Raus ins neue Gartenjahr

Das Jahr startet mit anhaltend milden Temperaturen. Der erste Gartentag 2014 liegt hinter uns. Was gibt es Neues? Unsere vergangenes Jahr gesetzten Galanthus elwesii trauen sich als erste Schneeglöckchen mit ihrer Blüte raus.  Juhu – es geht los!

Und da auch in den nächsten Tagen keine Wetteränderung Richtung Winter in Sicht ist, wandert unser Viburnum tinus (Lorbeerblättriger Schneeball, auch Mittelmeerschneeball genannt) aus dem Kalthaus wieder nach draußen vor die Eingangstür. So viele zarte Blütenwölkchen wollen schließlich bewundert werden.

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Rückblick auf 2013 – Überraschungsmomente

Ein Jahresrückblick offenbart für einen Gärtner vieles – so zeigt er beispielsweise Stärken und Schwächen des Gartens. Mit dieser Art von Rückschau ist meist die Planung von notwendigen Veränderungen für die nächsten Jahre verbunden. Denn was gut ging, kann man anderer Stelle hoffentlich ebenso erfolgreich wiederholen, was nicht so gut ging, ist zu überdenken und ggf. neu zu gestalten.

Was einen Garten aber wirklich lebendig, ja geradezu aufregend macht, sind jene ungeplanten und dementsprechend unerwarteten Entwicklungen, die das Gartenjahr bereichern und verzaubern.

Hier ein kleiner Blick auf  unsere Überraschungserfolge in 2013:

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Ein vor vielen Jahren ausgepflanzter aus einem Kräutertöpfchen stammender Pfefferminzstrauch ist auf unserem Kompost inzwischen zu stattlicher Größe mutiert. Wenig verwunderlich, denn der Ausbreitungsdrang von Minze im Garten ist schließlich nicht umsonst gefürchtet. Aber die ungehemmte Wüchsigkeit hat auch ihre positiven Seiten – denn unser Bestand hat dieses Jahr einen wahren Freudentaumel bei einer ganzen Heerschar von  „Kleinen Füchsen“ ausgelöst.

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Vor circa vier Jahren stand im Wilden Garten nur eine einzige Lupine allein auf weiter Flur. Sie hat beschlossen, sich bei uns richtig wohl zu fühlen und sich in den vergangenen Jahren tüchtig ausgesamt. Darüber haben wir hier schon einmal ausführlicher berichtet. Wir nennen das mehrere Quadratmeter große Areal die Insel der Lupinen. Ein blau leuchtender Überraschungsmoment, der von Jahr zu Jahr eindrucksvoller wird.

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Wilde Wiesen sind IMMER ein Überraschungserfolg! Großartig auch in 2013.

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Besonders spannend in diesem Jahr: Origanum vulgare, der in unseren Staudenbeeten üppig vertreten ist, hat sich auch im Wilden Garten kräftig breitgemacht. Wie hingetupft sieht man nun überall im Gras Oregano-Tuffs. Sehr zur Freude der Insekten.

Akelei

Irgendwie muss an unserem Zaun vor Jahren der Samen einer Akelei gelandet sein. Zunächst hatte sich ein Pflänzchen angesiedelt und gedieh prächtig. Dieses Jahr wurde bereits eine Zaunstrecke von mehreren Metern durch die feengleichen zartrosanen Schönheiten verzaubert.

Weitere stimmungsvolle Gartenmomente aus 2013 gibt es in unserer Galerie zu sehen.

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Futterquellen

Und wieder steht der Winter vor der Tür – die ersten Nächte mit deutlichen Minusgraden liegen schon hinter uns, der erste Schnee noch vor uns. Da wird es Zeit, die letzten Mulcharbeiten zu erledigen, die Töpfe ins Kalthaus zu verlagern und empfindlichere Pflanzen mit Vlies und Schilfmatten zu schützen. Damit auch die Tiere gut durch die kalte Jahreszeit kommen, haben wir viele Sträucher und Bäume gepflanzt, die noch einige Wochen als Nahrungsquelle dienen können. Hier ein paar Impressionen.

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Der Ich-schaffe-was-ich-kann-Garten

„Man rechnet etwa mit einer Stunde Gartenarbeit pro Quadratmeter im Jahr.“ So viel Zeit nimmt laut Udo Weilacher in dem ZEIT-Interview „Das Stiefmütterchen wird diffamiert“ ein gepflegter Garten in Deutschland in Anspruch. Klar ist das nur eine Faustregel. Aber eine, die es in sich hat.

Mich jedenfalls hat sie umgehauen. Ich habe natürlich gleich mal angefangen zu rechnen – das Ergebnis war niederschmetternd und extrem beruhigend zugleich. Denn nach dieser Formel fallen für einen Garten unserer Größe täglich rund 14 Stunden Gartenarbeit an. Nun, wir sind zu zweit. Macht für jeden sieben Stunden täglich. Zwei Fulltimejobs also. Urlaub und Wochenenden fallen übrigens aus. Schließlich lebt man ja mit und an seinem Sehnsuchts- und Entspannungsort …

Seit ich diese Zahlen kenne, bin ich total relaxed. Nun weiß ich endlich, warum unser Garten genau so aussieht wie er aussieht, mit all seiner Wildheit, Üppigkeit und mit den vielen Ecken, an denen man schon längst mal wieder etwas tun müsste und einfach nicht hinterherkommt. Und das leider oft wochenlang. Denn Gärtnern findet bei uns ausschließlich in der Freizeit statt. Daher muss der Garten oftmals sehen, dass er alleine klar kommt. Und das macht er gut. Sehr gut sogar. Seit ich weiß, dass ich bis zur Rente warten muss, bis wir hier faustregelige Gartenperfektion erleben dürfen, bin ich so was von entspannt,  finde unseren Garten gerade jetzt besonders schön und erfreue mich an wunderbaren Pflanzenbildern in wildem, gepflegt-ungepflegtem Ambiente.

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The Garden Tour

„When I arrive in my garden, I Make The Tour.“

1932 hat Beverley Nichols diesen Satz geschrieben. In „Down The Garden Path“ – ein Klassiker der Gartenliteratur. Amüsant, kenntnisreich und very, very British!

„Is this a personal idiosyncracy, or do all good gardeners do it?“

Also, ich tu es. Alleine oder mit anderen. Und ich tue es immer auf die gleiche Art.

„There are certain very definite rules to be observed when you are Making The Tour.“ 

Oftmals habe ich mich gefragt, ob eine Art Zwangsverhalten hinter meinem Wunsch steht, den Garten nach einem immer gleichen Muster zu durchstreifen und zu durchschreiten.

„The chief rule is that you must never take anything out of its order.“

Abweichungen von der herkömmlichen Garten-Tour fühlen sich falsch an. Grundfalsch. Irgendetwas stimmt dann nicht. Man kann zwar nicht genau sagen was, aber es geht auf gar keinen Fall.

Da müssen auch Gartenbesucher durch. Oft verspürt man bei ihnen den Wunsch, sich einfach nur durch die Flächen unserer verschiedenen Gartenteile treiben zu lassen. Nichts da. Die Tour bestimmt die Dramaturgie des Gartens, sie setzt Höhepunkte, jahreszeitliche Akzente und kleine Sensationen. Und: Sie präsentiert sich jeden Tag anders …

„However, it had to be done.“

Wir starten immer am Eingang des Hauses – wir nennen diesen Bereich nur „Dschungelhausen“: Bambusse (Borindas), Riesen-Chinaschilf (Miscanthus x giganteus), diverse Farne, Neuseeland-Windgras (Anemanthele lessoniana) und Japanwaldgras (Hakonechloa macra) teilen sich mit Hortensien diesen schattigsten Teil unseres Gartens.

Auch die Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa) ist hier im Moment ein imposanter Blickfang.

Gegenüber powern die Flammenblumen – was für ein Phloxjahr!

Mit dem Betreten des „Kleinen Gartens“ – ehemals der Gemüsegarten des Hauses – kommt die Sonne ins Spiel. Hier prunken im Staudenbeet (2009 gepflanzt) Fargesia spez. ‚Jiuzhaigou 1’, Wasserdost (Eupatorium purpureum subsp. Maculatum ‚Purple bush‘) – für uns erstaunlich, dass er in unserem trockenen Sand immer wieder eine außerordentlich gute Figur macht –, Helenium ‚Baudirektor Linne‘ und das Silberährengras (Achnatherum calamagrostis).

Dieser Heleniumpulk hat sich in den letzten Jahren selbst ausgemendelt – sie haben dieses Jahr unter der Trockenheit des Sommers erheblich gelitten. Trotzdem immer wieder schön.

Betreten wir den „Wilden Garten“: Der Judasbaum (Cercis canadensis) vor den „Augen“ begrüßt im Moment noch im Sommergewand. Aber der Herbst deutet sich in der Färbung schon leicht an.

Einer der immer wieder zutiefst bewunderten Stars im „Wilden Garten“ – die Wilde Möhre (Daucus carota).

Die Halbmond-(Strauch)-Border im „Wilden Garten“: Ab 2010 gepflanzt, gleicht sie bald einem „Meer“ aus Sanddorn (Hippophae rhamnoides ‚Leikora’, ‚Pollmix’ und ‚Vitaminhochzeit’), der sich dort fröhlich zwischen den anderen Sträuchern ausbreitet und jetzt schon gute Höhen erreicht.

Die Rotblättrige Rose (Rosa glauca) hingegen weiß noch nicht, ob sie sich bei uns so recht wohlfühlen soll. Wir warten ab.

Der Sitzplatz bei der Feuerstelle. Den im Frühjahr gepflanzten Großfruchtigen Waldhaseln  (Corylus avellana ‚Rotblättrige Zellernuss’) hat der trockene Sommer doch sehr zugesetzt. Dagegen leuchten die beiden Blutpflaumen (Prunus cerasifera ‚Nigra’) an.

Dem Bambus (hier Phyllostachys bissetii) hat der feuchte Mai extrem gut getan. Erst zwei Jahre in der Erde, rennt er zielstrebig los. Hier darf er.

Unterwegs schweift der Blick zu der Wilden Wiese. Nur wenig davon blieb nach dem diesjährigen Experiment „Sommermahd“ stehen. Wir haben gleich drauf beschlossen: Nächstes Jahr bleibt wieder alles stehen! Ist einfach schöner.

An der nordwestlichen Ecke des Gartens erblühen momentan die Stauden-Sonnenblumen, die in diesem Garten einfach schon immer da waren – vor der Kunst von Jan Christoph Amelung.

Seit diesem Jahr zeigt auch der kleine Hain aus Himalaya-Birken (Betula utilis var. jacquemontii) Präsenz.

Noch kann er allerdings nicht gegen den Bambushain antreten (hier Phyllostachys humilis vor Ph. aureosulcata ‚Aureocaulis’) … Davor unsere im August/September allgegenwärtigen „wilden“ Sonnenblumen.

Im „Kreuzgarten“ geht es ebenfalls wild zu: Hier setzt der Wiesenknopf (Sanguisorba) Akzente in einem der vier Beete.

Phyllostachys nigra ‚Henonis’ überzeugt bei uns durch seine erstaunliche Winterhärte. Da die Pflanze dicht am Haus steht, wird sie durch eine Rhizomsperre begrenzt.

Die Astern (Aster pyrenaeus ‚Lutetia’ und Aster amellus ‚Rudolph Goethe’) im Staudenbeet haben ebenfalls sehr gelitten unter der Sommertrockenheit. Und dann war da noch eine Wühlmaus … Im Abendlicht trotzdem schön.

Das Staudenbeet verschwindet hier hinter der etwas empfindlichen Buddleja davidii ‚Black Knight’.

Ein letzter Blick auf das Staudenbeet im „Kleinen Garten“. Unsere Tour ist hier zu Ende.

Muss immer mit: Luisa (genannt Schnütchen) – unsere wahre Gartenbesitzerin!

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Besucht! Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof

Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof: Ein sperriger Name, kein großes Drumherum. Kein Kiosk, kein Café – nichts dergleichen, nur ein kleines Lädchen, in dem man Samenmischungen kaufen kann. Und auch das hat nur wenige Stunden am Tag geöffnet. Das ganze Gartenareal – insgesamt 2,3 ha – ist in seiner Präsentation vor Ort erfrischend unaufgeregt und erlaubt nur einen Hauptdarsteller: den Garten selbst. Gut so.

„New German Garden Style“

Weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus berühmt, zieht der Garten in Weinheim mehr als 130.000 Besucher pro Jahr an. Nur zum Vergleich: Das weltbekannte Sissinghurst besuchen pro Jahr an die 200.000 Gartenfreunde. Diese Zahlen lassen schon erkennen: Man hat es hier mit einem Garten von echtem Rang zu tun. Aber schließlich steht die von Cassian Schmidt geleitete Anlage wie keine andere für den „New German Garden Style“, der inzwischen weltweit immer mehr Beachtung erfährt.

Zentrum einer neuen Gartenkultur

Die Gartenkultur in Deutschland voranzubringen, das ist die Grundidee hinter dem Hermannshof. Erst in den 80er Jahren entstand dieser völlig neue Typus eines Schau- und Sichtungsgartens auf dem Gelände des seit über 200 Jahren bestehenden privaten Parks. Anders als bei anderen Sichtungsgärten stehen hier nicht die sogenannten Sortimentssichtungen im Vordergrund, sondern die Beobachtung von Pflanzen und Pflanzengemeinschaften in ihrer Verwendung – ein forschendes und experimentelles Versuchsfeld also. Damit stehen Aspekte, die jeden Gärtner interessieren, wie etwa Standortgesichtspunkte, Pflegeansprüche, aber auch die Ästhetik von Staudenpflanzungen im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Betrachtung. Der Hermannshof hat hier in den vergangenen Jahren Stilbildendes für privates und öffentliches Grün geleistet. Und das kann man tatsächlich immer öfter wahrnehmen: Inzwischen sind viele Bepflanzungen im öffentlichen Raum von den Arbeiten in Weinheim inspiriert. Zahlreiche Verkehrsinseln erblühen seit Kurzem im schicken und vor allem pflegeleichten Prärielook – den der Hermannshof und die Arbeiten des Holländers Piet Oudolf maßgeblich mitgeprägt haben.

Ein Rundgang – ganz persönliche Highlights

Wir haben Hermannshof – wie viele private Gartentouristen – unter rein ästhetischen Gesichtspunkten besucht. Und wir wurden durch die unterschiedlichsten dort gezeigten Lebensbereiche vielfältigst belohnt. Hier ein paar unserer schönsten Eindrücke:

Wer noch mehr über den Garten und seine Geschichte erfahren möchte, der sei auf das in diesem Frühjahr erschienene Buch „Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof“ von Cassian Schmidt und dem Fotografen Philippe Perdereau verwiesen.

Zum Abschluss noch ein Gräser-„Schmankerl“ für den sonnig-trockenen Gehölzrand, das wir im Schau- und Sichtungsgarten bewundert haben:

Stipa pulcherrima f. nudicostata – feengleicher Gräserzauber für den sonnig-trockenen Standort! Hinreißend.

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Sunset

Sonnenuntergang bei uns im Wilden Garten.

Ein kleiner Rundgang über die wilden Wiesen …

… vorbei an den Wilden Möhren …

 … zum Staudenbeet mit Wasserdostblüte …

 … daneben hat die Nachtkerze gerade erst ihre neuen Blüten geöffnet …

… mit Blick auf den Bambushorizont.

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Summertime …

… and the livin‘  is easy …

Guter Song. Gilt leider nicht für alle. Gärtner bleiben dabei außen vor. Zumindest im Moment.

Diese Hitze! Morgens und abends versuchen wir verzweifelt gegen die inzwischen schon knisternde Trockenheit anzugießen – da kommen bei uns trotz ausgeklügeltem Schlauchsystem pro Tag gute drei Stunden zusammen. Vielen Pflänzchen sichern wir damit aber gerade mal das Überleben, mehr auch nicht. Und schon jetzt deutet sich an, dass ein paar es wohl dennoch nicht schaffen werden …

Und der ganze große Rest an Gartenarbeit, den wir so gerne tun würden – Deadheaden, Unkraut jäten, hübsch machen und, und, und …, bleibt unerledigt liegen, weil die zur Verfügung stehende Zeit mit Gießen verbracht wird und einfach nicht für alles reicht.

Also der Song, ganz ehrlich … geht so mit dem ‚easy living‘ …

Nun ist aber wirklich genug gejammert!

Es gibt auch wunderschöne Momente im Sommergarten. Hier eine kleine Auswahl:

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Must-Have-Seen-Gärten in Südengland, Teil 3: Südwestengland

Unsere Lieblingsgärten in Somerset, Devon und Cornwall – here we go:

Lady Farm, Somerset

Leider ist dieser wirklich großartige private Garten nur an wenigen Tagen im Jahr für Besucher geöffnet. Auf der Internetseite – auf der auch wunderschöne Fotos zu sehen sind – finden sich jeweils die aktuellen Besichtigungstermine. Es lohnt sich auf jeden Fall, bei einer Reise um diese Termine drum herum zu planen! Die Gesamtanlage des leicht hügeligen Gartens mit seinen im Tal liegenden Teichen sowie die bemerkenswerte Wildblumenwiese und ganz besonders die naturalistischen Beetbepflanzungen sind wirklich inspirierend.

Tintinhull Garden, Somerset

Tintinhull Garden ist das Werk zweier großer, berühmter Gärtnerinnen: Phyllis Reiss und Penelope Hobhouse. Einladend, harmonisch, beschützend und wohlfühlig, so präsentiert sich der kleine Garten von Tintinhull. Der Besucher erlebt verschiedene Gartenräume, die jeweils ganz eigene atmosphärische Mikrokosmen zaubern. Das Styling ist durchgehend edel: In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von Phyllis Reiss geplant und verwirklicht, wurde der Garten in den 80er Jahren und etwas darüber hinaus von Penelope Hobhouse weiterentwickelt. Elegant! Englisch!

Cothay Manor, Somerset

Wir werden vom Hausherrn empfangen. Unerwartet. Ganz entspannt steht er am Eingang seines Reiches – er ist beides zugleich: bescheiden und stolz – und plaudert gut gelaunt mit seinen Gartenbesuchern. Und stolz, das darf er wahrlich sein. Denn Cothay Manor ist eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Gartenzimmern voller Ideen und Schönheit. Überstrahlt wird alles von dem ungeheuer romantischen, mittelalterlichen Haus. Ein ganz besonderer Platz.

RHS Garden Rosemoor, Devon

Beeindruckender Schaugarten der Royal Horticultural Society. Zu den Highlights zählen: der Hot Garden im Sommer mit seinen überbordenden, farbenprächtigen Staudenpflanzungen, der Foliage Garden, in dem viele interessant arrangierte Laubstrukturen zu sehen sind, ein wunderschöner Küchengarten, dessen Ernte man im dortigen Restaurant genießen kann, die alte Gartenanlage von Lady Anne, sowie das Bicentenary Arboretum mit seiner Sammlung von Gehölzen der nördlichen Hemisphäre.

The Garden House, Devon

Hier machen wir keine großen Worte: Der Garten ist ein absolutes Muss. Für uns definitiv eine der schönsten Anlagen Südenglands. Einfach hinreißend in ihrer Vielfältigkeit! Atemberaubender Pflegezustand.

The Lost Gardens of Heligan, Cornwall

Ein Besuch in Cornwall ohne die Lost Gardens of Heligan gesehen zu haben? Das darf einfach nicht sein. Kein Garten hat eine aufregendere Geschichte. Zumindest keine, die wir kennen. Die Story um die Wiederentdeckung und Wiedererweckung dieses Gartens ist tief berührend und faszinierend: ein Mammutwerk an gärtnerischer Hingabe. Und die Anlage selbst? Diese Woche kam die Postkarte einer Freundin, die im Moment in Cornwall urlaubt, und sie schreibt: „Die Lost Gardens of Heligan sind ein Traum. Sortierte Wildnis, sehr alte Sträucher und Bäume. Ein super Nutzgarten mit tollen Gewächshäusern.“ Genauso ist das!

Bonython Estate Gardens, Cornwall

Ein junger Garten. Seit 1999 erst gestaltet die aus Südafrika stammende Sue Nathan in Bonython Estate Haus und Garten. Das auf der Halbinsel Lizzard gelegene alte Manor mit seinem Garten kann sich schon seit einigen Jahren sehen lassen und wird stetig weiterentwickelt. Durch den formidablen Walled Garden kommt man in den überwältigend schönen Gemüsegarten. Diesen verlässt man durch ein rosenumranktes Gartentor und gelangt dann auf eine Obstwiese mit Blick auf den ersten der drei Teiche. Großzügige, elegante Gestaltung, die im weiteren Gartenverlauf beim zweiten Teich in eine naturalistische Uferrandbepflanzung mit angrenzendem Kiesgarten übergeht. Südafrikanische Akzente sind immer wieder deutlich zu erkennen. Man darf gespannt sein, was sich hier in den nächsten Jahren noch alles tut …

Penjerrick Garden, Cornwall

Dschungel pur! Mehr dazu gibt es hier.

Carwinion Cornwall’s Bamboo Garden, Cornwall

Nach Carwinion verschlägt es uns immer wieder, wenn wir in Cornwall sind. Mehr dazu hier.

Glendurgan und Trebah Gardens, beide Cornwall

Auch die beiden Nachbargärten von Carwinion am Helford River finden sich bereits in einem anderen Post.

Tremenheere Sculpture Gardens, Cornwall

Ein aufregendes Gartenerlebnis. Tremenheere ist eine neu ausgebaute Anlage (geöffnet seit September 2012), die in wenigen Jahren sicherlich ein echter Besuchermagnet in Cornwall sein wird – nicht zuletzt wegen des grandiosen Blicks auf St. Michael’s Mount. Was jetzt schon spannend ist? Zu sehen wie ein großer Garten mit viel Bambus, Palmfarnen, Sukkulenten und anderen Exoten zu einem Park heranwächst.

Barbara Hepworth Sculpture Garden, Cornwall

Ein kleiner Stadtgarten in St. Ives mit vielen plastischen Werken von Barbara Hepworth – inklusive Blick ins Künstleratelier. Aufregend, die Kombination aus Garten und Kunst.

Zu weiteren Beiträgen der Reihe „Gärten in Südengland“ geht es hier.

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Persisches Eisenholz in Norddeutschland – und die Suche nach dem Chinesischen Eisenholz

Bereits im vergangenen Jahr gab es ja den ersten Post zu Parrotia persica, meinem geliebten Persischen Eisenholz. Jetzt ist es Zeit, darüber zu berichten, wie unsere zwei neuen Bäumchen durch ihren ersten Winter in der Nordheide gekommen sind.

Beide Gehölze wurden im Juli 2012 gepflanzt und setzten ordentlich zum Neuaustrieb an. Ausgerechnet in diesem Jahr gab es dann einen für unsere Verhältnisse sehr frühen Winter- und Kälteeinbruch, der schon am 8. Dezember minus 12,7 Grad bescherte. Der Tiefstwert hingegen ließ lange auf sich warten: Am 13. März 2013 sank das Thermometer bei uns im Garten auf minus 15,3 Grad. Das war immerhin weit entfernt von den Rekordwerten des Winters 2011/12 (hier bis minus 24 Grad). Sicherheitshalber gab es nach den vorherigen Verlusten diesmal für beide Pflanzen einen Schutz aus Vlies, sobald die Temperaturen unter minus 5 Grad sanken. Mit dieser Strategie haben sowohl Parrotia persica als auch Parrotia persica ‚Vanessa’ überlebt.

Gelungener Start – für unsere Standortverhältnisse

Nach bangem Warten öffneten sich am 23. April schließlich die ersten Blattknospen. Ende Mai zeigte sich jedoch, dass bei beiden Pflanzen an einigen Zweigen die Spitzen erfroren waren – oft der Neuaustrieb des vergangenen Jahres. Parrotia persica traf es dabei nicht so schlimm wie die Sorte ‚Vanessa’, was aber sicher dem jeweiligen Standort geschuldet ist: ‚Vanessa’ steht deutlich wind- und sonnenexponierter.

Unsere Parrotia persica ‚Vanessa’:

Ein Exemplar der Sorte in den Sir Harold Hillier Gardens, bei dem der aufrechte Wuchs schön ausgeprägt ist:

Dort kann man auch die ‚Pendula’-Form sehen, die offensichtlich vor unliebsamer Annäherung geschützt werden muss:

 Parrotia-persica-Jungpflanze auf unserer Wiese:

Der regenreiche Mai war natürlich ganz im Sinne des Persischen Eisenholzes. Nun sind wir gespannt, wie sich der Austrieb in diesem Jahr entwickeln wird.

Neue Begehrlichkeiten 

Während das Persische Eisenholz bei uns in ausgewählten Baumschulen durchaus erhältlich ist, verläuft die Suche nach der Chinesischen Schwester Parrotia subaequalis nicht so einfach …

Was nicht erstaunt, wenn man sich etwas mit der botanischen Geschichte beschäftigt. Eine tolle Zusammenfassung dazu findet sich in der „Arnoldia“-Ausgabe 66/1 von 2008 des vierteljährlich erscheinenden Journals der Harvard University, Boston, unter dem Titel „The Chinese Parrotia: A Sibling Species of the Persian Parrotia“. Ursprünglich wurde die Pflanze unter dem Namen Hamamelis subaequalis beschrieben (H. T. Chang, Acta Sci. Nat. Univ. Sunyatsen. 1960). Eingehendere Studien machten dann deutlich, dass es sich doch um eine eigenständige Gattung handelt, sodass 1992 eine Umbenennung zu Shaniodendron subaequale (Deng, M. B.) erfolgte. Aufgrund von DNA-Vergleichen stellte sich schließlich heraus, dass die neue Gattung Shaniodendron mit Parrotia zusammengeführt werden sollte. Seit 1998 ist das Chinesische Eisenholz nun offiziell in der Flora of China (Vol. 9, page 28) als Parrotia subaequalis aufgeführt (H. T. Chang) R. M. Hao & H. T. Wei.

Selbst in der Natur macht sich Parrotia subaequalis rar. In dem oben erwähnten Beitrag sind lediglich fünf Standorte in Ost-China angegeben: je zwei in den Provinzen Jiangsu und Zhejiang und einer in Anhui. Zwischenzeitlich wurde sie sogar von der Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht eingeordnet (unter dem Namen Shaniodendron subaequale). Zunehmende Eingriffe des Menschen auch in die chinesischen Bergwälder sowie die starke Standortkonkurrenz durch Bambus belasten die Population von Parrotia subaequalis.

Dennoch muss man nicht nach China reisen, um ein Chinesisches Eisenholz in natura zu sehen. Das Arnold Arboretum in Boston beherbergt ein paar Pflanzen sowie einige Arboreten in Europa wie beispielsweise das Arboretum Wespelaar in Belgien. Wir haben das Exemplar in den Sir Harold Hillier Gardens bewundert, welches 2003 in den Besitz des dortigen Arboretums kam. 2010 wurde zudem ein Bäumchen im Westonbirt Arboretum ausgepflanzt. Das globale Netzwerk BGCI (Botanic Gardens Conservation International) listet 14 Einträge zu P. subaequalis von Botanischen Gärten weltweit.

Die Blätter des Chinesischen Eisenholzes sind kleiner als bei P. persica, die Herbstfärbung ist aber ebenso überzeugend.

Solch seltene Spezies weckt natürlich den Sammlertrieb. Sollten unsere beiden „Perser“ auch die nächsten Winter gut überstehen, werden wir die Suche nach einer chinesischen Schwester für unseren Garten sicherlich wieder aufnehmen.

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