Guter Austrieb

Das habe ich jetzt nicht erwartet: Unser Bambus, insbesondere die Phyllostachys, überraschen in dieser Saison mit einem fulminanten Halmaustrieb. Nach der Trockenheit, die in 2018 und in der ersten Hälfte 2019 für ziemlichen Stress beim Grün sorgte, hat der gut feuchte Herbst/Winter 2019/20 dem Riesengras einen Wachstumsschub beschert.

Später als sonst, dafür nun aber umso üppiger: Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘ erfreut uns mit einigen kräftigen neuen Halmen
Mit seinen schönen gelben Streifen im Sulcus, dem üppigen Laub und einer für norddeutsche Wetterverhältnisse (und unseren Boden) beeindruckenden Höhe zählt Ph. vivax ‚Huangwenzhu‘ zu meinen absoluten Bambusfavoriten
Ein deutlicher Höhenzuwachs ist in diesem Jahr bei Phyllostachys nigra ‚Boryana‘ zu beobachten
Die jungen Halme von Ph. nigra ‚Boryana‘ sind rein dunkelgrün, später zieren sie braune Flecken
Ebenfalls einen Satz nach oben macht Phyllostachys nigra ‚Megurochiku‘
Bei diesem – in Deutschland immer noch selten kultivierten – Bambus verändert sich das Aussehen der Halme ebenfalls im Laufe der Jahre: Anfangs grün, werden sie später ockerfarben und bilden einen attraktiven dunkelbraunen bis schwarzen Sulcus aus (siehe Halm hinten ganz links)
Ein weiterer Vertreter (vielleicht der bekannteste) aus der nigra-Familie: Phyllostachys nigra ‚Punctata‘. Seine beim Austrieb grünen Halme färben sich mit der Zeit vollständig schwarz, daher kursiert in Deutschland auch der Name Schwarzer Rohrbambus. Links im Bild stehen zehn Jahre alte Fargesia spez. ‚Jiuzhaigou 1‘
Wächst bei uns geschützt von robusteren Bambusarten: Phyllostachys aurea. Da der Platz etwas schattig ist, bleiben seine Halme hier grün. Am vollsonnigen Standort werden sie goldgelb – wie der Name suggeriert. Dekorative Besonderheit: Bei einigen Halmen bilden sich die unteren Nodien gestaucht und schräg aus
Mal kein Phyllostachys: Hibanobambusa tranquillans ‚Shiroshima‘ begeistert weniger mit seinen Halmen als mit seinen wunderbaren grün-weiß-gelb gestreiften Blättern. Die aus Japan stammende Art zählt – wie auch alle Phyllostachys – zu den Ausläufer treibenden (leptomorphen) Bambussen. Um ihren Ausbreitungsdrang zu begrenzen, stechen wir einmal jährlich die Rhizome ab, die sich auf unerwünschtes Terrain vorgewagt haben. Alternativ kann man die Rhizome durch Wurzelsperren aus mindestens 2 mm dickem und 70 cm breitem Hochdruck-Polyethylen (HD-PE) im Zaum halten, das erspart das Abstechen. Es erspart allerdings nicht den regelmäßigen Kontrollblick auf den gut 10 cm über den Boden hinausragenden Rand der Sperre – manche Rhizome wachsen einfach drüber. Nachteil der Sperren: Irgendwann steht der Pflanze vor lauter Wurzelmasse kaum noch Substrat zur Verfügung. Dann muss tüchtig gedüngt und gewässert werden. Wir haben daher nur bei den Pflanzen direkt am Haus Sperren eingezogen
Wie beispielsweise bei diesem Phyllostachys bissetii, der trotz begrenztem Wurzelraum noch einmal an Höhe zulegt
Zum Schluss ein kurzes Update zum Thema Walnüsse: Ja, es gibt tatsächlich welche (trotz einiger erfrorener männlicher Blüten)!
Und damit auch die Fauna vertreten ist, noch ein Close-up einer Erdhummel. Die reizenden Pelztierchen sind bei uns zum Glück nach wie vor sehr häufig. Wir verwöhnen sie mit einem reichhaltigen Blütenangebot
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