
Und weiter geht es mit dem Frühlingsgärtnern. Mit nur 26,5 mm Niederschlag war der April bei uns sehr trocken – nicht gerade passend für die wieder aufblühende Natur, aber perfekt zum Arbeiten im Grünen. Als Erstes galt es, dem unschönen Anblick der durch den Dauerfrost geschädigten Halme meines Lieblingsbambusses Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘ endlich zu Leibe zu rücken, bevor hier der Neuaustrieb startet. Ein akkubetriebener Fuchsschwanz leistet uns bei diesen Bambusrodungen immer wieder unschätzbare Dienste: Damit lassen sich die rund zehn Meter hohen toten Halme präzise und bodennah absägen. Dennoch tut jeder der schönen Halme im Herzen weh –natürlich trifft es immer die besonders gut gewachsenen.

Obwohl die Minimumtemperatur mit minus 15,4 Grad Celsius an einem Januartag gar nicht so dramatisch war, hat die lange Dauerfrostperiode im Januar/Februar einigen der üppig mit Blattwerk ausgestatteten Halme von Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘ doch so sehr zugesetzt, dass sie abgestorben sind

Die schönsten Exemplare haben wir aufgeastet, den oberen Teil abgeschnitten. Sie eignen sich bestens als Dekoelemente und für andere Einsätze in Haus und Garten. Die Walnuss dient als Zwischenlager

Deutlich kleinere Halmdimensionen bietet hier Phyllostachys aureosulcata ‚Spectabilis‘ (die Pflanze ist allerdings auch wesentlich jünger, wird aber bei uns sicher keine zehn Meter Höhe erreichen). Die gelben Narzissenblüten im Hintergrund korrespondieren mit dem Dottergelb der Bambushalme

Im April erwacht nicht nur die Flora endgültig aus ihrer Winterruhe, immer mehr Insekten kommen ebenfalls aus ihren Quartieren gekrabbelt und begeben sich zielstrebig auf die Suche nach Nahrung. Eine beliebte Anflugstation ist die Frühlingsplatterbse (Lathyrus vernus). Wir können sie leider nur – verborgen vor dem Rehwild – direkt am Haus im Topf halten: Die frischen Erbsentriebe werden sonst bereits vor der Blüte mit Genuss abgefressen. Hier hat eine Ackerhummel einen der Töpfe vor dem Haus entdeckt

Die weißen Blüten der Kirschen und Kupfer-Felsenbirnen (Amelanchier lamarckii) sind weitere gut besuchte Bienenweiden. Bis sich die duftenden Fliederblüten öffnen, dauert es noch ein paar Tage

Erst im Mai kommt der Gelbrindige Hartriegel (Cornus stolonifera ‚Flaviramea‘) zur Blüte, der Blattaustrieb beginnt bereits jetzt

Zu den zauberhaftesten Blattaustrieben zählt für mich der des Katsurabaums (Cercidiphyllum japonicum)

Im Gegenlicht leuchten die jungen Blätter goldrot vor den stattlichen Stieleichen

Nach einigen Tagen wechselt die Farbe ins bläulichgrüne

Neben dem Stamm des Katsurabaums hat sich eine Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) angesiedelt

Die fingerförmigen Blätter der Vielblättrigen Lupine glitzern im Morgentau. Lupinus polyphyllus kann sich in unseren Wiesen gut ausbreiten – ihre bitteren Alkaloide schützen sie vor dem omnipräsenten Rehverbiss