{"id":334,"date":"2012-03-29T13:19:56","date_gmt":"2012-03-29T13:19:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=334"},"modified":"2012-09-14T12:52:11","modified_gmt":"2012-09-14T12:52:11","slug":"gone-wild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=334","title":{"rendered":"Gone wild"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-352\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_03585.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_03585.jpg 650w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_03585-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee wilder G\u00e4rten ist nicht neu. Schon im vorvergangenen Jahrhundert hat sich William Robinson dem Konzept des<em> Wild Gardens<\/em> verschrieben.\u00a0Was also liegt da n\u00e4her als sich in diesem Blog mit seiner Biographie und seinem bekannten Werk \u00a0<em>The Wild Garden\u00a0<\/em>\u00a0(1870) ein wenig n\u00e4her zu befassen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zumal <em>The Wild Garden<\/em>\u00a0erst 2009 wieder in einer Neuauflage erschienen ist \u2013 eine deutlich erweiterte Version, die mehrere Kapitel des Fotografen und Gr\u00e4ser-Experten Rick Darke (Autor der <em>Enzyklop\u00e4die der Gr\u00e4ser<\/em> \u2013 sehr empfehlenswert!) enth\u00e4lt. Ein Buch also, das schon \u00fcber 140 Jahre alt ist \u2013 und <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=44o75Mm-1p4&amp;feature=player_embedded\">das heute zeitgem\u00e4\u00dfer denn je erscheint<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch zun\u00e4chst zu William. Wer war der Kerl? Sein Biograph Richard Bisgrove (William Robinson, <em>The Wild Gardener<\/em>) fasst sein Leben kurz und knapp zusammen: &#8222;William Robinson (1838\u20131935) began his horticultural career as a garden boy in Ireland and ended it as the owner of over a thousand acres in Sussex.&#8220; Mit dem Besitz in Sussex ist das ber\u00fchmte Gravetye Manor gemeint, heute ein Hotel, das seinen <a href=\"http:\/\/www.gravetyemanor.co.uk\/gravetyemanor\/en\/garden\">Garten<\/a> ganz im Sinne des Wild Gardeners pflegt. In den G\u00e4rten von Gravetye Manor hat der Journalist und Herausgeber mehrerer Gartenmagazine seine Idee des G\u00e4rtnerns in die Realit\u00e4t umgesetzt. Das Besondere daran ist, dass zwischen dem Erwerb von Gravetye Manor und dem Buch 15 Jahre liegen \u2013 und zwar in umgekehrter Reihenfolge: Erst das Buch, dann 1885 Haus und Garten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Robinson Gravetye Manor kaufte, war er l\u00e4ngst ber\u00fchmt. Er hatte durch <em>The Wild Garden<\/em> Ansehen und Bekanntheit erreicht und sein Gartenmagazin <em>Garden<\/em> war bestens etabliert.\u00a0Den gr\u00f6\u00dften Erfolg erzielte Robinson 1883 mit dem Buch\u00a0<em>The English Flower Garden<\/em>. Dieses festigte seinen Ruf als bekanntester G\u00e4rtner seiner Zeit. Nach wie vor ist dieser Klassiker der Gartenliteratur in den Regalen der einschl\u00e4gigen Buchhandlungen zu finden, die aktuelle Auflage ist von 1998.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie aber lautete nun die Grundidee von Robinson? Seine Mission war klar: Es ging ihm darum, den vorherrschenden Gartenstil der Victorianischen Zeit radikal zu bek\u00e4mpfen. Er sprach sich \u2013 absolut redegewandt und oft sehr streitbar \u2013 dagegen aus, Beete mit in Gew\u00e4chsh\u00e4usern vorgezogenen (meist tropischen) Pfl\u00e4nzchen ab dem Fr\u00fchjahr nach bestimmten geometrischen Formen zu bepflanzen. Im Gegensatz dazu propagierte er die damals v\u00f6llig antiquierte und heute wieder beliebte <em>Mixed<\/em> <em>Border<\/em> aus winterharten Staudenpflanzen und Str\u00e4uchern; gleichzeitig sprach er sich f\u00fcr einen nat\u00fcrlicheren Look im Garten aus, sch\u00e4tzte Mehrj\u00e4hrige, Str\u00e4ucher und Kletterpflanzen und verabscheute nackten Boden im Beet, dem er eine dichte Staudenbepflanzung in nat\u00fcrlich wirkenden Drifts und eine Unterpflanzung mit Bodendeckern entgegensetzte. Seine Idee, winterharte mehrj\u00e4hrige Pflanzen in besagten Drifts einfach in Wiesen, W\u00e4lder und an Gew\u00e4sser zu setzen, das ist, r\u00fcckblickend betrachtet, die wirklich herausragende Leistung von Robinson. Auch der erhebende Anblick gro\u00dffl\u00e4chig verwilderter Narzissen und wilder Tulpen in Wiesen und unter B\u00e4umen geht auf Robinson zur\u00fcck. Pflanzen sich selbst zu \u00fcberlassen und dem eine eigene \u00c4sthetik abzugewinnen, das war das wirklich \u201ewilde\u201c an diesem Gartenstil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ablehnung des Victorianischen <em>beddings<\/em> einte ihn \u00fcbrigens mit Gertrude Jekyll. Eine Zeitgenossin und G\u00e4rtnerin, die durch ihre Arbeiten den englischen Garten nachhaltig revolutionierte. Heute ist sie dank der zahlreichen von ihr gestalteten G\u00e4rten (oft in Zusammenarbeit mit dem bekannten Architekten Edwin Lutjens \u2013 eben jener Lutjens, der die heute noch immer gesch\u00e4tzte &#8222;Sissinghurst-Bank&#8220; entwarf) viel ber\u00fchmter als Robinson. Damals war das allerdings anders. Robinson war der bei weitem bekanntere G\u00e4rtner, Gertrude Jekyll hingegen Autorin bei <em>Garden<\/em> und \u00fcber f\u00fcnf Jahrzehnte lang Gartenfreundin von Robinson. Soviel an dieser Stelle zur Biographie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die entscheidende Frage lautet nun aber, kann Robinsons Idee des <em>Wild Garden<\/em>\u00a0Vorbild f\u00fcr unseren wilden Garten sein? Die Antwort lautet definitiv ja und doch auch nein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-712\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_0420.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_0420.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_0420-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, weil Robinsons Ansatz des naturnahen G\u00e4rtnerns den verwendeten heimischen und exotischen Pflanzen die eigene Sch\u00f6nheit durch die Jahreszeiten zugesteht und darauf achtet, dass jede Pflanze am richtigen Platz zur perfekten Entfaltung gelangt (Ein g\u00e4rtnerischer Aspekt, den sp\u00e4ter Beth Chatto auf den Punkt bringen wird: <em>right plant, right place.<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, weil die Integration von Mehrj\u00e4hrigen und Str\u00e4uchern in Gartenabschnitte mit Wiesen und altem Baumbestand erst die wirkliche Sch\u00f6nheit eines Gartens voll zur Geltung kommen l\u00e4sst und einen harmonischen \u00dcbergang zur Umgebung schafft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-713\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_02141.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_02141.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_02141-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nat\u00fcrlich nicht zuletzt, weil einer seiner Pflanzenfavoriten Bambus war. Und der spielt hier im \u201eWild Gardening\u201c eine ganz besondere Rolle. Aber dazu an anderer Stelle in diesem Blog mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vieles, was Robinson gedacht, entworfen und gefordert hat, ist heute f\u00fcr G\u00e4rtner von Naturg\u00e4rten absolute Grundlage des Planens und Arbeitens. Aber trotz alledem gibt es f\u00fcr uns leider auch ein Nein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ja, ein kleines Nein. Das liegt daran, dass Robinson bei der Gartengestaltung in Gravetye Manor mit Tausende(r)n nur so um sich schmiss: Er pflanzte Tausende von Osterglocken, Tausende Tulpen, immer und immer wieder Tausende von anderen Zwiebelpflanzen wie Blausterne und Schneegl\u00f6ckchen, die die W\u00e4lder und Wiesen im Fr\u00fchling in den leuchtendsten Farben erbl\u00fchen lie\u00dfen. Aber auch bei anderen Pflanzungen war er ma\u00dflos: 1906\/7 pflanzte er 2.000 Gelb-Kiefern. Der Eindruck \u2013 nun, gewaltig! Wundervoll! Aber in einen privaten Garten heutzutage meist nicht umzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Definitiv also ein Unterschied zu unserem wilden Garten. Das Einzige was wir bisher in Tausenderzahl vorweisen k\u00f6nnen, sind Disteln, Quecken und andere wilde S\u00fc\u00dfgr\u00e4ser. Der Rest kommt noch. Hopefully &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-714\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_0003.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_0003.jpg 555w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_0003-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee wilder G\u00e4rten ist nicht neu. Schon im vorvergangenen Jahrhundert hat sich William Robinson dem Konzept des Wild Gardens verschrieben.\u00a0Was also liegt da n\u00e4her als sich in diesem Blog mit seiner Biographie und seinem bekannten Werk \u00a0The Wild Garden\u00a0\u00a0(1870) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=334\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":352,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,9,38,19,30,10],"tags":[63,20,36,64,35,25,26,34],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/334"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=334"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/334\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":715,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/334\/revisions\/715"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=334"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=334"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=334"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}