südengland“ geht es hier.

Für Bambusliebhaber ist Südengland – insbesondere der Südwesten – ein absolutes Eldorado. Hier kann man dank mildem Klima und hoher Luftfeuchtigkeit viele Arten bewundern, die in deutschen Gärten keinen Winter überleben würden. Bambusarten und -sorten, die bei uns in der Regel gut über die Runden kommen, wachsen dort zu stattlichen Hainen heran, wie sie hierzulande nur selten zu finden sind.

Carwinion Cornwall’s Bamboo Garden

Immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis ist der Besuch von Carwinion Garden in Mawnan Smith bei Falmouth.

Stundenlang verliert man sich in gewundenen Pfaden, die durch Bambus, alte Rhododendren, Kamelien, Farne und Baumfarne führen, überquert kleine Brücken über den Flusslauf unter den Riesenblättern der Gunneras, steht plötzlich auf einer Wiese voller Borindas oder im Walled Garden zwischen Inseln verschiedener Phyllostachys. Am Rande der Borindawiese ist ein Prachtexemplar von Borinda papyrifera zu bestaunen – gute sieben Meter hoch.

Natürlich darf auch ein Blick in die kleine Bambusgärtnerei nicht fehlen. In den Sommermonaten kann man sich zwischen den Gartenexpeditionen bei einem köstlichen Cream Tea auf der wunderschönen Terrasse des alten Herrenhauses aus dem 18. Jahrhundert entspannen und die Ruhe dieses herrlichen Ortes genießen, oder mit der Hausherrin Jane Rogers über ihren Garten im Allgemeinen und natürlich über die Bambussammlung im Speziellen plaudern.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt – am besten gleich ein paar Tage B & B in Carwinion buchen – sollte unbedingt einen Spaziergang runter zum Helford River machen: Einfach Carwinion Garden durch das untere Gartentor verlassen und dem Weg neben dem Bachlauf – teilweise eingebettet in ausbreitungsfreudigen Sasa palmata – weiter folgen bis ans Ufer des Helford Rivers. Entlang des Flusses verläuft auch der South West Coast Path. Wendet man sich hier nach rechts und geht eine gute halbe Meile, finden sich gleich die nächsten Gartenparadiese: Glendurgan und Trebah Gardens.

Glendurgan und Trebah Gardens

Trebah, Glendurgan und Carwinion liegen wie Perlen nebeneinander am Helford River. Neben der Wärme des Golfstroms sind es besonders die engen, steilen Tallagen mit altem Gehölzbestand an den oberen Hängen, die vor kalten Winden schützen, welche in diesen Gärten für ideale Wachstumsbedingungen auch für subtropische Pflanzen sorgen.

Trebahs Bambussammlung ist nett in einem Wegelabyrinth – dem sogenannten Bamboozle – entlang des Bachs arrangiert, der durch das Tal fließt. Zu den Bambuskleinodien zählen hier z. B. Himalayacalamus falconeri ‚Damarapa’ mit seinen hübsch gestreiften Halmen und Chimonobambusa quadrangularis, der Vierkantbambus mit den bedornten Nodien.

 Penjerrick Garden

„Cornwall’s True Jungle Garden“ – diese Eigenbeschreibung bringt es auf den Punkt: Penjerrick, ebenfalls ganz in der Nähe von Falmouth gelegen, zählt zu den unberührtesten und faszinierendsten Gärten Cornwalls. Ausgerüstet mit solidem Schuhwerk – am besten gleich Gummistiefel anziehen – und einer Übersichtskarte aus der Box an der Eingangspforte tritt man ein in einen verwunschenen Urwald aus alten Rhododendren, Bambussen, Baumfarnen, Farnen, Magnolien, Kamelien, Fuchsien und anderen, zum Teil raren Gehölzschönheiten.

Wer durch die verschlungenen Wege streift und geduckt durch Sasa-palmata-Tunnel kriecht, entrückt nach wenigen Minuten in eine andere Welt und entdeckt im schattigen Grün im Frühjahr und Sommer die bunte Pracht von Rhododendren, Fuchsien und anderen Blütengehölzen. Die Bambusse machen die Dschungelatmosphäre von Penjerrick perfekt.

Fans des Riesengrases finden hier keine ausgewiesene Sammlung, sondern erleben die Pflanzen in relativ ungebändigtem Wuchs.

Abbotsbury Subtropical Gardens

Weiter östlich an der Küste von Dorset in der Nähe von Weymouth lädt noch ein subtropischer Garten zum Besuch: Abbotsbury. Bambusse werden dort gekonnt in Staudenrabatten integriert wie im Bild unten zum Beispiel Fargesia robusta ‚Red Sheath’, in regionalen Pflanzengesellschaften wie dem Himalayan Glade präsentiert oder an den Ufern der Teiche und Bäche.

Sir Harold Hillier Gardens

Die phantastische Gehölzsammlung von Sir Harold Hillier Gardens and Arboretum bei Romsey in Hampshire ist definitiv ein Must-have-seen-Garten für Baum- und Strauchenthusiasten, insbesondere für Parrotia-Liebhaber – aber dazu mehr in einem anderen Post. Ein Platz unter den Bambusparadiesen hat diese wunderbare Anlage in unseren Augen für die enorm wüchsigen Phyllostachys nigra ‚Boryana’ verdient, die neben anderen Bambusvertretern im Sumpfgarten (The Bog Garden) und rund um den Teich (The Pond) zu finden sind.

Royal Botanic Gardens Kew

Kew im Südwesten von Central London gehört natürlich auch unbedingt zu den Must-have-seen-Gärten. Die Bambussammlung zählt aber ebenfalls zu den bedeutendsten auf der Insel. Viele Beete wurden in den letzten Jahren vorbildlich mit Rhizomsperren versehen – selbst die mit pachymorphen Pflanzen wie Himalayacalamus (im Bild Himalayacalamus porcatus aus Nepal). Tropische Kandidaten wie Gigantochloa verticillata gedeihen selbstverständlich auch in Südengland nur im warmen Gewächshaus. Grasliebhaber kommen in Kew übrigens rundum auf ihre Kosten: Der 1982 angelegte Grass Garden ist absolut sehenswert und gibt einen tollen Eindruck von der Bandbreite dieser weltweit bedeutenden Pflanzenfamilien. Ganz nebenbei gibt es noch viele Inspirationen für den Einsatz von Gräsern im eigenen Garten.

 

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