{"id":2517,"date":"2018-02-28T09:44:07","date_gmt":"2018-02-28T09:44:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=2517"},"modified":"2018-02-28T09:44:07","modified_gmt":"2018-02-28T09:44:07","slug":"zu-frueh-gefreut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=2517","title":{"rendered":"Zu fr\u00fch gefreut?"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem wir uns in den vergangenen Monaten ja andauernd \u00fcber zu viel Regen und viel zu wenig Sonne beklagt haben, hatte der Februar nun endlich ein Einsehen: Lediglich 21 Liter Niederschlag vielen vom Himmel \u2013 und das meist in Form von sch\u00f6nem Schnee. Dazu zahlreiche Sonnenstunden, die zu Spazierg\u00e4ngen durch den Garten einluden. Das Ganze bei moderaten Nachtfr\u00f6sten (nur zweimal wurden die minus 10 Grad unterschritten) und Plustemperaturen am Tage. Letzteres hielt die G\u00e4rtnerinnenlaune im gl\u00fccklichen Bereich: Der Boden fror nicht so weit zu, dass die Bambusse d\u00fcrsten m\u00fcssen. Genau das \u00e4ndert sich allerdings gerade &#8230;<\/p>\n<p>Aber schauen wir erst einmal, was der Februar so alles zu bieten hatte.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2520\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Galanthus_wild.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Galanthus_wild.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Galanthus_wild-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/>Winter ohne Schneegl\u00f6ckchen geht gar nicht. Besonders entz\u00fcckend sind die wei\u00dfen Lichttupfen, wenn sie sich an Stellen ausbreiten, an denen man sie gar nicht wissentlich platziert hat \u2013 wie hier <em>Galanthus nivalis \u201aFlore Pleno\u2019<\/em> gesch\u00fctzt unter den Ranken eines Brombeerdickichts<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2521\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Galanthus.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Galanthus.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Galanthus-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Diese <em>Galanthus \u201aS. Arnott\u2019<\/em> hingegen wurden gezielt gesetzt. In den frostigen Stunden legen sie sich zu Boden, ein nat\u00fcrlicher Schutzmechanismus der Pflanze. Sie stellt ihren Stoffwechsel um, produziert Glycerin und ver\u00e4ndert so den osmotischen Druck in den Zellen (dunkle Erinnerungen an den Chemieunterricht und semipermeable Membranen werden wach &#8230;)<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2522\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Helleborus.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Helleborus.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Helleborus-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Auch Christrosen wie die <em>Helleborus-Hybride \u201aYakima\u2019<\/em> stecken einiges an Frost weg und tragen dazu bei, dass das ganze Jahr durchgebl\u00fcht wird<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2526\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Moos.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Moos.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Moos-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Keine Bl\u00fcten, aber ebenfalls eine echte Zierde sind die kleinen Sporenkapseln des Gewellten Sternmooses (<em>Plagiomnium undulatum<\/em>), die auf ihren filigranen, gelb-r\u00f6tlich durchscheinenden Stielen zu schweben scheinen. Die Moose konnten sich in der \u00fcppigen Feuchte der vergangenen Monate nat\u00fcrlich pr\u00e4chtig entwickeln<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2528\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Waldschnepfe.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Waldschnepfe.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Waldschnepfe-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">\u00dcberraschungsgast des Februars: An einem fr\u00fchen Sonntagmorgen hatten wir Waldschnepfenbesuch! Die meist d\u00e4mmerungs- und nachtaktiven V\u00f6gel sind mit ihrem an altes Herbstlaub erinnernden Gefieder super getarnt, sodass man sie tags\u00fcber kaum zu Gesicht bekommt. Dieses Exemplar kommt wahrscheinlich aus dem nahegelegenen Mischwald, der mit seinen Lichtungen und feuchten Bereichen einen guten Lebensraum f\u00fcr die Bodenbr\u00fcter bietet<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2523\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Heuchera.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Heuchera.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Heuchera-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Zur\u00fcck ins Pflanzenreich. Neben den fr\u00fchen Bl\u00fctenakzenten ausgew\u00e4hlter Geophyten und Str\u00e4ucher kann die Attraktivit\u00e4t farbkr\u00e4ftiger Rinden und Bl\u00e4tter (wenn sie denn ganzj\u00e4hrig an den Pflanzen verbleiben) in der kalten Jahreszeit nicht hoch genug gelobt werden: So steht beispielsweise das tiefdunkle Rot der <em>Heuchera-Hybride \u201aObsidian\u2019<\/em> in tollem Kontrast zum funkelnden wei\u00dfen Raureif oder Schnee<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2519\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Forsythia.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Forsythia.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Forsythia-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Hier steht die Bl\u00fctezeit noch bevor und Bl\u00e4tter gibt es zurzeit auch keine: Aber <em>Forsythia x intermedia \u201aLynwood Gold\u2019<\/em> sch\u00fcrt bereits jetzt durch ihre altersbedingt unterschiedlichen Rindenfarben \u2013 r\u00f6tlich bei den einj\u00e4hrigen Trieben \u2013 die Vorfreude auf den Fr\u00fchling, konkret: auf den Erstfr\u00fchling. Denn als ph\u00e4nologische Zeigerpflanze l\u00e4uten die Forsythien mit ihrem Bl\u00fctenstart bei uns den zweiten Fr\u00fchlingsabschnitt ein (eben besagten Erstfr\u00fchling, der dem sogenannten Vorfr\u00fchling folgt). Infos zur aktuellen Vegetationsentwicklung und zur ph\u00e4nologischen Uhr findet man z. B. beim <a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/DE\/fachnutzer\/freizeitgaertner\/2_pflanzenentwicklung\/_node.html\">DWD<\/a><\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2525\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Kreuzgarten.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Kreuzgarten.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Kreuzgarten-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Zahlreiche Hartriegel zeichnen sich aufgrund ihrer leuchtenden Rinden ebenfalls durch einen hohen Winterzierwert aus. Im Vordergrund sieht man z. B. das helle Gelbgr\u00fcn von <em>Cornus stolonifera \u201aFlaviramea\u2019<\/em>, das vom ebenfalls hellen Gr\u00fcn der Bl\u00e4tter und Halme von <em>Phyllostachys nigra \u201aHenonis\u2019<\/em> vorne links aufgegriffen wird<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2527\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Staun\u00e4sse.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Staun\u00e4sse.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Staun\u00e4sse-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Keine Zierde und eine absolute Seltenheit bei unserem Sandboden (tats\u00e4chlich kann ich mich \u00fcberhaupt nicht daran erinnern): Staun\u00e4sse nach den ergiebigen Regenf\u00e4llen im Januar. Die \u00fcberall im Garten entstandenen Wasserpf\u00fctzen verwandelten sich mit zunehmendem Frost in t\u00fcckisch glatte Eisfl\u00e4chen<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2518\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bambus_Frost.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bambus_Frost.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bambus_Frost-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Aber auch der Frost hat sein Gutes: Raureif liefert immer wieder den Beweis, dass es sich nicht zuletzt aus \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden lohnt, den R\u00fcckschnitt von Stauden und Gr\u00e4sern erst im zeitigen Fr\u00fchjahr vorzunehmen. Das frostige Wei\u00df korrespondiert mit der Wei\u00dfrindigen Himalaja-Birke <em>Betula utilis var. jacquemontii<\/em>. Das zarte Bambuslaub h\u00e4lt dem Wetter noch tapfer stand<\/h5>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2524\" src=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Jiu.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Jiu.jpg 640w, https:\/\/www.wildgardening.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Jiu-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Viele Fargesien verringern die Verdunstung, indem sie bei sonnigem, trockenem Wetter ihre Bl\u00e4tter einrollen und so deren Oberfl\u00e4che minimieren, auf dem Bild bei <em>Fargesia spez. Jiuzhaigou 1\u00a0<\/em>gut zu sehen. Was bei den Fargesien ein normaler Schutzmechanismus ist, ist hingegen bei <em>Phyllostachys<\/em>, <em>Hibanubambusa<\/em>, <em>Pseudosasa<\/em> und anderen Bambusgattungen ein deutliches Alarmzeichen: Achtung \u2013 es drohen massive Trockenheitssch\u00e4den! Noch ist es trotz zunehmender K\u00e4lte, \u00fcblem Ostwind und oft strahlend blauem Sonnenhimmel nicht so weit. Aber der angek\u00fcndigte Dauerfrost bei n\u00e4chtlichen Werten unter minus 10 Grad k\u00f6nnte den bisher wieder sehr bambusfreundlichen Winter noch ins glatte Gegenteil wandeln. Dabei hatten wir den beigen Bl\u00e4tterwald aus 2012 gerade erfolgreich verdr\u00e4ngt &#8230;<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir uns in den vergangenen Monaten ja andauernd \u00fcber zu viel Regen und viel zu wenig Sonne beklagt haben, hatte der Februar nun endlich ein Einsehen: Lediglich 21 Liter Niederschlag vielen vom Himmel \u2013 und das meist in Form &hellip; <a href=\"https:\/\/www.wildgardening.de\/?p=2517\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,8,7],"tags":[63,33,32,62],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2517"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2517"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2517\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2532,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2517\/revisions\/2532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wildgardening.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}