{"id":783,"date":"2012-11-09T21:14:03","date_gmt":"2012-11-09T21:14:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=783"},"modified":"2012-11-09T21:14:03","modified_gmt":"2012-11-09T21:14:03","slug":"bambus-bilanz-2012-wieder-durchgegrunt-aber-mehr-auch-nicht-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=783","title":{"rendered":"Bambus-Bilanz 2012: Wieder durchgegr\u00fcnt \u2013 aber mehr auch nicht, oder?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Phyllostachys aureosulcata 'Aureocaulis'\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Start.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor der n\u00e4chste Winter einzieht darf ein abschlie\u00dfender Blick auf die Bambussaison 2012 nicht fehlen. Nach dem dramatischen Start mit Rekordminusgraden im Februar und <a href=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=403\" target=\"_blank\">beigem Bl\u00e4tterwald<\/a>\u00a0folgte im Fr\u00fchjahr\/Sommer ein banges Warten: Haben alle Pflanzen \u00fcberlebt? Wenn ja, in welchem Zustand? Wie viele Halmverluste m\u00fcssen wir verkraften? Wie wird der Neuaustrieb aussehen? Die Antworten fallen zum Teil \u00fcberraschend aus, einige best\u00e4tigen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Aber der Reihe nach &#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-785\" title=\"Austrieb von Fargesia spez.  jiuzhaigou 9\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Austrieb_Fargesia_jiuzhaigou9.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Austrieb_Fargesia_jiuzhaigou9.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Austrieb_Fargesia_jiuzhaigou9-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich starte mal mit den erfreulichen Kandidaten. Alle <em>Fargesia-murielae<\/em>-Sorten, die wir gepflanzt haben \u2013\u00a0von \u201a<em>Flamingo<\/em>\u2019 bis \u201a<em>Standing Stone<\/em>\u2019 \u2013\u00a0haben die bittere K\u00e4lte souver\u00e4n gemeistert. Dies gilt ebenfalls f\u00fcr <em>Fargesia denudata \u201aLancaster 1\u2019<\/em>,<em> Fargesia rufa <\/em>und<em> <\/em>die <em>Fargesia spez. jiuzhaigou 1<\/em>, <em>9<\/em>, \u201a<em>Geneve<\/em>\u2019 und \u201a<em>Wagner<\/em>\u2019. Der Neuaustrieb \u00fcberzeugte ebenfalls. Sogar die fr\u00fchen neuen Halme von <em>Fargesia rufa<\/em> blieben in diesem Jahr von Sp\u00e4tfr\u00f6sten verschont. Noch kurz ein Wort zur <em>rufa<\/em>: Dieser Bambus steht bei uns im vierten Jahr und l\u00e4sst so langsam sein Potenzial erahnen. Wir haben ihn im Sommer 2008 als kleines Pfl\u00e4nzchen in Holland gekauft. Heute hat er bereits einen Durchmesser von drei Metern bei einer H\u00f6he von 1,90 Meter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-786\" title=\"Fargesia rufa\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Fargesia_rufa.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Fargesia_rufa.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Fargesia_rufa-300x196.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlich sensibler auf die winterlichen Temperaturen reagierten <em>Fargesia robusta \u201aCampbell\u2019<\/em> und \u201a<em>Big Leaves\u2019. <\/em>Bei <em>\u201aCampbell\u2019 <\/em>waren viele Halme in der oberen H\u00e4lfte erfroren und der erhebliche Blattverlust wurde nur zum Teil wieder durch neue Bl\u00e4tter ersetzt. Zudem fiel der Neuaustrieb in der H\u00f6he wesentlich niedriger aus als im Jahr davor. Dass die Pflanze so stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, \u00fcberrascht mich schon, denn sie steht ziemlich gesch\u00fctzt durch eine alte Thujahecke direkt an der Nordwand unseres Hauses. Bei der \u201a<em>Big Leaves\u2019 <\/em>war nat\u00fcrlich mit erheblichen Sch\u00e4den zu rechnen. Trotz Styroporummantelung (oben offen) haben viele Halme nicht \u00fcberlebt. Aber die Pflanze treibt wieder aus. Dieser sp\u00e4te, nach wie vor andauernde Austrieb ist nat\u00fcrlich ein Problem bei strengen Wintern, da die noch weichen, sensiblen Junghalme dem Frost wenig entgegenzusetzen haben. Eine \u00dcberlegung w\u00e4re, den Styroporschutz in diesem Winter oben zu schlie\u00dfen \u2013 warten wir ab, wie weit das Thermometer sinkt.<\/p>\n<p><strong>H\u00e4rtetest f\u00fcr <em>Phyllostachys<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den <em>Phyllostachys<\/em> trennte sich in diesem Jahr ganz klar die Spreu vom Weizen. So werden wir in unserem Garten wohl definitiv auf \u00fcppige <em>Vivax<\/em>-Haine verzichten m\u00fcssen \u2013 es sein denn, die vergangenen drei Winter wiederholen sich in den n\u00e4chsten 20 Jahren nicht. Ein im Sommer 2006 gepflanzter <em>Ph. vivax \u201aAureocaulis\u2019 <\/em>ging oberirdisch total in die Knie. Lange Zeit sah es sogar danach aus, dass das Rhizom komplett abgestorben war, denn es tat sich gar nichts. Am 7. Juli entdeckte ich schlie\u00dflich doch EINEN zarten neuen Halm \u2013 er brachte es auf eine H\u00f6he von 1,25 Meter. Auch bei <em>Ph. vivax \u201aHuangwenzhu\u2019 <\/em>(gesetzt im Fr\u00fchjahr 2008) starben alle hohen Halme bis zum Boden ab und der Neuaustrieb blieb deutlich hinter dem der vorigen Jahre zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-787\" title=\"Phyllostachys vivax 'Huangwenzhu'\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Ph_vivax_Huangwenzhu.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Ph_vivax_Huangwenzhu.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Ph_vivax_Huangwenzhu-300x201.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfreulicher Lichtblick ist erwartungsgem\u00e4\u00df <em>Ph. aureosulcata \u201aAureocaulis\u2019<\/em>: Hier war kein Halmverlust zu beklagen, der einst beige Bl\u00e4tterwald erstrahlt wieder in frischem Gr\u00fcn und die neuen Halme haben in puncto H\u00f6he und Durchmesser das Niveau gehalten bzw. leicht zugelegt. Auch<em> Ph. bissetii <\/em>erf\u00fcllte die in ihn gesetzten Hoffnungen. Die Halme liegen im Durchmesser allerdings deutlich unter dem von <em>Ph. aureosulcata \u201aAureocaulis\u2019. <\/em>Positiv \u00fcberrascht hat <em>Ph. nigra \u201aHenonis\u2019<\/em> \u2013 es gab nur wenige Blattsch\u00e4den und ein paar erfrorene Halmspitzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-788\" title=\"Phyllostachys aureosulcata 'Aureocaulis'\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Ph_aureosulcata_Aureocaulis.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Ph_aureosulcata_Aureocaulis.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Ph_aureosulcata_Aureocaulis-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was l\u00e4sst sich zusammenfassend \u00fcber die anderen<em> Phyllostachys<\/em> sagen? <em>Ph. aurea, Ph. nigra \u201aBoryana\u2019, \u201aMegurochiku\u2019<\/em> und <em>\u201aPunctata\u2019<\/em>, <em>Ph. rubromarginata<\/em> sowie <em>Ph. spez. \u201aShanghai 3\u2019<\/em> mussten zum Teil massive Halmverluste hinnehmen. Bei <em>Ph. atrovaginata, Ph. glauca \u201aYunzhu\u2019, Ph. humilis, Ph. parvifolia<\/em> und <em>Ph. propinqua<\/em> waren Halmspitzen erfroren und es gab ziemliche Blattsch\u00e4den. Insgesamt war der Neuaustrieb eher bescheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und sonst so<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><\/strong>Insbesondere die relativ gro\u00dfbl\u00e4ttrigen Bambusse lagen nat\u00fcrlich bei den Blattsch\u00e4den weit vorne. Sensible Kandidaten wie <em>Hibanobambusa tranquillans \u201aShiroshima\u2019<\/em>, aber auch <em>Pseudosasa japonica<\/em> und <em>Semiarundinaria fastuosa<\/em> waren oberirdisch ziemlich ruiniert \u2013 die beiden ersteren legten allerdings einen \u00fcppigen, wenn auch niedrigen Neuaustrieb hin. Nachdem <em>Semiarundinaria fastuosa <\/em>zum dritten Mal in Folge sehr starke Wintersch\u00e4den davongetragen hatte (obwohl sie auf der Ostseite durch eine Mauer plus Fargesie gesch\u00fctzt stand) und der Neuaustrieb mit jedem Jahr entsprechend kraftloser wurde, haben wir die Pflanze ausgegraben, geteilt und in drei T\u00f6pfe gesetzt. Schauen wir mal, ob sie sich so besser entwickelt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-789\" title=\"Pseudosasa japonica\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pseudosasa_japonica.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pseudosasa_japonica.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pseudosasa_japonica-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Apropos T\u00f6pfe: Ich will hier nicht noch auf alle Bambusse eingehen, die wir in T\u00f6pfen kultivieren, da diese im zeitweise geheizten Kalthaus \u00fcberwintern. Nur so viel: Trotz dieser Vorsichtsma\u00dfnahmen haben <em>Borinda albocera Yunnan 2<\/em> und <em>Chusquea culeou<\/em> leider nicht \u00fcberlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der dritte Bambus, den wir verloren haben, war ein <em>Phyllostachys aurea<\/em> \u2013 \u00fcberraschenderweise die Pflanze, die bereits 2006 gesetzt wurde und die bisher immer recht gut durchkam. Wohingegen eine neue Pflanze, die erst im Herbst 2011 bei uns einzog, zwar ordentliche Sch\u00e4den davon trug, aber diese gleich durch einen sch\u00f6nen, wenn auch niedrigeren Neuaustrieb wettmachte. Man muss sich immer wieder wundern.<\/p>\n<p><strong>Zukunftspl\u00e4ne<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welches Fazit ziehen wir nun nach den vergangenen drei Wintern? Was die Gattung <em>Phyllostachys<\/em> anbelangt, haben wir uns erst einmal f\u00fcrs Abwarten entschieden. Einfach beobachten, wie sich die Pflanzen im Laufe der Jahre an ihren Pl\u00e4tzen entwickeln. Und sollte in einer Ecke des Gartens doch noch ein \u201evertikales Element\u201c fehlen, w\u00fcrden wir nach den bisherigen Erfahrungen in jedem Fall wieder auf <em>Ph. aureosulcata<\/em> zur\u00fcckgreifen. Bis dato muss man sagen, dass Fargesien an unserem Standort deutlich zuverl\u00e4ssiger wachsen, da sie entspannter durch die Winterzeit kommen und entsprechend mit einem gleichm\u00e4\u00dfigeren Neuaustrieb aufwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber so ganz ohne Bambusexperimente geht es nat\u00fcrlich doch nicht. Das n\u00e4chste Versuchsfeld ist schon ausgemacht: die Gattung Borinda.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-790\" title=\"Borinda papyrifera, Carwinion Cornwall's Bamboo Garden\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Borinda_papyrifera.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Borinda_papyrifera.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Borinda_papyrifera-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor der n\u00e4chste Winter einzieht darf ein abschlie\u00dfender Blick auf die Bambussaison 2012 nicht fehlen. 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