{"id":403,"date":"2012-04-19T10:57:27","date_gmt":"2012-04-19T10:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=403"},"modified":"2012-09-19T10:05:23","modified_gmt":"2012-09-19T10:05:23","slug":"bambus-im-norden-beige-ist-das-neue-grun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=403","title":{"rendered":"Bambus im Norden \u2013 Beige ist das neue Gr\u00fcn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-413 aligncenter\" title=\"Sasa palmata\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Sasa_palmata2.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Sasa_palmata2.jpg 650w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Sasa_palmata2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wer zurzeit auf Norddeutschlands Stra\u00dfen unterwegs ist und interessiert in den einen oder anderen anliegenden Garten schaut, dessen Blick bleibt nicht selten an ungewohnt beigen Blattmassen h\u00e4ngen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr viele Bambuspflanzen, insbesondere der Gattungen\u00a0<em>Indocalamus, Phyllostachys, Pseudosasa<\/em>,\u00a0<em>Sasa\u00a0<\/em>und<em>\u00a0Semiarundinaria<\/em>, waren Wintersonne und Temperaturen unter minus 20 Grad im Februar einfach zu heftig. Anstatt sich \u2013 wie sonst im M\u00e4rz\/April \u2013 an frischem Gr\u00fcn im noch kaum bebl\u00e4tterten Garten zu erfreuen, entdecken Bambusfreunde in diesem Fr\u00fchjahr ihre Liebe zu Beige als Farbakzent im Garten. Der Trost: Es gr\u00fcnt in den allermeisten F\u00e4llen ja wieder durch. Fans des klassischen Gartenbambus der Gattung\u00a0<em>Fargesia<\/em>\u00a0(besonders\u00a0<em>Fargesia murielae, Fargesia Spez. Jiuzhaigou, Fargesia denudata \u201aLancaster\u2019<\/em>) hingegen haben weit weniger Grund zur Klage. Zumindest die Arten und Sorten, die ihre Bl\u00e4tter durch Einrollen vor zu gro\u00dfer Verdunstung sch\u00fctzen, sind gr\u00f6\u00dftenteils gr\u00fcn durch den Winter gekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-666\" title=\"Phyllostachys nodularia\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0170.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0170.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0170-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in unserem wilden Garten setzt die Farbe Beige in diesen Wochen einen starken Akzent, denn Bambus ist hier eine wichtige Strukturpflanze. Das mit der Struktur klappt mit beigen Bl\u00e4ttern ja noch ganz gut. Aber sp\u00e4testens, wenn sie zu Boden gefallen sind und man nur noch auf Halmskelette blickt, kommen einem schon leise Zweifel, ob die Idee mit dem Riesengras als wichtigem Gartenelement so gut war &#8230; Wie kam es \u00fcberhaupt zu dieser Entscheidung?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-667\" title=\"Phyllostachys aureosulcata\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0174.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0174.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0174-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gesucht wurde eine immergr\u00fcne Pflanze, die schnell Vertikalen in einen Bereich des Gartens zaubert, in dem kein Baum oder gr\u00f6\u00dferer Strauch stand. Auf klassische Koniferenl\u00f6sungen wollten wir nur sehr dosiert zur\u00fcckgreifen, da es bereits einen erhaltenswerten Altbestand an Lebensb\u00e4umen (<em>Thuja<\/em>) und Scheinzypressen (<em>Chamaecyparis lawsoniana<\/em>) gibt. Welches Gr\u00fcn entspricht aber sonst noch diesem Anforderungsprofil? Wir hatten sofort das Bild von Bambus im Kopf. Die Best\u00e4nde im <a href=\"http:\/\/www.bghamburg.de\">Botanischen Garten in Hamburg Klein Flottbek<\/a> oder im <a href=\"http:\/\/www.ellerhoop.de\/html\/arboretum.html\">Arboretum Ellerhoop-Thiensen<\/a> machten uns Mut, es mit dem Riesengras auch bei uns im Norden der L\u00fcneburger Heide zu versuchen. Die filigrane und gleichzeitig majest\u00e4tische Sch\u00f6nheit eines Bambushains oder einer Solit\u00e4rpflanze ist einmalig und verleiht dem Garten eine ganz besondere Stimmung. Kurz und gut: Eine Leidenschaft war geweckt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Auswahl der ersten Pflanzen standen die Aspekte Robustheit und Winterh\u00e4rte im Mittelpunkt. <em>Fargesia murielae \u201aSimba\u2019<\/em> und <em>\u201aStanding Stone\u2019<\/em> sowie <em>Phyllostachys bissetii<\/em> zogen bei uns ein und entwickelten sich pr\u00e4chtig. So wurden wir schnell mutiger und experimentierten mit sensibleren Arten und Sorten bis hin zu <em>Borinda albocera<\/em> und <em>Chusquea culeou<\/em> \u2013 wohlweislich in K\u00fcbeln. Die vergangenen drei Winter stellten unser Experiment dann auf die Probe. Massive Schutzma\u00dfnahmen (Unmengen an Strohballen, Schilfmatten, Styroporisolierung und Vlies) verhinderten in den Wintern 2009\/10 und 2010\/11 schmerzhafte Verluste, aber in diesem Jahr reichte auch das nicht aus: Bei allen <em>Phyllostachys<\/em> \u2013 selbst bei den Hartgesottenen wie <em>bissetii <\/em>und <em>aureosulcata<\/em> \u2013 dominiert die Farbe Beige statt Gr\u00fcn. Bei anderen sind bereits alle Bl\u00e4tter gefallen. Auch der oberirdische Totalschaden von einigen Exemplaren wie <em>Phyllostachys aurea<\/em> oder <em>Phyllostachys nigra \u201aMegurochiku\u2019<\/em> ist nicht auszuschlie\u00dfen. Die empfindlichen Topfkandidaten waren mit Petroleumofen im Kalthaus klar im Vorteil.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-668\" title=\"Phyllostachys humilis\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0169.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0169.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/DSC_0169-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun hei\u00dft es in diesem Fr\u00fchjahr erst einmal Wunden lecken und auf den unb\u00e4ndigen \u00dcberlebensdrang der Pflanzen zu setzen. Denn nat\u00fcrlich ist die Bambusleidenschaft auch durch minus 24 Grad nicht abzuk\u00fchlen. Und wer wei\u00df, ob nicht doch bald wieder eine Serie milder Winter das Entstehen gro\u00dfer Haine beg\u00fcnstigt, deren Halme in den Himmel ragen. Wir werden weiter berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer zurzeit auf Norddeutschlands Stra\u00dfen unterwegs ist und interessiert in den einen oder anderen anliegenden Garten schaut, dessen Blick bleibt nicht selten an ungewohnt beigen Blattmassen h\u00e4ngen. 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