Das große Wühlen

Drei Jahre sind wir verschont geblieben. Obwohl die Wildschweinpopulation auch bei uns in der Gegend wächst und gedeiht und die Schwarzkittel alles andere als scheu sind (dafür extrem clever). Unser Garten wurde zwar ab und zu besucht, aber die Tiere hinterließen keine bleibenden Eindrücke. In diesem Monat war das anders: Der ganze Obsthof wurde umgebrochen – von einer (laut Beweisfotos) mindestens acht Schweine starken Rotte, die sich genüsslich durch das mit delikaten Eicheln von den umstehenden Bäumen garnierte Gras wühlte. Den Spaß hatten wir 2016 schon mal. Und die Frage stellt sich wieder: Wann ist der sinnigste Zeitpunkt, die aufgeworfenen Soden wieder einigermaßen glatt zu harken? Kommen sie noch mal? Lohnen würd es sich vielleicht. Also besser abwarten, so lange wie möglich, bevor das Grün wieder Gas gibt. Denn zweimal glatt rechen bringt definitiv gar keinen Spaß.

Hauptsache, es schmeckt
Verdrängen hilft nicht: Irgendwann muss ich da ran

Der Garten sorgte im Januar natürlich trotzdem für jede Menge Freude. Ganz ohne Schnee (keine einzige der wenigen zwischen Regentropfen reingemogelten Schneeflocken erreichte weiß den Boden). Dafür mit zauberhaften Winterblüten. Und Insekten konnten wir aufgrund der sehr lauen Temperaturen auch schon einige durch die Luft schwirren sehen.

Ein absolut verlässlicher Winterblüher ist Lonicera purpusii, die Duft-Heckenkirsche. Im vergangenen Jahr haben wir ein weiteres Exemplar in die gemischte wilde Hecke gepflanzt. So finden die „Frühaufsteher“ unter den Insekten in dieser kargen Zeit mehr Nahrung. Und wir können eine zusätzliche Duft-Tankstelle auf unserer Gartenrunde anlaufen
Ebenfalls eine beliebte Anlaufstelle für Insekten und Menschen im winterlichen Garten: der Schneeball Viburnum bodnantense ‚Dawn’ mit seinen duftenden Blüten
Dank der milden Witterung stehen auch die Blüten von Cornus mas bereits kurz vor dem Aufbrechen. Die Kornelkirsche ist ein wichtiges Insektennährgehölz des Vorfrühlings
Im vergangenen Jahr fiel die komplette Walnussblüte – und damit die Ernte – dem Spätfrost zum Opfer. Diese noch geschlossenen männlichen Blüten lassen uns wieder auf leckere Früchte hoffen. Klarheit darüber gibt es Ende Mai, spätestens
Beim Streifzug durch den Garten geben nicht nur die frischen Blüten Anlass zum Innehalten: Hier erinnert der alte Blütenstand von Oenothera biennis an abendliche Sommerspaziergänge
Die Dolden von Daucus carota sind durchs Wetter zwar schon etwas in Mitleidenschaft gezogen, stehen aber immer noch wie langstielige kleine Schirme im Wind
Nur wenige Hagebutten hängen noch an den Rosen – wie diese an Rosa rugosa
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