Viel Farbe, wenig Nüsse

Bislang sind wir frostfrei durch den Oktober gekommen und selbst sensiblere Kandidaten blühen unermüdlich weiter. Das freut beim Gang durch den Garten – lud doch der Oktober bisher nicht so häufig zum sonnigen Sitzen bei herbstlicher Outdoor-Teatime ein. Aber vielleicht überrascht uns ja der November noch.

Überraschend fiel auf jeden Fall die Ausbeute an Walnüssen aus – und zwar überraschend gering. Was weniger an der Menge der vom Baum produzierten Früchte als an der übermächtigen Ernte-Konkurrenz lag: Bis zu drei Eichhörnchen trieben sich auf der Suche nach den leckeren und energievollen Nüssen gleichzeitig im Geäst herum. Näherte ich mich dem Baum, zogen sie mit ihrer Beute erst dann ab, wenn wir quasi schon auf Tuchfühlung waren. Ganze 22 Walnüsse liegen nun bei uns in der Küche zum Trocknen. Egal, den putzigen Tierchen verzeihen wir den Mundraub natürlich sofort. Leider finden sie einen großen Teil ihrer verbuddelten Winterreserven nicht wieder – davon zeugen die überall im Garten aufkeimenden kleinen Walnussbäumchen. Was tun damit? In Anbetracht der stattlichen Größe, die Juglans regia ausgewachsen erreicht, können wir die nicht alle stehen lassen. Der Garten soll schließlich keine Walnussplantage werden. Doppelt vergebene Liebesmüh also: Hörnchen müssen auf Futter verzichten, und die keimende Nuss wird nicht zum Früchte liefernden Baum. Falls also jemand einem hoch motivierten Sprössling einen schönen Platz im Grünen bieten kann …

Die kleine Walnuss will mal hoch hinaus: Im Bambus finden sich besonders viele Zeugnisse des Vergessens
Deutlich weniger Platz braucht das einfach immer und überall gut aussehende Hakonechloa macra, das zu meinen absoluten Gräser-Favoriten zählt. Regentropfen bringen die filigranen Blütenstände des Japanischen Berggrases zum Funkeln
Noch feiner verteilt sich die Feuchte auf den Blüten von Calamagrostis brachytricha. Da liegt der deutsche Name Diamant-Reitgras nahe
Eine ergiebige Futterquelle ist nach wie vor unser Blühfeld hinter dem Garten. Die ausreifenden Samenstände locken u. a. zahlreiche Vögel an, darunter eine Schar von mehr als 30 Stieglitzen, die mehrmals täglich mit ziemlicher Dynamik und unter aufgeregtem Gezwitscher einfällt. Von unten her treiben Flachs, Ölrettich, Senf und Co. munter mit neuen Blüten nach
In den Wiesen erinnert das kräftige Orangegelb von Eschscholzia californica an die Wärme des Sommers
Dieses Magenta hingegen macht deutlich, dass der Sommer definitiv rum ist: Euonymus alatus zählt zu den prächtigsten Herbstfärbern. Die Zweige des Flügel-Spindelstrauchs zieren flügelartige Korkleisten
Ein Farbfeuerwerk, welches nur teilweise dem Herbst zu verdanken ist. Die Perückensträucher Cotinus coggygria ‚Grace‘ (links) und Cotinus coggygria ‚Royal Purple’ (rechts) setzen ganzjährig intensiv rote Akzente. Die anspruchslosen und schnittverträglichen Sträucher kommen selbst mit Trockenheit klar. In der Mitte steuert Rhus thyphina mit seinen gefiederten Blättern neben purpurroten auch gelborange Töne bei. Bei Sorbus aucuparia ‚Doday‘ (hinter ‚Royal Purple‘) reicht das Spektrum ebenfalls von gelborange bis tiefrot
Farblich deutlich zurückhaltender präsentiert sich die Salweide (Salix caprea)
Langsam entwickelt sich unser junger Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera). Seine großen unverwechselbaren Blätter leuchten herbstlich in Gelbgold und Bronze. Im Alter braucht er sich hinter den Eichen und Buchen nicht zu verstecken: Gefällt ihm der Standort (am besten: viel Sonne, viel Feuchte, viele Nährstoffe), ist eine Höhe bis zu 40 Metern drin
Eine ordentliche Höhe haben inzwischen auch die Fichten und Tannen hinter dem Bambus am westlichen Zaun erreicht. Einige mussten wir aufgrund von Trockenheitsschäden bereits fällen. Als Ersatz denken wir über Kiefern nach. Hier bringt die Abendsonne Farbe ins Spiel
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